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Lokales Starkregen in Leipzig: Sandsäcke am Elisabeth-Krankenhaus
Leipzig Lokales Starkregen in Leipzig: Sandsäcke am Elisabeth-Krankenhaus
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18:47 01.06.2016
Die Biedermannstraße war am frühen Nachmittag überflutet. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die ergiebigen und anhaltenden Regenfälle am Mittwochmittag  haben zu Überschwemmungen geführt. Betroffen waren vor allem die Südvorstadt und Connewitz. „Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht schnell genug aufnehmen“, erklärte der Sprecher der Leipziger Feuerwehr, Joachim Petrasch. Im Elisabeth-Krankenhaus konnte die Notaufnahme zeitweise nicht angefahren werden. Rettungsfahrzeuge mussten deshalb in andere Kliniken umgeleitet werden.

Bei der Feuerwehr gingen kurz vor 13 Uhr verstärkt Notrufe ein, sagte Dienstgruppenführerin Nadja Grießbach. Alle verfügbaren Kräfte seien im Einsatz gewesen, hauptsächlich um Keller leer zu pumpen. „Krankentransporte wurden zeitlich nach hinten geschoben.“ Die Helfer fuhren innerhalb einer Stunde zu 18 Einsätzen in den Leipziger Süden.

Die Notaufnahme des Elisabeth-Krankenhauses wurde aber nicht überflutet. „Ich bin sehr glücklich, dass unsere Hochwasserschutzmaßnahmen gegriffen haben“, sagte der Technische Leiter  Stephan Bühl. Im Juni 2013 hatten sich bei einem Unwetter Sturzbäche in den Notfalltrakt ergossen, der in einer Senke liegt. Es gab Schäden in Millionen-Höhe. Danach waren allein 250 000 Euro in äußere Schutzanlagen investiert worden. „Die drei selbst schließenden Tore haben funktioniert“, so Bühl.

Das letzte Tor befinde sich aber an einer Baustelle. „Dort gab es deshalb ein Nadelöhr, an dem wir schnell Sandsäcke aufgebaut haben“, berichtete der Technische Leiter weiter. „Es bildete sich eine Menschenkette von vielleicht 100 Personen. Wir haben alles in den Griff bekommen. Die Feuerwehr kam bei uns letztlich gar nicht zum Einsatz“, war Bühl erleichtert. „Das Krankenhaus hat dieses Mal null Schaden genommen.“

Am Mittag bis zu 30 Liter pro Quadratmeter

Wie die Feuerwehr auf Anfrage mitteilte, lag der Schwerpunkt der Einsätze am Mittag und frühen Nachmittag im Bereich Fockestraße, Biedermannstraße und Mühlholzgasse. Dort standen zahlreiche Autos bis über die Tür im Wasser. Seit 18 Uhr sind die Rettungskräfte nicht mehr im Einsatz.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zog das Regengebiet am Mittag von der Nordseite des Markkleeberger Sees in den Leipziger Süden hinein. „Zwischen 12 und 13 Uhr lag der Schwerpunkt über Connewitz“, sagte DWD-Meteorologe Manuel Voigt. Insgesamt regnete es dort in den Mittagsstunden bis zu 30 Liter pro Quadratmeter. Am Bayerischen Bahnhof registrierten die Wetterexperten zwischen 12 und 14.30 Uhr sogar 43,6 Liter. Das Gebiet sei über das Stadtzentrum weiter in Richtung Westen gezogen.

Für AC/DC-Fans gibt es leichte Hoffnung. Nach Angaben des DWD werden am Abend zwar noch Schauer und Gewitter erwartet, die großen Regengebiete aus Brandenburg seien aber vorüber.

SK/BM/mro/agri

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