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Lokales Stars nur für einen Tag? Was aus den Löwen von Leipzigs 1000-Jahr-Feier wird
Leipzig Lokales Stars nur für einen Tag? Was aus den Löwen von Leipzigs 1000-Jahr-Feier wird
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00:36 14.08.2015
Die Lipsias Löwen waren die Hauptakteure des Stadtfestspiels "1000 Jahre Leipzig". Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Momentan hocken die futuristischen Riesen-Leus wieder brav bei ihren Geburtshelfern vom Theater Titanick auf der Alten Messe.

 Neben der überdimensionierten Ur-Löwenmutter "Bürgerschaft und Werte" waren es fünf Tatzentiere, die die Facetten der Stadtgeschichte künstlerisch präsentierten. Sie standen für "Sport und Umwelt", "Buch und Medien", "Kunst und Kultur", "Wissenschaft und Bildung" sowie "Wirtschaft und Handel". Doch wie das so ist - nach einem großen Auftritt hagelt es nicht automatisch neuerliche Engagements. "Einzig die Skulptur ,Wirtschaft und Handel' war beim Jubiläum ,850 Jahre Messen in Leipzig' nochmals im Einsatz, hatte da Ende Juni auf der Neuen Messe eine Performance", erzählt Titanick-Chef Uwe Köhler. Beinahe hätte es auch mal mit dem "Sport und Umwelt"-Kollegen geklappt. Es gab Überlegungen, ihn Anfang Juli beim Kanaldurchstich im Lindenauer Hafen einzusetzen. Letztlich sei das wohl an den Kosten gescheitert. "Immerhin gibt es bei so etwas ja Fragen wie den Transport, die Versicherung und so weiter zu berücksichtigen", gibt Köhler zu bedenken.

 Kommendes Jahr gebe es möglicherweise eine Option für den Wissenschafts-Löwen: Leipzig begeht das Leibniz-Jahr. Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz war vor 670 Jahren in der Stadt geboren worden (und 1716 gestorben, allerdings in Hannover). Das städtische Referat Wissenspolitik spiele momentan mit dem Gedanken, den Löwen in die Leibniz-Würdigung - speziell bei der Langen Nacht der Wissenschaften am 24. Juni 2016 - einzubeziehen, hieß es aus diesem Beritt.

 Und wo schmoren nun eigentlich die vielen Visionen der Leipziger für die Zukunft ihrer Stadt, die die Löwen am Stadtfestspieltag auf ihren Stationen eingesammelt hatten? "Sie schmoren nicht", hieß es. Vielmehr sei der Designer des Theaters Titanick aktuell dabei, sie ordentlich in einer Broschüre aufzubereiten. Nach der Sommerpause wird dann versucht, einen Termin mit dem Oberbürgermeister zu finden, um ihm die Bürgerwünsche ganz feierlich offiziell zu übergeben, berichtet Köhler.

 Was die ganze Löwen-Meute insgesamt betrifft, habe es aus dem Finanzbürgermeister-Dezernat geheißen, dass die Stadt über Standorte nachdenkt, wo die Skulpturen dauerhaft platziert werden können. "Dazu soll es nach der Sommerpause nähere Angaben geben", sagt Köhler. Geklärt werden müsse unter anderem noch, wo und wie lange die Skulpturen aufgestellt werden sollen, um die Kosten klar ermitteln zu können. "Wir müssen auch noch Sicherheitsfragen klären - etwa, wie sie vom Untersatz her so umgebaut werden, dass sie sicher stehen und dass später niemand reinklettern und zu Schaden kommen kann", ergänzt das Rathaus-Pressereferat.

 Immerhin: Alle Seiten scheinen Willens, die in mühevoller Kleinarbeit geschaffenen Hightech-Großteile nicht wieder einzustampfen. 15 Techniker vom Theater Titanick hatten ihnen von Ende Oktober 2014 an bis zur letzten Minute vor Festbeginn Ende Mai Gestalt gegeben. Insgesamt hielt das Projekt "Lipsias Löwen" 90 fleißige Titanick-Helfer, Musiker, Künstler und andere über Monate auf Trab: "Die Köpfe selbst kosteten 300000, das ganze Projekt über 860000 Euro", wie Köhler sagt. Ermöglicht auch durch viele Sponsoren. Es würde also 'nen Hund jammern, wäre das mit den Löwen für die Katz' gewesen -

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.08.2015
Angelika Raulien

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