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Lokales Streetball-Anlage zu laut: Bürgerin droht Leipziger SPD-Stadtrat Zenker mit Anzeige
Leipzig Lokales Streetball-Anlage zu laut: Bürgerin droht Leipziger SPD-Stadtrat Zenker mit Anzeige
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15:51 17.07.2015
Christopher Zenker, SPD-Stadtrat in Leipzig. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Konkret geht es um den Streetballplatz in der Willi-Bredel-Straße, direkt am Ostwald-Gymnasium. „Die Frau fühlt sich in ihrer Ruhe gestört“, so Zenker. Dass sie für ihr Anliegen den Politiker gern zur Abendzeit „außerhalb üblicher Geschäftszeiten“ anruft, erfreut ihn nicht, doch er nimmt’s gelassen: „Damit muss ich umgehen.“  Für mehr als unwahrscheinlich hält es Zenker allerdings, dass er für sein Abstimmungsverhalten vor den Kadi gezogen werden könnte. „Ich wüsste nicht, auf welcher Grundlage“, sagt er. Und es gibt auch keine.

Lage vor Ort geprüft

Juristin Susanne Eichhorn-Gast vom Verwaltungsgericht Leipzig erklärt auf Anfrage von LVZ-Online: „Die Abgeordneten im Stadtrat sind in der Abstimmung genauso frei wie die Volksvertreter im Bundestag. Sie sind schließlich gewählt und haben einen Auftrag.“ Dass Bürger wegen Lärmbelästigung vor dem Verwaltungsgericht klagen können, sei dagegen unter bestimmten Umständen schon möglich. Normalerweise müssten bei der Errichtung einer Streetball-Anlage ohnehin Vorgaben zum Schutz der Nachbarn beachtet werden.

Zenker hat sich die Situation vor Ort angesehen und kommt zu dem Schluss: Mit einem Belag aus Lärmdämpfenden Platten und einem Korb, der statt Ketten ein Geflecht aus ummanteltem Draht besitzt, wurde schon einiges getan. Die Verwaltung habe die Situation ebenfalls mehrfach geprüft, so Zenker am Mittwoch gegenüber LVZ-Online. „Und wenn nach 23 Uhr dort gespielt wird, bin ich für Beschwerden einfach nicht der richtige Adressat“, so Zenker. Die Einhaltung der Zeiten müsse das Ordnungsamt überprüfen.

Neuer Streetballplatz in Connewitz wird überwacht

Bis Juli soll die Streetball-Anlage am Connewitzer Kreuz fertig sein. Quelle: Wolfgang Zeyen

In Connewitz, wo bis Ende Juni die Streetball-Anlage am Connewitzer Kruez fertig gestellt werden soll, greift die Stadt von vornherein zu drastischeren Maßnahmen. Der Platz wird gerahmt von einer vier Meter hohen, halbkreisförmigen Lärmschutzwand aus Beton. Die Nutzungszeiten der Anlage sind streng geregelt: Ballspiele sind dort zwischen 10 und 21 Uhr möglich. Danach werden die beiden Tore im Zaun abgeschlossen.

Und damit nicht genug: Zum ersten Mal beauftragt die Stadt dort einen Sicherheitsdienst, der kontrollieren soll, dass sportliche Aktivitäten am frühen Morgen und späten Abend unterbleiben. Aus Zenkers Sicht schon etwas zu viel des Guten: „Ich weiß nicht ob es nötig ist, Lärmschutz auf diese Art und Weise durchzusetzen. Und abgesehen davon: Das kostet die Stadt auf Dauer auch eine Menge Geld.“

Evelyn ter Vehn

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