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Lokales Starke Frau: Evelina Meloni ist Sicherheitskraft bei der Deutschen Bahn
Leipzig Lokales Starke Frau: Evelina Meloni ist Sicherheitskraft bei der Deutschen Bahn
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17:00 11.03.2018
Sie weiß, was sie kann und steht für sich ein: Evelina Meloni macht ihre Ausbildung als Sicherheitskraft bei der Bahn. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig/Halle

Evelina Meloni ist eine starke Frau. Sie steht für sich selbst ein, versteckt sich nicht. Seit einem halben Jahr macht sie eine Ausbildung bei der Deutschen Bahn – als Sicherheitskraft. Dass ihr Beruf für Frauen eher untypisch ist, hat die 17-Jährige schon oft gehört. Geglaubt aber hat sie es nie. Im Gegenteil: Ihre Persönlichkeit hat sie überhaupt erst zu dem Job gebracht. „Ich wollte was abwechslungsreiches machen, wo ich mit Menschen zusammenarbeiten kann“, sagt sie. Als sie von der DB-Sicherheit hört, erkennt sie sich sofort wieder. Evelina Meloni scheut den Konflikt nicht. Wenn ihr etwas nicht passt, spricht sie es an. „In dem Beruf muss man selbstbewusst sein und auf Menschen zugehen können“, weiß die 17-Jährige aus Halle. Denn zu ihrem Aufgabenfeld gehört vor allem, die Ordnung auf den Bahnhöfen zu gewährleisten. Sieht sie jemanden auf dem Gelände rauchen, obwohl das untersagt ist, spricht sie denjenigen gemeinsam mit Kollegen darauf an. Dazu gehört ein gewisses Selbstvertrauen, erklärt sie. „Wenn ich meinem Gegenüber zeige, dass ich Angst habe, wird er mich nicht ernst nehmen.“ Dabei ist es weniger Angst, sondern viel mehr Respekt. „Man unterschätzt Menschen leicht. Das muss ich selbst immer wieder erfahren.“ Den Fehler will sie während ihrer Arbeit nicht machen.

Durchsetzungsvermögen unabdingbar

Wenn, dann sind es fremde Menschen, die erstaunt über Evelina Melonis beruflichen Weg sind. „Meine Familie und Freunde hat das gar nicht überrascht. Die kennen mich“, sagt sie. Und auch wenn ihre Eltern sie von Anfang an unterstützten, macht sich ihre Mutter manchmal Sorgen. „Obwohl sie weiß, dass ich das schaffe.“

Vor einem halben Jahr begann die 17-Jährige ihre Ausbildung. Stefan Mederake ist ihr Ausbilder und weiß, welches Potenzial sie hat. Ihre starke Persönlichkeit überzeugte schon im Vorstellungsgespräch. „Menschenkenntnis ist enorm wichtig. Und man darf nicht auf den Mund gefallen sein“, erklärt er. Evelina Meloni bringt noch mehr mit. Durchsetzungsvermögen zum Beispiel. „Das braucht man unbedingt“, sagt sie.

Selbstverteidigung gehört zur Ausbildung

Was sie in ihrer Ausbildung lernt, hilft ihr auch in ihrem Privatleben. „Ich merke, dass ich selbstbewusster geworden bin.“ Brenzlige Situationen, in denen ihr fremde Männer auf Partys zu nah kommen, kennt die 17-Jährige nur zu gut. „Ich weiß, wie ich mich wehren kann.“ Dabei hilft ihr auch das Selbstverteidigungstraining, das fester Bestandteil der Ausbildung ist. „Für den Ernstfall müssen wir das können. In erster Linie ist unsere Aufgabe aber, in Konfliktsituationen deeskalierend zu wirken“, erklärt sie. Manchmal fällt ihr das schwer, gibt sie zu. „Das lernt man. Manchmal würde ich aber doch anders reagieren, als ich es beruflich dann tue“, gibt sie schmunzelnd zu. Was es auf jeden Fall braucht, ist ein dickes Fell. „Das hab ich schon, wird aber im Laufe der Zeit bestimmt noch dicker.“ Denn auch das gehört dazu: sich selbst zu reflektieren, an den Herausforderungen wachsen.

Etwa 40 Prozent der Mitarbeiter bei DB-Sicherheit sind mittlerweile Frauen. Eine Entwicklung der letzten Jahre, denn auch gesellschaftlich hat sich was getan. Evelina Meloni weiß das. „Die Arbeit mit den Kollegen ist super, da spielt es keine Rolle, ob Frau oder Mann.“ Für die 17-Jährige ist ihr Beruf einer, wie alle anderen auch. Unabhängig davon, dass sie eine Frau ist.

Von Stephanie Helm

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