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Stichprobe: City-Tunnel Leipzig ist filmreif – Fahrgäste nehmen Verspätungen hin

Stichprobe: City-Tunnel Leipzig ist filmreif – Fahrgäste nehmen Verspätungen hin

Einen Monat nach der Eröffnung des City-Tunnels hat LVZ-Online eine Stichprobe gemacht und mit Fahrgästen gesprochen. Trotz Verspätungen, überfüllter Zügen und klemmender Türen überwiegen für die meisten Leipziger die Vorteile: Das sind vor allem die schnelleren und direkten Verbindungen in die Innenstadt.

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Jörg Köhler (46) aus Borsdorf kommt jetzt schneller zu seinem Arbeitsplatz in Leipzig.

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Und auch die Atmosphäre im Untergrund lockt die Leipziger an: Ein Filmteam nutzt die unterirdische Halle für den Dreh eines Agentenfilms.

Viel ist nicht los zur Mittagszeit. Der Wachdienst gönnt sich eine Zigarette am Eingang des City-Tunnels am Wilhelm-Leuschner Platz. Vorbei ist der vorweihnachtliche Ansturm auf die Innenstadt und das Gedränge an den Haltestellen. Mit leisem Surren befördern die Rolltreppen die wenigen Fahrgäste in den Untergrund. Am Gleis wartet ein Kamerateam einer Leipziger Filmhochschule auf einen einfahrenden Zug. Eine Schauspielerin in hellem Mantel und mit Sonnenbrille geht auf die Kamera zu. „Wir drehen eine Art Agentenfilm“, sagt der Student mit der Filmklappe in der Hand. „Das Licht und die Atmosphäre im City-Tunnel eignen sich hervorragend dafür.“ Hinter ihm braust ein neuer Zug herein, eine klare, freundliche Frauenstimme kündigt die nächsten Fahrten an. „Und Cut.“

 

Touristen legen die Köpfe in den Nacken, um den Tunnel zu bestaunen und fahren gleich wieder mit der Rolltreppe nach oben. „Der City-Tunnel ist gewaltig“, sagt Klaus Henschel. Der 76-Jährige hat Informationsmaterial des ADAC auf einer Bank ausgebreitet und wartet auf den Zug nach Eilenburg. Er ist nicht gekommen, um die lichte Halle aus Glasbausteinen zu bewundern, sondern um Erledingungen in der Stadt zu machen. „Die Fahrt ist jetzt viel bequemer“, findet der Rentner. „Ich kann direkt von zu Hause bis mitten in die Leipziger Innenstadt fahren – und das ohne ein neues Ticket für die Leipziger Straßenbahn lösen zu müssen!“

Zeitvorteil für Berufstätige

 

Für viele Berufstätige bedeuten die S-Bahnen, die durch den Leipziger Untergrund fahren, einen klaren Zeitvorteil. „Ich spare jetzt jeden Morgen mindestens zehn Minuten“, sagt Jörg Köhler. Der 46-jährige Altenpfleger hat gerade Feierabend und möchte nun schnellstmöglich nach Borsdorf. „Und was mich auch ein wenig überrascht: Es gab noch keine einzige Verspätung.“ Überfüllte Züge oder klemmende Türen? „Nö,“ meint er. „Überfüllt war mein Zug noch nie.“

 

Da wissen andere Fahrgäste Gegenteiliges zu berichten. An der Haltestelle am Marktplatz herrscht etwas mehr Betrieb. Für die Rushhour ist es aber noch ein paar Stunden zu früh. Pendlerin Anja Dürlich steht auf dem sauber geputzten Gleis und schaut auf die Uhr. In zwei Minuten soll ihr Zug nach Machern kommen. „Früh morgens hat man leider keinen Erfolg, einen Sitzplatz zu ergattern“, weiß sie zu berichten. „Der Zug ist überfüllt, sehr viele Schüler fahren mit der Bahn.“ Zu ihrem Glück ist ihre Verbindung um diese Tageszeit eher wenig gefragt: Die S1– die im Übrigen pünktlich eintrifft – ist fast komplett leer.

 

Mürrische Stimmen im Leipziger Untergrund? An diesem Mittag Fehlanzeige. Selbst Verspätungen der Deutsche Bahn-Züge nimmt Ines Kobalz auf die leichte Schulter. „Die kommen immer wieder mal vor, aber wenn man wie ich ein bis zwei Mal in der Woche zum Einkaufen in die Innenstadt fährt, steht man ja nicht unter Zeitdruck“, sagt die 59-jährige Markkleebergerin, die ihren kleinen Hund auf den Arm nimmt. Für sie überwiegen die praktischen Seiten: nämlich, keinen Parkplatz mehr in der Innenstadt suchen zu müssen und zehn bis 15 Minuten schneller am Ziel zu sein als mit der Straßenbahn.

Lisa Berins

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