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Lokales Statistik: Leipzigs Stadtrand wächst langsamer und wird immer älter
Leipzig Lokales Statistik: Leipzigs Stadtrand wächst langsamer und wird immer älter
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21:24 08.09.2014
Stadtmuseum in Taucha - Etwa jeder siebente Leipziger wohnt am Stadtrand. Doch während immer mehr junge Menschen in die Kernstadt ziehen, wird die Bevölkerung in den Ortschaften zunehmend älter. Quelle: Julia Tonne
Leipzig

Etwa jeder siebente Leipziger wohnt damit am Stadtrand. Doch während immer mehr junge Menschen in die Kernstadt ziehen, wird die Bevölkerung in den Ortschaften zunehmend älter. Das Amt für Statistik und Wahlen hat jetzt die Entwicklung in den einst selbstständigen Gemeinden untersucht.

„Die Ortschaften haben vor allem vom Suburbanisierungsprozess in den 1990er-Jahren profitiert", sagt Amtsleiterin Ruth Schmidt. Besonders aus Leipzig waren damals Familien in die ruhigeren dörflichen Randgebiete gezogen, haben gebaut und von den geringeren Grundstückspreisen profitiert. Inzwischen sind viele Kinder der Zugezogenen aus dem Haus. Zurück blieben die Eltern. Die Folge: „Die Ortschaften altern", sagt Schmidt.

Das Durchschnittsalter in den Ex-Gemeinden liegt bei 46,9 Jahren (im Jahr 2000 waren es noch 42,8 Jahre) und damit 3,5 Jahre über dem der Gesamtstadt. Der Abstand vergrößert sich stetig. Für eine Umkehr gibt es keine Anzeichen. Zum einen, weil längst nicht mehr so viel gebaut wird wie in den 1990er-Jahren. Zum anderen, so Statistikerin Andrea Schultz, weil immer weniger Frauen in einem Alter sind, das Nachwuchs erwarten lässt. Und das haben sie und ihre Kollegen außerdem herausgefunden:

Bevölkerung: Die Bevölkerung wächst in den Ortschaften nur halb so schnell wie in der Gesamtstadt. Während Leipzig zwischen 2000 und 2013 insgesamt 59.352 Einwohner dazugewann (ein Plus von 12,4 Prozent), waren es in den Randlagen nur 6,6 Prozent. Bis auf Plaußig, Mölkau und Miltitz nahm die Bevölkerungszahl in allen Ortschaften seit dem Jahr 2000 zu. Absoluter Spitzenreiter ist mit 19,3 Prozent Wiederitzsch, gefolgt von Engelsdorf (13 Prozent) und Rückmarsdorf (12,2 Prozent).

Zuzüge und Wegzüge: Der Wanderungsüberschuss hat in den Ortschaften deutlich abgenommen. Zogen im Jahr 2000 noch 2519 Menschen mehr in die Randlagen als von dort weg, waren es im vorigen Jahr nur noch 803 Personen.

Beschäftigung: Die Beschäftigungsquote (Anteil sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter auf 100 Erwerbsfähige) hat sich in allen Ortschaften deutlich verbessert. Sie liegt bei 61 Prozent (Gesamtstadt: 55). Spitzenreiter ist mit 70 Prozent Seehausen – BMW lässt grüßen.

Einkommen: Wer in den Ortschaften lebt, verdient in der Regel mehr als im Rest der Stadt. Das monatliche Nettoeinkommen liegt an der Peripherie bei 1250 Euro und damit 115 Euro über dem Leipziger Durchschnitt. Der Anteil einkommensschwacher Personen (unter 800 Euro pro Haushalt) ist in den ehemaligen Gemeinden nur halb so hoch wie in der Stadt. Er liegt bei gerade mal zehn Prozent.

Wohnen: Die Mieten sind in den Ortschaften mit 5,43 Euro pro Quadratmeter etwas teurer als im Stadtgebiet (5,04 Euro). Grund ist der hohe Anteil an Wohnungen, die nach 1991 gebaut wurden. Das betrifft fast jede zweite Wohnung. Außerdem fehlen in den Ortschaften die niedrigpreisigeren Plattenbauten. 41 Prozent der Haushalte besitzen Wohneigentum. Zum Vergleich: In der Gesamtstadt sind es nur neun Prozent.

Klaus Staeubert

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