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Straßenbahn-Unfälle mit Verletzten in Leipzig nehmen zu – Statistik: LVB-Fahrer häufig Schuld

Straßenbahn-Unfälle mit Verletzten in Leipzig nehmen zu – Statistik: LVB-Fahrer häufig Schuld

Etwa einmal am Tag kracht es im Durchschnitt mit Beteiligung einer Straßenbahn in Leipzig. Mehr als 350 solcher Unfälle wurden im vergangenen Jahr gezählt, in jedem zehnten Fall gab es dabei verletzte Personen – Tendenz steigend.

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Alltag auf Leipzigs Straßen: Ein Auto kracht mit einer Straßenbahn zusammen. Immer häufiger gab es dabei in den vergangenen Jahren Verletzte.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) haben jetzt erstmals ihre geheime Unfallstatistik öffentlich gemacht. Daraus geht auch hervor, dass regelmäßig die Straßenbahnfahrer selbst die Schuld an den Kollisionen tragen.

FDP-Stadtrat René Hobusch spricht von „beunruhigenden Zahlen“. Auf Anfrage seiner Fraktion hatte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) jetzt darüber Auskunft geben müssen, wie häufig es in den vergangenen drei Jahren zu Straßenbahn-Unfällen in Leipzig gekommen ist. Ergebnis: Zwar sank die Anzahl der Fälle insgesamt von jährlich 427 (2010) auf 366 (2013), die Unglücke mit verletzten Personen nahmen jedoch kontinuierlich zu.

Fast 20 Prozent mehr Unfälle mit Verletzten

Insgesamt 35 Unfälle mit Personenschäden wurden 2013 registriert – dies entspricht einem Anstieg von rund 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr (30). 2011 war es im Stadtgebiet zu 28 Unfällen gekommen, die für mindestens einen der Beteiligten im Krankenhaus endeten. Besonders besorgniserregend: Während die Zahl der Schwerverletzten von 14 (2011) auf 11 (2013) zurückging, endeten laut LVB-Statistik im vergangenen Jahr zwei Unfälle (2011: 0) tödlich.

Bis zum Mai dieses Jahres wurden bislang acht Unfälle registriert, davon zwei mit schwer verletzten Personen. Noch nicht mitgezählt ist hierbei die folgenschwere Kollision vom vergangenen Donnerstag in Connewitz, als eine Radfahrerin in der Wolfgang-Heinze-Straße von einer Straßenbahn der Linie 9 erfasst und 14 Meter weit mitgeschleift wurde. Mit schweren Verletzungen musste die 34-Jährige in eine Klinik eingeliefert werden. Nach Angaben der Polizei soll sie beim Abbiegen kein Handzeichen gegeben und zudem Kopfhörer getragen haben.

44 Mal trugen LVB-Fahrer die Schuld

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Unachtsamkeit oder zu hohes Tempo: Regelmäßig sind die LVB-Fahrer laut der Statistik selbst Schuld an Kollisionen.

Quelle: Andreas Döring

So wie in diesem Fall sehen LVB und Polizei bei einer Mehrzahl der Unglücke keine Schuld bei ihren Fahrern. Die Zahl der fremdverschuldeten Unfälle stagnierte laut Statistik auf einem hohen Niveau von zuletzt 322 Fällen pro Jahr (2010: 357). „Besondere Schwerpunkt bilden die Missachtung der Vorfahrt und das Nichtbeachten der Straßenbahn beim Abbiegen und Wenden“, erklärte Dubrau.

Dennoch gab es 2013 im Schnitt fast jede Woche einen Unfall, der laut LVB durch „eigene Ursache“ verschuldet wurde. Insgesamt 44 solcher Fälle wurden 2013 verzeichnet – drei Jahre zuvor waren es noch 70. Die Baudezernentin sieht hier Nachbesserungsbedarf. „Aus Sicht der LVB und der Verwaltung ist selbstverständlich jeder Unfall ein Unfall zu viel – erst recht, wenn er mit Personenschäden einhergeht“, sagte Dubrau. Besonders der Rückgang bei den selbstverschuldeten Unfällen müsse „trotz gestiegenem Verkehrsaufkommen in einer wachsenden Stadt“ forciert werden, erklärt sie. „Es ist alles Erdenkliche zu unternehmen, um Unfällen vorzubeugen.“

FDP fordert Konsequenzen

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"Der Anstieg der Personenschäden beunruhigt": FDP-Stadtrat René Hobusch.

Quelle: André Kempner

FDP-Vizefraktionschef Hobusch will sich damit nicht zufrieden gaben und macht klar, dass das Thema Sicherheit bei den LVB auf die Tagesordnung des Stadtrats gehört. „Dass die Zahl der Unfälle gesunken ist, ist erfreulich. Der Anstieg der Personenschäden beunruhigt jedoch“, erklärte Hobusch gegenüber LVZ-Online. Seine Fraktion werde die Zahlen nun im Detail analysieren und dann die Ursachen hinterfragen. „Warum steigt die Zahl der Personenschäden? Wer trägt dafür Verantwortung? Wie lässt sich dies zukünftig verhindern?“

Erschrocken zeigte sich die FDP darüber, dass die Auswertung der Zahlen offenbar erst durch die Anfrage erfolgte. „Bis zu unserer Anfrage gab es keine Auswertung der Meldebögen. Das bedeutet, dass bislang niemand den Sachstand kannte“, vermutet Hobusch. Angesichts der Bedeutung des Straßenbahnverkehrs in Leipzig – die Trams legen zusammen täglich eine Strecke von rund 40.000 Kilometern zurück – sei das schwer nachzuvollziehen. „Normalerweise gehören solche Zahlen regelmäßig und unaufgefordert auf den Tisch der Öffentlichkeit“, forderte der Vizefraktionschef.

Robert Nößler

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