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Lokales Stau im Gondwanaland - geladene Gäste wollen Heidi bei Eröffnung sehen
Leipzig Lokales Stau im Gondwanaland - geladene Gäste wollen Heidi bei Eröffnung sehen
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20:56 30.06.2011
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Egal, die geladenen Gäste zur Eröffnung der Tropenhalle wollte den Nager mit dem Silberblick trotzdem sehen und bildeten schnell eine Menschentraube im Vulkanstollen. Dort, gleich am Eingang der neuen Zooattraktion, sind die lebenden Fossilien und nachtaktiven Tiere eingezogen. Besucher erleben die Bewohner nur im Dämmerlicht und müssen dabei genau hinsehen. Außer bei Heidi. Fernsehkameras leuchteten ihr Gehege aus, dazu klickten immer wieder die privaten Fotoapparate.

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_10304]Helmut Schache freut die Popularität des Opossums. Er ist der Sprecher der Kösener Spielwarenmanufaktur und war mit seiner Tochter und Firmenchefin Constanze angereist. Das Familienunternehmen produziert Heidi als hochwertige Plüschvariante. „Wir kommen mit der Produktion gar nicht hinterher“, berichtet Schache. 3000 Plüschtiere seien schon über den Ladentisch gegangen - für einen Preis zwischen 25 und 85 Euro, je nach Größe. Schache weiß aber auch, dass sich das nicht jeder leisten kann. „Deshalb lassen wir jetzt noch günstigere Produkte in Indonesien herstellen“, sagt er. Schon in der nächsten Woche gibt es dann Heidi auch als Handpuppe.

Eröffnung des Gondwanalandes im Leipziger Zoo: Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (l.) und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung Quelle: Regina Katzer

Michael Ernst glaubt, dass auch andere Tiere im Gondwanaland das Zeug zum Star haben. „Die kleinen Ameisenbären und das Zwergflußpferd kommen bei den Besuchern bestimmt gut an“, glaubt der Zoo-Bereichsleiter. Und noch einen Tipp hat er: Die Baumbrücke hoch über den tropischen Pflanzen hält Ernst für einen der spektakulärsten Plätze in der Halle, allein schon wegen des Blicks auf die im Wasser herumtollenden Riesenotter.

Die geschickten Schwimmer hatten es auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung angetan. Das Stadtoberhaupt schaute ganz genau hin und beeindruckte mit zoologischen Grundkenntnissen. „Das dort ist der Junge“, sagte er und erhielt von Zoodirektor Jörg Junhold sofort die Bestätigung. „Wir haben hier im Gondwanaland ein Pärchen und hoffen irgendwann auch auf Otternachwuchs“, so der Gastgeber.

Tillich zeigte sich nach dem Rundgang beeindruckt. „Das ist hier überwältigend, etwas ganz Einmaliges“, schwärmte der Ministerpräsident. In einigen Wochen, wenn der erste Ansturm vorüber ist, will er mit seiner Familie noch einmal nach Leipzig fahren und sich alles ganz in Ruhe ansehen. 

Junhold rechnet derweil in den nächsten Tagen mit langen Schlangen an den Kassen. „Nach unseren Berechnungen könnten rund 15.000 Besucher pro Tag das Gondwanaland sehen wollen“, sagte er. So viele Gäste hat der Zoo sonst an Tagen wie Ostersonntag und zu Pfingsten. Die Wartezeiten kann er noch nicht einschätzen, über ein elektronisches Laufband am Eingang würden die Gäste aber informiert.

Die Reaktionen nach dem ersten Rundgang waren am Donnerstag immer wieder gleich: beeindruckend und einzigartig. 

Leipzig Universitäts-Rektorin Beate Schücking war vor allem von der Präsentation der Erdentstehung während der Bootsfahrt auf dem künstlichen Fluß Gamanil begeistert. „as ist pädagogisch hervorragend gemacht, nicht mit dem erhobenen Zeigefinger“ meinte sie und sieht gute Kooperationsmöglichkeiten zwischen Zoo und Studenten der Erziehungswissenschaften.

Sebastian Krumbiegel, Sänger bei den Prinzen, ist froh über Visionäre wie Zoo-Chef Junhold Quelle: Regina Katzer

Prinzensänger Sebastian Krumbiegel war einfach nur froh, dass Leipzig Visionäre wie Junhold habe. Brandschutzdirektor Karl-Heinz Schneider lobte nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern auch die hervorragenden Fluchtwege. Bei einem Unglücksfall käme die Feuerwehr problemlos an jeden Punkt des Gondwanalandes.

Bei all der Begeisterung hofft Siegfried Stauche auf neue Tierpaten. Er ist der Vorsitzende des Freundes- und Förderkreises Zoo in Leipzig. 35 Paten haben sich schon für das Gondwanaland gemeldet und zahlen dabei zusammen 120.000 Euro. Der Verein hat für die Tropenhalle insgesamt schon mehr als 1,5 Millionen Euro gesammelt.

Matthias Roth

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