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Straßenbahnverkehr läuft in Leipzig langsam wieder an - Taktzeiten werden nicht eingehalten

Straßenbahnverkehr läuft in Leipzig langsam wieder an - Taktzeiten werden nicht eingehalten

Der Straßenbahnverkehr in Leipzig ist am Donnerstagvormittag langsam wieder in Gang gekommen. Nach Angaben der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) fuhren vereinzelt wieder Bahnen, zunächst auf den Linien 3, 11, 15 und 16. Einen Takt konnten sie allerdings nicht einhalten, wie LVB-Sprecher Reinhard Bohse sagte.

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Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Der Straßenbahnverkehr war am Mittwochnachmittag wegen vereister Oberleitungen und Schienen komplett zusammengebrochen. Die LVB setzten auf den Hauptlinien Not-Busse ein.

Um den Schienenersatzverkehr auf den Hauptstrecken aufrechterhalten zu können, mussten Busse von anderen Strecken abgezogen werden. Die Kapazitäten reichen bei weitem nicht aus, um alle Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln heute an ihr Ziel zu bringen. Erschwert wird die Situation durch die witterungsbedingten schlechten Straßenverhältnisse. Auf den Strecken der Straßenbahn-Linien 15 und 16 waren bereits amn Morgen vereinzelt Trams unterwegs. Der Betrieb lief aber auch dort aufgrund der vereisten Oberleitungen nicht ungestört.

Schwer taten sich die LVB mit der Information ihrer Fahrgäste im Berufsverkehr. Die Internet-Seite war am Morgen nicht zu erreichen gewesen, berichteten frustrierte Fahrgäste. „Die ging gar nicht auf.“ Elektronische Fahrplananzeigen gibt es nur in und um die Innenstadt. Doch auch darauf laufen lediglich die Sätze: „Aufgrund extremer Witterungsbedingungen musste der Straßenbahnbetrieb eingestellt werden. Es wurde ein sehr eingeschränkter Busverkehr eingerichtet.“

Durch Regen und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt waren am Mittwochnachmittag die Oberleitungen im gesamten Stadtgebiet beschädigt worden. „So etwas habe ich in meiner neunjährigen Laufbahn noch nicht erlebt“, sagte Reinhard Bohse. „Wir haben die ganze Nacht versucht, eingefrorene Straßenbahnen wegzuschleppen. Dabei mussten wir aber feststellen, dass die Vereisungen an den Oberleitungen extrem waren." In der Nacht kam dann Schnee dazu. „Er verdeckt das Eis, das sich auch in den Rillen der Schienen gebildet hat. Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir unsere Fahrgäste und Mitarbeiter nicht gefährden“, so Bohse. Er hoffe, dass sich die Lage im Laufe des Tages normalisiere.

Ab Mittwochabend setzten die LVB einen Busnotverkehr ein, der bis Mitternacht im Dienst war und auch am Morgen erneut zum Zug kommen musste. In der Nacht übernahmen wie gewohnt die Nachtbusse. Die Kritik, dass die Verkehrsbetriebe im Vorfeld einen Notfallplan für das schlechte Wetter hätten aufstellen können, wollte Bohse nicht gelten lassen. "Wir haben 100 Busse und wenn die Straßenbahnen ausfallen, können diese nicht durch Busse ersetzt werden." Außerdem habe es eine solche Witterung zum letzten Mal 1988 gegeben. "Ein Totalausfall ist einfach nicht zu kompensieren", fügte Bohse an.

Viele Leipziger hatten am Mittwochabend Verständnis für die außergewöhnliche Situation. "Das kann im Winter eben passieren", sagte der 23-jährige Philipp Kupfer, der vom Wilhelm-Leuschner-Platz Richtung Connewitzer Kreuz unterwegs war.

Eine halbe Weltreise musste dagegen Ralf Arnold hinter sich bringen. "Ich komme vom Paunsdorf Center und will in die Südvorstadt", sagte der 47-jährige Prokurist - immernoch lächelnd. "Es hat doch keiner Schuld. Alle wurden überrascht." Ähnlich sah es auch Konni Dingler, die sich nur "mehr Busse und Taxis" gewünscht hätte.

Denn wer am Mittwochabend auf ein Taxi ausweichen wollte, hatte schlechte Karten. Am Bahnhof waren keine Wagen mehr verfügbar. "Die Situation ist katastrophal. Die Hälfte unserer Flotte fährt nicht mehr", sagte Hans-Jürgen Zetzsche, Geschäftsführer der ältesten Leipzier Funktaxenzentrale "4884". Das bedeutet, dass 100 Fahrzeuge aus Sicherheitsgründen in der Garage bleiben.

Reik Anton / JG

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