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Stolpersteine für zwei behinderte Kinder

Stolpersteine für zwei behinderte Kinder

Der Erich-Zeigner-Haus-Verein (EZH) bekam jetzt Besuch von den Rollstuhlfahrern Maik Tiedtke, Alexander Börner und Robert Fehrmann samt ihrem Betreuer Marcel Riech aus der Behindertenwerkstatt Diakonie am Thonberg.

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Frank Kimmerle vom Erich-Zeigner-Haus-Verein (rechts) erklärt den Gästen von der Diakonie am Thonberg das Stolpersteinprojekt "Ruth und Arno".

Quelle: André Kempner

Ihr Interesse galt den Stolpersteinprojekten des EZH. Und einem Vorhaben ganz besonders: Bei diesem geht es um zwei in der Nazi-Diktatur ermordete Kinder, um Ruth und Arno. Sie wurden Opfer der faschistischen Euthanasie. Nun soll Geld (zirka 240 Euro) für zwei Stolpersteine gesammelt werden, die 2014 für die beiden gesetzt werden sollen.

Die kleine Ruth (ein Familienname ist nicht übermittelt) wurde sieben Jahre alt. Geboren am 19. Januar 1934 in Dresden, galt sie - nach den nationalsozialistischen Rassegesetzen - als jüdisches Kind, Mischling 1. Grades. Von Dezember 1939 bis Januar 1940 musste die Kleine in eine Dresdner Nervenklinik, später nochmals im Februar 1941. Ihr Vormund Nathan K. bat dann aber, das Kind in die Landesanstalt Großschweidnitz aufzunehmen, die Mutter sei da auch schon seit Jahren "als Geisteskranke". Nach Rückfrage bei Sachsens Innenministerium wurde das Mädchen tatsächlich im Juni 1941 eingeliefert. Diagnose: "angeborener Schwachsinn". Am 29. August 1941 wurde Ruth mit einem Omnibus jedoch in die Kinderfachabteilung der Heil- und Pflegeanstalt Leipzig-Dösen gebracht. Hier ist für den 21. November plötzlich ihr Tod vermerkt, sie wurde auf dem Leipziger Israelitischen Friedhof beerdigt.

Der kleine Arno Jörg wurde nur vier Jahre alt. Er kam am 12. Mai 1937 in Leipzig-Connewitz zur Welt. Er war geistig zurückgeblieben. Was damals als "Idiotie" in den Akten vermerkt wurde. Am 4. März 1941 brachte man auch ihn nach Dösen. Zehn Tage später erhielten die Eltern einen Anruf, ihr Sohn sei "an Darmkatarrh" gestorben.

Zwei kleine, behinderte Kinder, die Opfer der Nazi-Euthanasie wurden. Menschen wie Tiedtke, Fehrman und Börner, die selbst an einem gesundheitlichen Handycap leiden, gehen solche Schicksale da schon besonders nahe. Die Aktion "Geld für Stolpersteine für Ruth und Arno" machen sie jetzt zur "Chefsache".

@www.erich-zeigner-haus-ev.de.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2013

Angelika Raulien

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