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Steinwürfe auf S-Bahnen in Leipzig: Polizei fahndet nach zwei vermummten Personen

Steinwürfe auf S-Bahnen in Leipzig: Polizei fahndet nach zwei vermummten Personen

Nach den Steinwürfen auf S-Bahnen am Wochenende in Leipzig verfolgt die Bundespolizei eine erste Spur. Die Beamten fahnden nach zwei vermummten, schwarz gekleideten Personen, die am Samstagmorgen von Zeugen in der Nähe der Tatorte gesehen wurden.

Leipzig. Sie werden verdächtigt, zwischen 4.30 Uhr und 7 Uhr in Grünau, Leutzsch und Lindenau vier S-Bahnen der Linie 1 mit Schottersteinen beworfen zu haben. „Nur durch Glück wurde dabei niemand verletzt“, sagte Jens Damrau von der Bundespolizei in Leipzig am Montag gegenüber LVZ-Online.

Insgesamt 21 Scheiben gingen bei den Angriffen zu Bruch, teilweise auch an den Führerhäusern der Züge. Aufgrund der Beschädigungen mussten alle vier Züge, die auf dieser Strecke verkehren, in die Werkstatt. Bis 14.30 Uhr fielen insgesamt 23 S-Bahnen zwischen dem Leipziger Hauptbahnhof und Grünau aus. Der Bahn entstanden nach Angabe von Sprecher Jörg Bönisch rund 70.000 Euro Schaden.

Das Motiv für die Steinwürfe ist bislang unklar. Einen Anschlagsversuch, möglicherweise mit politischem Hintergrund, schließt die Polizei aber aus. „Wir gehen davon aus, dass es reine Zerstörungswut war“, so Damrau. Die Täter bewarfen die fahrenden Bahnen nach ersten Erkenntnissen mit Schottersteinen aus dem Gleisbett. Zwischen 4 und 5 Uhr griffen sie Züge an den Haltestellen Miltitzer Alle und Grünauer Allee an, gegen 6.30 Uhr am Industriegelände West in Leutzsch, eine halbe Stünde später am Stopp Lindenau. Auch Graffiti-Schmiererein wurden am Samstag an den Bahnen entdeckt. Ob diese mit den Steinwürfen in Zusammenhang stehen, ist bislang aber noch offen.

Trotz Polizeihubschrauber-Einsatz

erfolglose Suche nach den Tätern

Nach ersten Hinweisen am Samstagmorgen hatten Beamten der Bundespolizei sowie des Polizeireviers Leipzig-West umgehend die Suche nach den Tätern aufgenommen. Auch ein Hubschrauber kam dabei zum Einsatz – ohne Erfolg. Nach den Wurfattacken flüchteten die Täter im Schutz der Morgendämmerung, möglicherweise fanden sie auch in angrenzenden Industriebrachen oder Kleingartenanlagen Unterschlupf, vermutet die Polizei. „Wir konnten vor Ort keine Personen mehr feststellen“, erklärt Polizeisprecher Damrau.

Die Bundespolizei in Leipzig hofft nun auf weitere Hinweise von Anwohnern oder Spaziergängern, welche die Steinewerfer in den Morgenstunden gesehen haben. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer (0341) 99 79 90 zu melden. Da der Bahnbetrieb durch die Angriffe massiv behindert wurde, ermitteln die Beamten wegen Störung öffentlicher Betriebe. Bei einer Verurteilung erwartet die Täter dabei eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr. Im Fall der S-Bahn-Angriffe könnten auch Schadensersatzforderungen der Bahn auf die Steinewerfer zukommen.

Robert Nößler

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