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Lokales Streit in der Linken: Pellmann beklagt fehlende Unterstützung
Leipzig Lokales Streit in der Linken: Pellmann beklagt fehlende Unterstützung
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23:30 03.09.2014
Enttäuscht von der der Partei: Sören Pellmann. Quelle: André Kempner
Leipzig

Der Vorsitzende der Stadtratsfraktion, Sören Pellmann (37), beklagte die mangelnde Unterstützung im Wahlkampf seines Vaters Dietmar (63) und schloss personelle Konsequenzen nicht aus.

Mit einem Eintrag auf seiner Facebook-Seite schürte Pellmann jun. Spekulationen. Er schrieb dort, er werde in den nächsten Tagen auch über seine "persönliche politische Zukunft nachdenken müssen". Die Wahlkampfunterstützung durch die Basis nannte er "eine absolute Katastrophe" - wie schon bei der Kommunalwahl im Mai. Auch von den Mitgliedern der Ratsfraktion hätte er sich ein "deutlich aktiveres Agieren gewünscht".

Denkt Pellmann jun. an Rücktritt? Gegenüber der LVZ sagte er gestern: "Ich werde die Fraktion bis zum Ablauf der Legislaturperiode weiter führen und beabsichtige auch, mich nach der Konstituierung der neuen Fraktion der Wahl zum Vorsitzenden zu stellen. Wir werden uns aber überlegen müssen, ob wir im Stadtbezirksverband in dieser Konstellation weiter machen können."

Allein der Ortsverband Grünau zählt 160 Mitglieder. Trotzdem blieb der Wahlkampf im Wesentlichen an der Familie Pellmann hängen. Hinter vorgehaltener Hand heißt es in der Partei: nicht ohne Grund. Vor zwei Jahren warf Pellmann die damalige Fraktionschefin Ilse Lauter aus dem Rennen. Sie stammt aus Grünau, hat dort eine breite Basis. Einige dachten wohl auch, die Wiederwahl von Pellmann sen. in den Landtag werde ein Selbstläufer. Besonders bitter: Das Direktmandat im Grünau-Wahlkreis verlor die Linke, zugleich fuhr sie dort aber mit 26,6 Prozent sachsenweit ihr bestes Zweitstimmenergebnissen ein.

Pellmann sen. war schon im Frühjahr bei der Nominierung der Kandidaten für die Landesliste seiner Partei ausgebootet worden. Er verzichtete auf einen Listenplatz und trat nur als Direktkandidat an. Im Gegenzug sollte die Partei aber den Leipziger Stadtverbandschef Volker Külow (53) auf einen sicheren Platz setzen, der ihm einen Wiedereinzug in den Landtag ermöglicht. Dieser Deal ging schief. Am Ende flogen sowohl Pellmann als auch Külow aus dem Landtag.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.09.2014

Klaus Staeubert

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