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Steinzeitgrube in der City entdeckt: Archäologen freuen sich über bis zu 5000 Jahre alte Funde

Steinzeitgrube in der City entdeckt: Archäologen freuen sich über bis zu 5000 Jahre alte Funde

Bei archäologischen Grabungen neben dem Wintergartenhochhaus ist eine große Grube aus der Jungsteinzeit zum Vorschein gekommen. Fachleute versprechen sich von dem wichtigen Fund Rückschlüsse auf die allerersten Siedler, die sich vor tausenden Jahren im Raum Leipzig niederließen.

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Archäologische Ausgrabungen am Wintergartenhochhaus in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Erst in dieser Woche begann das Team um Grabungsleiterin Petra Schug, die ungewöhnlich große und fast kreisrunde Grube zu öffnen. Sie hat einen Durchmesser von 3,60 Metern. "Wir sind jetzt 40 Zentimeter tief", erklärte sie gestern. Schon an der Oberfläche konnten eine (abgebrochene) Pfeilspitze aus Feuerstein sowie zehn Wandscherben von groben Keramikgefäßen geborgen werden. "Es ist ein wirklich großer und eindeutiger Befund als Siedlungsnachweis für die Zeit von 5500 bis 2300 vor Christus. Genauer können wir das im Moment noch nicht sagen", so Schug.

Christoph Heiermann, Sprecher im Sächsischen Landesamt für Archäologie, verweist darauf, dass sich in der Region schon öfter bedeutende Zeugnisse aus jener Zeit fanden, da aus Jägern und Sammlern allmählich sesshafte Bauern wurden. Zum Beispiel stießen Mitarbeiter seines Hauses einst auf der Baustelle für das BMW-Werk auf die 3000 Jahre alte Urne und Knochenreste eines Menschen, den sie nach dem nahe gelegenen Plaußig "Plaußi" nannten.

Auch im Stadtzentrum hatten die Archäologen schon mehrfach Glück. Am Spektakulärsten war das Freilegen einer Grube vor fünf Jahren am Bosehaus (Thomaskirchhof), in der 7300 Jahre alte Scherben der Linienband-Kultur lagen. Über diese menschlichen Ahnen ist sonst aber nicht viel bekannt - und die Grube war nur einen Meter breit.

Auf dem Wintergartenareal, wo seit Januar Baufreiheit für einen neuen Firmensitz der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) geschaffen wird, erhoffen sich die Fachleute nun Rückschlüsse zum Leben der allerersten Siedler auf Leipziger Fluren. "Eventuell war die Grube eine Wasserholstelle in einem sauberen Kiesbett", erläutert Schug. "Denn schon 50 Zentimeter unter dem jetzigen Niveau steht das Grundwasser." Die Grube selbst sei vermutlich etwa zwei Meter tief, habe sich nur erhalten, weil der Ort in der Neuzeit ein Garten war, kaum überbaut wurde.

Tatsächlich stießen die Mitarbeiter auf dem 4000 Quadratmeter großen Grabungsfeld zunächst auf Dutzende rechteckige Beete, die vom berühmten Wintergarten des Christian August Breiter stammten. Der Hofgärtner hatte das sumpfige Gelände ab 1809 in ein (damals) exotisches Pflanzenparadies samt Ausflugslokal verwandelt (siehe Text unten). 1855 wurde die Wintergartenstraße durch das Gelände angelegt. In den Sandwegen, die auch zur Entwässerung zwischen den gläsernen Pflanzkästen dienten, bargen die Archäologen nun etliche Tabak-Tonpfeifen, Austernschalen, Meissner Porzellan und Zaunverzierungen wie eine Drachenkopfplastik.

Unter dieser Erdschicht kamen die Steinzeitgrube und ein alter Keller zum Vorschein, in dem sämtliche Kacheln eines Kamins von 1649 lagen. Die Kacheln zeigen Gelehrte mit Büchern und Ritter.

Bis Ende März dauern die Grabungen noch. Als nächstes kommt jener Teil an die Reihe, wo bis etwa 1965 das Hotel "Stadt Rom" stand.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Jens Rometsch

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