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Lokales Start für die vorletzte Etappe: Elstermühlgraben in Leipzig wird weiter freigelegt
Leipzig Lokales Start für die vorletzte Etappe: Elstermühlgraben in Leipzig wird weiter freigelegt
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17:58 18.11.2016
Für den ersten Baggerbiss ließ die Tauchaer Baufirma Otto Heil gestern den Leipziger Oberbürgermeister ans Steuer dieses Gerätes.   Quelle: Foto: Andre Kempner
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Leipzig

 Zu viel Wasser macht mitunter auch keinen Spaß. Beim offiziellen Baustart für die Offenlegung eines weiteren Abschnitts vom Elstermühlgraben regnete es gestern „Hunde und Katzen“, wie eines der Kinder von der benachbarten Lessing-Grundschule meinte. Mit Liedern und Tänzen über die Regentropfen, die immer wieder auf und nieder hüpfen, versuchten die Schüler, dem schaurigen Wetter eine fröhliche Seite abzugewinnen.

„Mensch Kinder – seid ihr tapfer!“, lobte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) das kleine Kulturprogramm, während stapelweise Broschüren vom Grünen Ring trotz Sonnendachs in den Fluten aufweichten. Seine scherzhafte Drohung, eine einstündige Rede zu halten, machte das Stadtoberhaupt zur Erleichterung der etwa 80 Gäste und Zuschauer nicht wahr.

Die Fakten waren ohnehin schon lange bekannt. Auf noch mal 110 Metern Länge wird der Elstermühlgraben nun sein 55 Jahre altes Rohr verlassen. Zwischen der Lessing- und Thomasiusstraße gibt es in Zukunft ein 7,50 Meter breites Flussbett, über das aus Platzgründen teilweise ein aufgeständerter Fuß- und Radweg auskragen soll. Die Gestaltung der Uferwände mit Naturstein lehnt sich an den Nachbarbereich zwischen Goerdelerring und Thomasiusstraße an. Dieser war 2007 als erster Abschnitt des Elstermühgrabens zurück ans Licht geholt worden Anschließend folgten die Bereiche von der Schreber- bis zur Friedrich-Ebert-Straße (2010) sowie von der Friedrich-Ebert- bis zur Elsterstraße (2015).

Für 5,1 Millionen Euro folgt jetzt der vorletzte Bauabschnitt, wobei in dieser Summe bereits der Preis für den Neubau der Funkenburgbrücke (im Zuge der Thomasiusstraße) enthalten ist. Wie berichtet, konnte der eine Million Euro teuere Brückenbau aus einem Sonderprogramm des Freistaates Sachsen gefördert werden, welches den passenden Namen „Brücken in die Zukunft“ trägt. Insgesamt steuert das Land 2,5 Millionen Euro zu dem Projekt bei. „Das alles dient nicht nur der Stadtentwicklung und dem Ökoklima, es geht ebenso um den Hochwasserschutz“, erläuterte Jung. Wenn im Jahr 2022 auch der letzte Abschnitt (die 170 Meter zwischen Elster- und Lessingstraße) geöffnet sind, bringe es der Elstermühlgraben im Ernstfall auf einen Abfluss von 15 Kubikmetern Wasser pro Sekunde. Im Alltag dürften es dann vier Kubikmeter werden.

Professor Martin Socher, Referatsleiter im sächsischen Umweltministerium, betonte ebenfalls die Hochwasserschutz-Funktion. „Ohne die vorausschauende Politik des Freistaates wäre Leipzig bei der letzten großen Gefahrenlage 2013 komplett überspült worden“, sagte er. Vor allem die Nutzung des Zwenkauer Sees als Speicherbecken habe das verhindert. OBM Jung prophezeite den Anwohnern in den nächsten Monaten viel Lärm und Staub – dafür könnten sie ab November 2017 den Blick auf den schon im 11. und 12. Jahrhundert angelegten Elstermühlgraben genießen. Die Arbeiten an der Funkenburgbrücke beginnen erst im nächsten März. Die bisherige Grünanlage an der Thomasiusstraße 4 erhält bis zum Frühjahr 2018 eine neue Gestaltung, zu der mehr Bäume und eine Riesenschlange als Sitz- und Spielanlage gehören.

Von Jens Rometsch

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