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Lokales Staus auf der Bundesstraße 181 - und kein Ende in Sicht
Leipzig Lokales Staus auf der Bundesstraße 181 - und kein Ende in Sicht
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23:59 20.11.2014
Die Bundesstraße 181 zwischen Holländischer Mühle und Autobahn 9 - es gibt wahrlich schönere Strecken für Kraftfahrer. Quelle: André Kempner

Besonders dramatisch: die Lage an der Holländischen Mühle, wo sich B 181 und B 186 kreuzen.

"Die Staus dort nerven nicht nur die Autofahrer, sie beeinträchtigen auch in erheblichem Maße die Verkehrssicherheit", beklagt denn auch Peter Gebauer, der Vorsitzende des Verkehrs- und Logistikausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK). Vor allem dann, wenn sich die Staus bis auf die A 9 ausdehnen und sich Dutzende Fahrzeuge noch auf der Autobahn in die Warteschlange einreihen müssten. Den Behörden sei die prekäre Situation seit Langem bekannt. "Doch immer wieder verstecken sich die zuständigen Ämter hinter dem laufenden Verfahren des geplanten vierstreifigen Ausbaus der B 181 von der Autobahn bis zur Leipziger Stadtgrenze am westlichen Fuß des Rückmarsdorfer Sandberges", sagt der Verkehrsexperte und Chef eines renommierten Speditionsunternehmen.

Tatsächlich war der Beginn des Ausbaus bereits für 2010 avisiert, wie Isabel Siebert, die Pressesprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, auf Anfrage bestätigt. Diese Aussage sei im Februar 2008 getroffen worden, als der Antrag auf Planfeststellung beim damaligen Regierungspräsidium Leipzig einging. Im Bundesverkehrswegeplan war dieser 4,3 Kilometer lange Abschnitt unter "vordringlichem Bedarf" ausgewiesen. Der Bund plante mit 13 Millionen Euro. Im Neuen Rathaus von Leipzig, in Schkeuditz und Dölzig lagen seinerzeit die Unterlagen aus. Die Träger öffentlicher Belange waren zur Stellungnahme aufgefordert. "Und es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Stadt Leipzig gegen den Ausbau ausgesprochen hat", räumt Hans Anders, der ehemalige Leiter der kommunalen Straßenverkehrsbehörde, ein. Offenbar habe sie einen Abzug von Kaufkraft aus der City ins Einkaufszentrum Nova Eventis befürchtet.

Wie dem auch sei, das Verfahren schleppt sich hin. Und der Baubeginn steht noch immer in den Sternen. "Nach der ersten Auslegung der Planunterlagen wurde eine umfangreiche Tekturplanung erforderlich", sagt Isabel Siebert. Die Prüfung der überarbeiteten Unterlagen durch die Landesdirektion Sachsen soll noch in diesem Jahr in eine Endfassung münden. Die muss dann erneut öffentlich ausgelegt werden.

"Die Tippeltappeltour beginnt also wieder von vorn, das Nadelöhr vor der Kreuzung von B 181 und B 186 bleibt bestehen", moniert Gebauer. Landesverkehrswacht und auch der ADAC weisen darauf hin, dass die Staus und damit die Gefährdung der Verkehrssicherheit schon beseitigt wären, wenn der knapp 500 Meter lange einstreifige Abschnitt von der A 9 bis zur Kreuzung an der Mühle ausgebaut würde. "Unser Amt hat geprüft, ob die Baumaßnahme des Gesamtvorhabens von der A 9 bis zur Leipziger Stadtgrenze geteilt werden kann", versichert Isabel Siebert. Leider sei dies aus Kosten- und Zeitgründen nicht machbar. "Bei einer Teilung des Ausbaues in zwei Abschnitte wären auch zwei Planfeststellungsverfahren notwendig, die erneut eine Umplanung erforderten und das Vorhaben weiter in die Länge zögen", sagt die Sprecherin des Landesamtes. Allein der dann zweimalige Umbau der Kreuzung B 181/B 186 würde die Gesamtkosten enorm in die Höhe schnellen lassen.

"Für uns ist diese Begründung nicht akzeptabel", erwidert IHK-Mann Gebauer. "Hier geht es um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, da darf ein vergleichsweise simpler Ausbau, der nur ein Zehntel der Gesamtkosten in Anspruch nimmt, nicht auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben werden." Im Grunde genommen genüge der Ausbau von der A 9 bis zur B 186, da die Merseburger Landstraße ab Rückmarsdorfer Sandberg stadteinwärts ohnehin nicht mit jeweils zwei Richtungsfahrbahnen ausgestattet werden könne. Die Stadtverwaltung habe signalisiert, dass sie den Ausbau der B 181 von der A 9 bis zur B 186 unterstütze.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.11.2014

Günther Gießler

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