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Stelenprojekt: Stadträte fordern Erklärung von Kulturbürgermeister Michael Faber

Stelenprojekt: Stadträte fordern Erklärung von Kulturbürgermeister Michael Faber

Die Stadträte Konrad Riedel (CDU), Claus Müller (SPD), Ingo Sasama (Bündnis 90/Die Grünen), Knut Keding (Bürgerfraktion) und René Hobusch (FDP) haben Kulturbürgermeister Michael Faber am Donnerstag in einer Mitteilung aufgefordert, sich zum Stelenprojekt "Orte der Friedlichen Revolution" zu erklären und das Vorhaben nicht weiter zu behindern.

Leipzig. In der Mitteilung kritisieren die fünf Politiker die Worte Fabers gegenüber dem Leiter der Gedenkstätte an der "Runden Ecke" am vergangenen Freitag. Faber habe geäußert, dass 1989 nur ein Jahr in der 1000-jährigen Geschichte Leipzigs sei. Der Vorwurf der Stadträte: Faber will das Stelen-Projekt eindampfen und lediglich zwei temporäre Stelen bis zum 9. Oktober zulassen.

Der parteilose Kulturbürgermeister solle sich nun zu seinen Äußerungen erklären. Die Stadträte wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass jüngst die Opernsprecherin wegen geringerer sprachlicher "Ausrutscher" im Hinblick auf den 9. Oktober 1989 ihren Hut nehmen musste. Faber solle sich zu dem Projekt bekennen, das von Stadtrat und Oberbürgermeister gewollt ist und nicht auf die Bremse treten. Vor allem müsse er sich von seiner Äußerung zur Bedeutung Leipzigs im Revolutionsjahr distanzieren.

"Das Jahr 1989 und der 9. Oktober 1989 in Leipzig stellen den friedlichen Höhepunkt eines nahezu 200-jährigen Ringens um die Freiheit und Einheit der Nation dar. Nach zwei furchtbaren deutschen Diktaturen im 20. Jahrhundert markiert der 9. Oktober 1989 in Leipzig den Eintritt eines geeinten Deutschlands in ein friedliches Europa", so die fünf Stadträte in der gemeinsamen Erklärung. "Mit dem 9. Oktober 1989 sind die 1848 gescheiterten Ideen der Paulskirche friedlich zu Ende gebracht worden."

Auf Initiative des Vereins Bürgerkomitee Leipzig soll mit bis zu 25 Stelen um den Innenstadtring an die Ereignisse in Leipzig im Jahr 1989 bis zu den ersten freien Volkskammerwahlen 1990 erinnert werden. Das Vorhaben wird vollständig durch das Bürgerkomitee finanziert. Der Stadtrat hatte dazu bereits grünes Licht gegeben.

Die Mittel für das Projekt "Orte der Friedlichen Revolution" sind zeitlich gebunden. Sie müssen noch in diesem Jahr weitestgehend in Anspruch genommen werden. Am 9. Oktober dieses Jahres sollen in der Stadt die ersten Stelen gemeinsam mit dem Chef der Sächsischen Staatskanzlei, dem Vorsitzenden des Stiftungsrates der Bundesstiftung Aufarbeitung und Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) an die Öffentlichkeit übergeben werden.

Reik Anton

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