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Lokales Stadtwerke Leipzig senken Preise für Fernwärme
Leipzig Lokales Stadtwerke Leipzig senken Preise für Fernwärme
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14:38 16.10.2015
Die Chefs der Stadtwerke Leipzig: Karsten Rogall (links) und Johannes Kleinsorg.   Quelle: André Kempner
Leipzig

Gute Nachricht für alle Fernwärmekunden: Die Stadtwerke Leipzig senken ab 1. Januar 2016 die Preise. Davon profitieren nahezu 120.000 Haushalte, die von dem kommunalen Unternehmen beliefert werden. Mit der neuen Preisstruktur reagieren die Stadtwerke auf aktuelle Entwicklungen auf dem Markt, aber auch auf Forderungen des Bundeskartellamtes. Dieses hatte im März 2013 bei sieben Versorgern die Fernwärmepreise der Jahre 2010 bis 2012 überprüft. Wie berichtet, mussten die Stadtwerke ihre Daten zu Wärmelieferungen, Produktion, Mengen und Erlöse zuarbeiten sowie ihre Kosten- und Versorgungsstruktur offenlegen. Das Bundeskartellamt hat nun Preissenkungen als Kompensation für möglicherweise überhöhte Preise akzeptiert.

„Wir begrüßen die Einigung mit dem Kartellamt. Sie berücksichtigt die strukturellen Besonderheiten unseres Fernwärmesystems und stellt eine sichere Planungsgrundlage für den weiteren Ausbau dar“, betonte Norbert Menke, Geschäftsführer der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV), am Freitag. Stadtwerke-Geschäftsführer Johannes Kleinsorg: „Die Rahmenbedingungen im Energie- und Wärmemarkt haben sich nicht nur für uns Energieversorger, sondern auch für Immobilienbesitzer und Vermieter nachhaltig geändert. Mit unserem neuen Produkt bilden wir die neuen energiewirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen stimmig und fair ab.“

Kostenvergleich: Die Preissenkung kommt allen Fernwärmekunden ab 1. Januar 2016 zu Gute – durchschnittlich 6,3 Prozent. Noch günstiger wird es für die meisten Kunden laut Stadtwerken mit dem neuen Produkt. Quelle: Stadtwerke

Die mit dem Bundeskartellamt ausgehandelte Senkung, ergänzte Geschäftsführer Karsten Rogall auf LVZ-Nachfrage, umfasst ein Volumen von mehr als acht Millionen Euro. Da die Absenkung für eine Laufzeit von fünf Jahren gilt, wie das Bundeskartellamt am Freitag mitteilte, liege das Gesamtvolumen der Preissenkung, die Verbrauchern zugute kommt, bei über 40 Millionen Euro. Das hat Auswirkungen auf den Haushalt der stadteigenen LVV, zu der die Stadtwerke gehören. Rogall: „Wir haben aber Planungssicherheit.“

Das neue Produkt heißt „Leipziger wärme.komfort“. Damit führt das Unternehmen ein einfacheres Preismodell ein. Der Preis setzt sich künftig nur noch aus dem Wärmearbeitspreis je verbrauchter Kilowattstunde und dem Grundpreis zusammen, der neben Kosten für Messung, Ablesung und Abrechnung auch jenen für die Bereitstellung der Infrastruktur beinhaltet. Der bisherige Jahresverrechnungspreis entfällt. Dadurch wird das neue Preissystem „verursachungsgerechter“, wie Johannes Kleinsorg erklärt.

Das Modell wirkt sich für die Mieter in typischen Leipziger Mehrfamilienhäusern – immerhin 67 Prozent der versorgten 120.000 Haushalte – günstiger aus. In einem großen Mehrfamilienhaus, das 160 Kilowattstunden verbraucht, können laut Berechnung durchschnittlich 1460 Euro gespart werden. Aber auch andere Kunden wie Schulen, Turnhallen und Kultureinrichtungen profitieren. Sogar das Gondwanaland im Zoo wird mit Fernwärme beheizt. „Leipziger wärme.komfort“ bietet nun Preisstabilität bis 31. Dezember 2016.

Die Stadtwerke Leipzig wollen ihr Netz weiter ausbauen. Geplant ist, bis 2020 etwa 75 Megawatt (MW) Fernwärmeleistung in Leipzig neu anzuschließen, was rein rechnerisch dem Wärmebedarf von rund 25.000 Wohnungen entspricht. Neben Neuerschließungen in Lindenau, Plagwitz und Anger-Crottendorf konzentriert sich das Unternehmen vor allem auf die Verdichtung seines Fernwärmenetzes. Dafür wollen die Stadtwerke in diesem Zeitraum rund 30 Millionen Euro in den Ausbau ihrer Netze investieren.

Von Mathias Orbeck

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