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Lokales Städtevergleich: In Leipzig wohnen Mieter noch sehr günstig
Leipzig Lokales Städtevergleich: In Leipzig wohnen Mieter noch sehr günstig
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09:56 21.09.2017
Sanierter Wohnblock in der Offenburgerstraße im Stadtteil Grünau. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Wegen des starken Wirtschaftswachstums und steigender Einkommen geht die Mietkosten-Belastungsquote in Leipzig zurück. In kaum einer anderen deutschen Großstadt lässt sich vergleichsweise so günstig wohnen wie an der Pleiße, stellen aktuelle Untersuchungen fest.

Laut den kommunalen Bürgerumfragen des Rathauses mussten die Leipziger im Jahr 2014 durchschnittlich 32 Prozent ihres Einkommens für die Warmmiete bezahlen. Im Jahr 2015 waren es nur noch 31 Prozent, im vergangenen Jahr 30 Prozent. „Die gestiegenen Wohnkosten werden durch die ebenfalls gewachsenen Einkommen mehr als ausgeglichen“, heißt es in der jüngsten Analyse der Stadt. Von Ende 2006 bis Ende 2016 hätten sich die Kaltmieten in Leipzig um 53 Cent auf 5,39 Euro pro Quadratmeter erhöht, die Warmmieten (inklusive Heizung, Strom, Warmwasser) um 83 Cent auf 7,59 Euro.

Unter den 77 deutschen Großstädten (mehr als 100 000 Einwohner) gibt es nur noch drei, in denen die Mietkostenbelastung geringer ausfällt als in Leipzig. Das hat jetzt die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung ermittelt. Sie setzte dabei aber nicht die Warmmieten, sondern die Kaltmieten ins Verhältnis zum Einkommen. Nach diesem Rechenmodell müssen die Leipziger 22,6 Prozent ihres Monatsbudgets für die Kaltmiete aufwenden. Noch niedriger liegt die Quote nur in Wolfsburg (21,9), Heidelberg (21,4) und Chemnitz (20,9). „Bei Sozialwissenschaftlern wie bei Immobilienexperten gilt eine Mietbelastungsquote oberhalb von 30 Prozent des Haushaltseinkommens als problematisch“, so die Stiftung. Dennoch würden bundesweit 40 Prozent der Großstädter die kritische Marke überschreiten.

Auch in Leipzig und im nur wenig teureren Dresden (22,8 Prozent Mietkostenbelastung) gebe es jedoch Menschen, die oberhalb der kritischen Marke klarkommen müssen. Gerade bei den Haushalten, die unter der Armutsgrenze leben, würden die Mietkosten in beiden sächsischen Metropolen jeweils 33 Prozent des Budgets aufzehren, in Chemnitz 32 Prozent. Zu schaffen macht das laut der kommunalen Bürgerumfrage in Leipzig vor allem alleinerziehenden Eltern und alleinlebenden Senioren. Jedoch fallen auch hier die Vergleichswerte aus den meisten anderen Großstädten ungleich schlechter aus.

Das Internetportal Immobilienscout24 gab soeben einen „Erschwinglichkeitsindex“ für alle 419 deutschen Städte und Kreise heraus. Auch diese Studie bescheinigt Leipzig eine vergleichsweise günstige Lage – und zwar beim Angebot an freien Wohnungen. Die dort verlangten Kaltmieten hätten letztes Jahr bei durchschnittlich 6,30 Euro gelegen, was 17,7 Prozent der Kaufkraft der Suchenden entsprach. In fast allen anderen Großstädten lag die Quote höher: so in München (30,5 Prozent), Berlin (23,5), Jena (21,4), Rostock und Potsdam (20,0), Dresden (19,4) oder Erfurt (18,0). Günstiger als Leipzig blieben in Mitteldeutschland zum Beispiel Halle (15,8), Chemnitz (13,6), Nordsachen (12,4) und der Kreis Leipzig (11,9).

Um Preisanhebungen einzudämmen, will Leipzig im November erstmals einen „qualifizierten Mietspiegel“ beschließen. Zudem hofft die Stadt, dass der Freistaat Sachsen ab Anfang 2018 auch für Leipzig die Kappungsgrenze für Mieterhöhungen von 20 auf 15 Prozent senkt.

Jens Rometsch

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