Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Straßenbahnen in Leipzig sind oft Krachmacher - Autos verstärken den Lärm
Leipzig Lokales Straßenbahnen in Leipzig sind oft Krachmacher - Autos verstärken den Lärm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 24.04.2014
Schuld am Lärm sind oft defekte Gleisanlagen. Quelle: André Kempner

Autos, die auf den Gleiskörpern fahren müssen, verstärken den Lärm oft noch.

Ursache dafür sind dann meist defekte Gleisanlagen - aber auch Materialien, die in ihnen Verwendung finden. Die Schienen seien zwar an vielen Stellen mit Asphalt eingefasst, was die Rollgeräusche von darüber fahrenden Autos deutlich reduziert, sagt Karsten Albrecht. "Aber es gibt in Leipzig immer noch Stellen", so der CDU-Stadtrat, "wo die Einfassungen mit Schlackesteinen ausgebaut sind." Und wer da mit seinem Reifen drauf kommt, hinterlässt in der Straße ein Dauer-Klackern, das fast noch schlimmer ist als das Beschleunigungs-Rauschen und Quietschen der Bahnen - vor allem dann, wenn die Steine auch noch locker sitzen. So zum Beispiel in der Wolfgang-Heinze-Straße im Süden. Deshalb, fordert Albrecht, sollte Asphalt zum Ausbaustandard bei den LVB werden. "Die Leipziger haben ein Recht auf lärmmindernde Maßnahmen", meint Albrecht. Die Gesundheit der Anwohner sei ein hohes Gut, "welches wir nicht vernachlässigen dürfen". Bekanntlich löse Lärm unter anderem Stress aus.

Zur Galerie
Stadtrat Karsten Albrecht

Dabei hatten die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) die Wolfgang-Heinze-Straße erst 1993 saniert. Damals sei der Einsatz von so genannten Gleisplatten Standard gewesen, erklärte LVB-Sprecher Marc Backhaus auf LVZ-Anfrage. Das änderte sich aber mittlerweile. "Aufgrund der hohen Wirtschaftlichkeit werden heute nur noch Asphalt und Beton eingesetzt." Steinplatten zu reparieren sei eben deutlich aufwändiger und teurer als bröckelnden Asphalt an den Schienenrändern zu ersetzen.

319 Kilometer - so lang ist das Gleisnetz der LVB in Leipzig. Nur neun Kilometer davon seien übrigens mit den umstrittenen Gleisplatten versehen, 87 Kilometer mit geräuscharmem Asphalt oder Beton. Bleibt also noch viel zu tun.

Albrecht: "Die LVB dürfen sich nicht nur um moderne Straßenbahnen und Werkstätten kümmern, der Straßenzustand um die Schiene herum gehört auch zu den Aufgaben, die nicht vernachlässigt werden dürfen." Nur durch kontinuierliche Investitionen lasse sich das Gleisnetz erhalten, erwidert Backhaus. "Dafür", sagt er, "setzen wir in diesem Jahr 24 Millionen Euro ein."

Dabei ist man sich bei den LVB längst bewusst, dass der Straßenbahnverkehr selbst weniger das Lärmproblem darstellt. "Die Schallemission wird vorwiegend durch den motorisierten Individualverkehr erzeugt", erklärt Backhaus. Deshalb setzten die LVB auf separate Gleiskörper - und zwar immer dort, wo diese sich räumlich vom Straßenverkehr trennen ließen.

Nicht nur die Gleis-Anrainer profitierten davon, sondern auch die LVB. "Die Abnutzung unserer Gleisanlagen ist höher, wenn Autos und Lkw darüber brettern", so der Unternehmenssprecher. Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen noch genau 183 Kilometer. Auf dieser Länge müssen sich Bahnen und Autos in Leipzig die Straßen teilen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.04.2014

Klaus Staeubert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eine Handvoll Leipziger Medienschaffende um die Filmemacherin Kristina Lammert will eine Idee unters Volk bringen: "Leipzig 30 Tage vegan". Mit der Non-Profit-Aktion dürfen sich die Stadt und ihre Bewohner vom 1. bis zum 30. Mai eingeladen fühlen, mal auszuprobieren, wie das so ist: als Veganer leben, sich völlig frei von tierischen Lebensmitteln ernähren.

24.04.2014

Vom vielen Kopfschütteln bereite ihm seine Halswirbelsäule schon Probleme, bemerkte Steffen Wehmann etwas flapsig. Auslöser für den Unmut des Finanzsprechers der Linksfraktion im Stadtrat ist Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD).

24.04.2014

Laut einer neuen Studie des Landesamtes für Umwelt erzeugen die Leipziger pro Kopf den meisten Müll im Freistaat. Sie nutzen vergleichsweise selten die Biotonne oder öffentliche Papierkörbe.

24.04.2014
Anzeige