Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Streik bei Amazon in Leipzig – Unternehmen: Kunden werden rechtzeitig beliefert
Leipzig Lokales Streik bei Amazon in Leipzig – Unternehmen: Kunden werden rechtzeitig beliefert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:09 14.05.2013
Anzeige

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi beteiligten sich bis zum Vormittag in Leipzig rund 300 Menschen am Ausstand. In beiden Versandlagern in Bad Hersfeld waren es 600.

Leipzig. Der Ausstand bei Amazon geht in die zweite Runde: Für Montag hat die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter im Leipziger Versandzentrum erneut zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Für den Online-Versandriesen wird das zum Problem: Ausgerechnet am Nachmittag will Amazon Kommunalpolitiker aus der Region durch den Standort führen. Der Termin steht jetzt auf der Kippe.

Vor dem Leipziger Versandzentrum machten die Streikteilnehmer lautstark mit Trillerpfeifen und Rasseln ihrem Unmut Luft. Verdi-Bereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago äußerte sich zufrieden mit dem Auftakt. Der eintägige Streik sei ein Signal an die Geschäftsführung: „He, wir meinen es ernst.“

Verdi fordert Tarifvertrag mit günstigeren Konditionen

Hintergrund des Ausstands ist laut Verdi die Forderung nach einem Tarifvertrag nach den günstigeren Konditionen des Einzel- und Versandhandels, was das Unternehmen bisher ablehnt. Das Unternehmen orientiert sich an der Bezahlung in der Logistikbranche. Verdi fordert Verhandlungen, Amazon sieht aber derzeit „keine gemeinsame Basis“.

Verdi-Streikleiter Heiner Reimann sagte in Bad Hersfeld: „Wir sind sehr zuversichtlich, die Betriebsabläufe empfindlich beeinträchtigen zu können.“ Verbraucher müssten damit rechnen, dass Bestellungen womöglich langsamer als üblich kommen.

Unternehmen: Streik hat keine Auswirkung auf Belieferung der Kunden

Dieser Einschätzung widersprach Amazon: „Derzeit erwarten wir keine Auswirkungen auf die Auslieferung an Kunden“, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Das Unternehmen habe schließlich 8 Logistikzentren und 9000 Beschäftigte in Deutschland. Nicole Püschel von der Leipziger Streikleitung sagte, „wir wollen ja nicht unseren Betrieb kaputt machen, sondern ein Signal setzen“.

Verdi wertet den Streikstart als Erfolg: „Wir sind mit dem Auftakt sehr zufrieden und stellen uns auf eine längere Auseinandersetzung ein“, sagte Reimann. Wann der Streik fortgesetzt wird, ließ er offen. „Wir können das über viele Wochen durchziehen.“

In Leipzig sind laut Gewerkschaft etwa 2000 Menschen beschäftigt, in Bad Hersfeld rund 3000. Bei einer Urabstimmung hatten sich bereits im April in Leipzig 97 Prozent der teilnehmenden Gewerkschaftsmitglieder für Streik ausgesprochen. Verdi hat nach eigenen Angaben bei Amazon Leipzig 520 Gewerkschaftsmitglieder.

Verdi will für die Beschäftigten ein tarifliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Nachtarbeitszuschläge, Sonn- und Feiertagszuschläge, wie sie in der Branche üblich seien. Amazon lehnt den Tarifvertrag ab und argumentiert: „Amazons Versandzentren sind Logistikunternehmen, die Kundenbestellungen ausführen. Mitarbeiter der deutschen Logistikzentren liegen mit ihrem Einkommen am oberen Ende dessen, was in der Logistikindustrie üblich ist.“ Bei dem Standorten handele es sich um ein reine Versandzentrum. „Unsere Mitarbeiter dort leisten logistische Tätigkeiten - Kommissionierung, Verpackung und Versendung von Waren.“ Es sei nicht akzeptabel, dass Amazon als der größte Online-Versandhändler keiner Tarifbindung unterliege, so Verdi.

Das in der Öffentlichkeit eher zurückhaltende amerikanische Unternehmen stand zuletzt mehrfach in den Schlagzeilen: Zu Jahresbeginn war Amazon in Deutschland wegen der Behandlung von Leiharbeitern in die Kritik geraten. Auslöser war eine TV-Dokumentation.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Knapp fünf Jahre nach dem Tod eines Babys an der Uniklinik Leipzig ist eine Hebamme in zweiter Instanz freigesprochen worden. Die 50-Jährige habe zwar 2008 vor der Geburt des kleinen Tony Fehler gemacht und Sorgfaltspflichten verletzt, urteilte das Landgericht Leipzig am Dienstag.

14.05.2013

Zum 1. August 2013 übernimmt Marc Zeimetz (41) die Geschäftsführung der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft mbH (LVDG). Zeimetz kommt von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, wo er zuletzt als Prokurist sowie Leiter Beteiligungsmanagement und Strategie für den Geschäftsbereich Zeitungen, die Logistik- und Postgesellschaften und die Online-Beteiligungen der Rubrikenmärkte operativ verantwortlich war.

14.05.2013

Lange galt ihr Grab als verschollen, dann wurde es wiederentdeckt und jetzt wird versucht, ihre verschwundene Grabplatte wieder aufzustellen: Charlotte Wilhelmine Krug - die von 1800 bis 1802 mit dem Dichter Heinrich von Kleist verlobt war - kehrt nach und nach ins Bewusstsein der Leipziger zurück.

14.05.2013
Anzeige