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Lokales Street-Food-Festival in Leipzig: In kleinen Bissen um die halbe Welt
Leipzig Lokales Street-Food-Festival in Leipzig: In kleinen Bissen um die halbe Welt
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18:40 16.10.2016
Romina Kühne (links) und Kamila Rzeznicka mit frittierten Schokoriegeln. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Pommes & Wurst werden durch Delikatessen ersetzt und erheben Street-Food zu einer globalen Bewegung, die auch vor Leipzig nicht halt macht. Wie vielfältig diese Art des mobilen Kochens sein kann, war vor wenigen Wochen schon am Plagwitzer Täubchenthal zu erleben – nun präsentierte sich erneut ein Street-Food-Festival als Leipzigs größte internationale Gaststätte. Gute Idee – wo kann man schon an nur einem einzigen Wochenende kulinarisch um die Welt reisen und dazu noch gemütlich sitzen (1000 Plätze). Die Tageskarte für die Schlemmermeile auf dem Alten Messegelände kostete drei Euro. Der Beitrag helfe, Logistik und Sicherheit zu finanzieren, sagte Alexander Kopke. „Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren haben freien Eintritt“, so der Veranstalter.

Die musikalische Unterhaltung ist dezent, die Stimmung locker, die Atmosphäre familiär und die Sonne dreht an diesem Herbstwochenende auch noch mal ordentlich auf. Wärmer kann sie auch in Gambia nicht scheinen, oder? Karafa Gibba lacht – der gebürtige Gambier ist ein höflicher Mensch und möchte „seine Leipziger“ nicht enttäuschen. Schließlich seien diese „offen, neugierig und probieren alles aus“. Chicken Yassa, ein sauer eingelegtes Hähnchen etwa, oder auch Benachin, eine Mischung aus deftigem Reis, Fleisch und Tomaten. Dazu reicht der Koch eine typisch gambische Erdnusssauce – aber auch vegetarische Gerichte hat Karafa im Angebot.

Piroggen, Strudel, Schokolade

Piroggen, rote Bete mit Meerrettich und andere Leckereien polnischer Hausmannskost haben die Berliner Pan Kowalski mit nach Leipzig gebracht. Und auch Copenhagen Street Food ist in der Messestadt angekommen – nicht etwa mit Heringen, sondern mit Rindfleisch, Käse, Whiskey und Scampi auf Sauerteigbrötchen. Las Tapas Locas, original spanische Tapas, gibt es am Stand von Sandra Mahler, koreanische Burger wenige Meter weiter; eine Augenweide und bald auch ein Gaumenschmaus ist ein Flammlachs, der am offenen Feuer zubereitet wird. Krokodilgulasch serviert eine gebürtige Kenianerin aus Zwickau.

Und wo finden Besucher das Vierfache Glück? Natürlich ebenfalls beim Street-Food-Festival – ganz leicht ist es zu erreichen: Einfach Taglilien, Pilze und Erdnüsse nach Shanghaier Art zubereiten – so jedenfalls empfiehlt es der Konfuzius-Tee-Kulturgarten.

Jetzt wird’s aber mal Zeit für Süßes, sagten sich Romina Kühne und Kamila Rzeznicka und probierten frittierte Schokoriegel. Eigentlich untersuchen die beiden von Berufs wegen Enzyme in Waschmitteln. Könnte man mittels bestimmter Enzyme auch unbedenklich Zuckriges essen? „Besser nicht“ – auch Romina und Kamila belassen es bei wenigen der kalorienreichen Riegel. Neu in Versuchung geraten könnten sie allerdings bei den handgemachten Schokoladen-Strudel, die Vassilena, eine gebürtige Bulgarin aus der Schweiz, mit Apfel, Quark und Mohn gefüllt hat.

Craft Beer mit dabei

Heimische Köstlichkeiten gibt es natürlich ebenfalls zu entdecken. Etwa das Craft Beer „Weiße Elster“, das von Jann und Cathrin in Leipzig kreiert wurde und nun in der Region gebraut wird. Dazu passt ein deftiges Brot, wie es Michael Schulz gerade aus dem Holzofen holt – ein sogenanntes Handbrot. „Auf die Hand in den Mund“, erklärt er den Namen: „Gefüllt mit Käse und frischen Zutaten wird es vor den Augen der Gäste zu einem Brotwickel geformt und in Portionen geteilt.“ Was tun, wenn man einige der Gerichte selbst zubereiten möchte? Gut bedient waren jene, die sich an der Münchner Gewürztheke eindeckten, welche würzende Zutaten für allerlei Speisen bereithielt. „Walnuss-Feigen-Senf und Orange-Limette-Ingwer sind die Renner“, so Jürgen Bräuer.

Zum Renner könnte sich auch der Barbecue-Smoker entwickeln, mit dem Patrick Bruns und sein Goslaer Team auf das Alte Messegelände gerollt sind: „Acht Meter lang, 3,5 Tonnen schwer und selbst gebaut“, berichtet Patrick stolz. Auf den 23 Quadratmetern Grillfläche lasse sich das Fleisch besonders langsam garen: „Zarter geht’s nicht.“ Fazit der pausenlosen Schlemmerei während des Street-Food-Festivals? Bitte noch mehrmals um die Welt – kulinarisch versteht sich.

Von Ingrid Hildebrandt

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