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Lokales Steigende Mieten, sinkender Leerstand: Es wird enger auf dem Leipziger Wohnungsmarkt
Leipzig Lokales Steigende Mieten, sinkender Leerstand: Es wird enger auf dem Leipziger Wohnungsmarkt
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14:55 05.03.2019
Um dem Bevölkerungswachstum zu begegnen, wird überall in der Stadt gebaut. Hier entsteht ein Seniorenzentrum in der Görlitzer Straße. Quelle: André Kempner
Leipzig

Das Leipziger Rathaus hat am Dienstag erste Daten aus dem Monitoringbericht Wohnen 2018 bekannt gegeben, der ab dem 1. März auf der städtische Webseite zu finden sein wird. Die wichtigsten Trends: zunehmende Einwohnerzahlen und damit eine wachsende Wohnungsnachfrage sowie mehr Baugenehmigungen, abnehmender Leerstand und steigende Mieten.

Das ist keine Überraschung, gilt Leipzig doch seit Jahren als Boom-Stadt. Erst kürzlich belegten Daten des Bundesamts für Bauwesen, dass die Messestadt mit einem Bevölkerungszuwachs von 11,7 Prozent zwischen 2012 und 2017 die am stärksten wachsende Stadt Deutschlands ist. Der neue Monitoringbericht liefert nun konkrete Zahlen zum städtischen Wohnungsmarkt.

Neue Mehrfamilienhäuser: „Höchster Wert seit 17 Jahren“

Demnach entstanden 2017 durch Neubau und Sanierung 1654 neue Wohnungen, womit nun im ganzen Stadtgebiet 336.885 Unterkünfte zur Verfügung stehen. „Allein neu gebaute Mehrfamilienhäuser, vorzugsweise in den innerstädtischen Ortsteilen, erbrachten 807 neue Wohnungen – der höchste Wert seit 17 Jahren“, heißt es in der Mitteilung aus dem Rathaus. Und weiter: „Alles in allem wurden Baugenehmigungen für 3679 Wohnungen erteilt, eine Steigerung auf mehr als das Vierfache seit 2012.“ Einen Rückgang gab es hingegen bei der Anzahl der Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser: Mit 323 sank der Wert unter das Niveau der Vorjahre.

Die laufenden und geplanten Bauvorhaben sollen den Bestand nochmals um mindestens 12.000 Wohnungen erhöhen, so die Stadt. „Der geschätzte Leerstand ging bis Ende 2017 auf etwa vier Prozent zurück. Das sind 14.000 Wohnungen, von denen knapp die Hälfte als marktaktiv einzuschätzen ist.“

Mietanstieg um zehn Prozent in vier Jahren

Bei den durchschnittlichen Nettokaltmieten wurde von 2013 bis 2017 ein Anstieg von mehr als zehn Prozent auf 5,62 Euro pro Quadratmeter registriert. Am niedrigsten sind die Mieten nach wie vor im Plattenbau. „Erstmalig gab es 2017 keine Steigerungen im Segment der nach 2005 neu gebauten Wohnungen. Mit 10,00 Euro pro Quadratmeter bewegen sie sich jedoch auf weiterhin sehr hohem Niveau“, heißt es.

Die erfassten Daten sollen im Wohnungspolitischen Konzept der Stadt aufgegriffen werden. „So ist die Kappungsgrenze auf 15 Prozent abgesenkt worden, was die Möglichkeiten für Mieterhöhungen begrenzt.“ Es werde außerdem geprüft, in ausgewählten Stadtgebieten soziale Erhaltungssatzungen einzuführen. „Die Stadt unterstützt weiterhin das Netzwerk Leipziger Freiheit für kooperatives und bezahlbares Wohnen. Bei der Aufstellung von Bebauungsplänen mit einer Geschosswohnungsbaufläche von mindestens 5000 Quadratmetern werden die Investoren verpflichtet, mindestens 30 Prozent mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnraum zu errichten.“

Von Christian Neffe

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