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Starter Space in Leipzig: „Vor allem Touristen lassen viel Geld“

Bis September Starter Space in Leipzig: „Vor allem Touristen lassen viel Geld“

Im März hat er seine Türen geöffnet, im September wird er wieder verschwinden – der Starter Space in den Höfen am Brühl. Ein typischer Pop-up-Store, der nur für kurze Zeit aufploppt und von vornherein nicht auf Dauer angelegt ist. Der Laden bietet lokalen und überregionalen Start-ups die Möglichkeit, sich im stationären Handel auszuprobieren.

Beim Aufstehen aus jeder Lebenslage bietet der Tisch „Halt“ mit seinem umlaufenden Rundgriff Halt. Jonathan Geffen versichert, dass die versiegelte Oberfläche immun ist gegen Kratzer, Schmutz und Feuchtigkeit.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Im März hat er seine Türen geöffnet, im September wird er wieder verschwinden – der Starter Space in den Höfen am Brühl. Ein typischer Pop-up-Store, der nur für kurze Zeit aufploppt und von vornherein nicht auf Dauer angelegt ist. Der 200 Quadratmeter große Laden bietet lokalen und überregionalen Start-ups die Möglichkeit, sich erstmals im stationären Handel auszuprobieren, in einem Gemeinschafts-Geschäft mit anderen. Die Besetzung wechselt alle paar Wochen – gerade sind wieder neue Firmen mit verblüffenden Erzeugnissen eingezogen. Andere verschwinden, weil sie ausverkauft sind oder von neuen Produkten abgelöst werden.

Fluxbag: Keine dicken Backen und herausquellenden Augen mehr, verspricht diese neuartige Aufpump-Hilfe. Den Stress des Aufblasens oder Aufpumpens kann man sich ersparen, sei es mit der Luftmatratze im Park oder am Strand oder bei Outdoor-Übernachtungen. „Fluxbag“ ist ein Sack aus ultraleichter Fallschirmseide. Mit kleiner Öffnung der Lippen wird hineingeblasen – was anfangs etwas Übung erfordert – , dann reichen vier Liter Atemluft, um den Sack mit bis zu 140 Litern Luft zu füllen. Diese wird per Ventil ohne große Anstrengung in die Luftmatratze „umgefüllt“. Ein physikalischer Prozess, der den Bernoulli-Effekt ausnutzt. Den Fluxbag, erfunden im Sommer 2016 von einer Leipziger Firma, gibt es im Starter Space zum Anschauen. Bestellt werden kann er online, solange der Vorrat reicht – bis die Produktion in China Nachschub bringt. Kosten: 20 bis 27 Euro. Kann auch als Luftkissen oder Transportbeutel genutzt werden.

„Halt“ – der Name ist Programm beim Tisch der Leipziger Designerfirma Mormor. Ein rundherum führender Handlauf erleichtert das Aufstehen und Hinsetzen für Menschen mit Verletzungen, Behinderungen oder im Alter. Auf der Leitmesse „Altenpflege“ in Nürnberg hat das Leipziger Team dafür gerade den Universal Design Consumer Award 2017 gewonnen. Den Tisch gibt es in mehreren Versionen, der größte kostet 1200 Euro (brutto), der Stuhl dazu 250 Euro. Im Starter Space kann man das weitestgehend in Mitteldeutschland produzierte „Möbel mit Mehrwert“ anschauen, ausprobieren oder bestellen.

Rezept-Gewürze: Ein Start-up aus Halle bietet für künftige Sterneköche Boxen an, die jeweils ein Gourmet-Rezept sowie die zugehörige Einkaufsliste und die Gewürze enthält. Der Hobbykoch muss nur noch die frischen Zutaten einkaufen, dann kann das „Kochen nach Zahlen“ losgehen. Die Boxen kosten 9,50 bis 12,50 Euro, Gewürze und Gewürzmischungen sind auch separat erhältlich.

Neuronade-Geschenkbox: Nachdem das Geschäft mit ihrem „Denk-Getränk“ läuft, haben die Leipziger Jungunternehmer etwas Neues draufgesetzt – Geschenkboxen für Schüler, Studenten und Büroarbeiter. Außer dem „Gehirndoping aus der Brausetüte“ enthalten die Boxen Snacks, ätherische Öle, Audiokurse, Ohrstöpsel oder Prüfungstipps. Im Starter Space gibt es sie für 20 Euro. Auch das Neuronade-Getränk wird vor Ort gemischt und ausgeschenkt.

Zu den Bestsellern des Starter Space, die weiter im Sortiment bleiben, gehören Uhren aus Sandelholz, Sonnenbrillen aus recycelten Skateboards, Brillenhüllen aus Kork, das wiederverwertbare Notizbuch „Rocketbook“ – dessen Inhalt in der Mikrowelle gelöscht werden kann – oder der Hyperdrive Hub, ein Adapter mit mehreren Schnittstellen für das neue MacBook. Betreiber des Ladens ist der Basislager Coworking Space, ein Unternehmen der Madsack-Mediengruppe. „Wir präsentieren lokale Start-ups, aber auch Unternehmen aus Berlin, Stuttgart oder aus dem Silicon Valley“, so Basislager-Chef André Nikolski (31). Vor allem Start-ups mit technischen Produkten gebe es in Leipzig nicht so viele. Für die beiden Storemananger Elisabeth Müller (30) und Oliver Seiler (33) ist die Arbeit an diesem befristeten Projekt mit viel Freude verbunden: „Wir bekommen viel positives Feedback. Die Leute kommen rein wie in eine Galerie, lassen sich von den Mitarbeitern in die Welt der Start-ups entführen und die Produkte erklären. Vor allem Touristen lassen viel Geld im Laden.“

Von Kerstin Decker

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