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Lokales Streit über den Umgang mit Fundkatzen: CDU stellt eine Anfrage an die Stadt Leipzig
Leipzig Lokales Streit über den Umgang mit Fundkatzen: CDU stellt eine Anfrage an die Stadt Leipzig
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17:49 19.02.2015
In Leipzig werden jährlich rund 200 Fundkatzen gemeldet. Quelle: dpa
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Leipzig

Das ärgert aber die Tierschützer. Laut dem Tierheim Leipzig gehen die Behörden viel zu restriktiv mit dem Fundstatus von Katzen um. Die Kritik hat CDU-Stadträtin Sabine Heymann gehört und stellt mit der Fraktion eine Anfrage an die Stadt zum Umgang mit Fundkatzen in Leipzig.

Bei Hunden ist es einfacher. Wilde Hunde in der Messestadt gibt es nicht. Bei Katzen sei es komplizierter, weil sie sich sehr häufig weit entfernt vom Wohnsitz des Halters bewegen. Wie kann man aber Fundkatzen von freilaufenden Katzen unterscheiden? Wenn das Tier sehr gut auf Menschen reagiert und sich anfassen lässt sei es sicherlich eine Fundkatze, erklärt Michael Sperlich vom Tierheim Leipzig. Dort gibt es aktuell einen Vermittlungsbestand von 57 Katzen. Ein Tier, das gar keine Prägung auf den Menschen hat, sei wahrscheinlich wild und gehöre nicht in ein Tierheim, da es nicht möglich sei, dieses Tier artgerecht zu halten. Aber manchmal sei es nicht so deutlich. „Wenn es unklar ist, ob die Katze ein Fundtier ist, soll sie, wie ein Fundtier behandelt werde. Das ist die rechtlich korrekte Auffassung in diesem Fall“, betont Sperlich.

Zuständig für die Erkennung des Fundstatus von Tieren ist das Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt. Früher war es anders. Tierheime und Tierschutzvereine durften Fundkatzen direkt aufnehmen und konnten entscheiden, ob es um Fundtiere ging. Seit zwei Jahren sollen sie die Bürger an das Amt verweisen. „Diese Regelung wurde getroffen, weil in den vorangegangenen Jahren eine Vielzahl von Bürgern privat gehaltene freilaufende Katzen ohne jede Notwendigkeit ins Tierheim gebracht haben, deren Aufenthalt von den Steuergeldern der Stadt bezahlt werden musste beziehungsweise den Besitzern hohe Kosten entstanden sind“, erklärt Gabriela Leupold, Leiterin des Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamtes.

CDU-Fraktion nimmt das Problem an

Den Umgang der Stadt Leipzig mit Fundkatzen sehen aber die Tierschützer kritisch. „Die Behörden gehen zu restriktiv mit der Zuerkennung des Fundstatus um. In einer nicht unerheblichen Anzahl von Fällen wird ein Fundstatus abgelehnt, der nach unserer Rechtsauffassung zuerkannt werden sollte“, bedauert Sperlich. Es gebe über das Thema massive Bürgerbeschwerden. „Die Fundbehörde der Stadt Leipzig beurteilt je nach den Umständen des Sachverhaltes im Einzelfall den Fundstatus von Katzen, da für die Verbringung und die Aufbewahrung der Tiere Steuergelder in Anspruch genommen werden müssen, die eventuell nicht notwendig sind“, antwortet aber Gabriela Leupold auf die Kritik. „Was das Amt macht, ist juristisch korrekt. Aber das ist schon eine extreme Auslegung der Situation“, betont Sperlich. „Diese Regelung existiert in vielen anderen Städten, aber dort ist es nicht so kompliziert. Tierheime melden die Fundtiere an dem Amt per Telefon oder per E-Mail“, sagt der Tierschützer.

Weil immer wieder Beschwerden zum Umgang mit Fundkatzen in Leipzig die CDU-Fraktion erreichen, hat sie eine Anfrage zum Thema an die Stadt Leipzig gestellt. Sie will unter anderem wissen, wie viele gefundene Katzen durch das Amt als Fundkatzen im vergangenen Jahr anerkannt wurden und wie viele Fälle von Fundtieren 2014 durch das Amt außerhalb der regulären Dienstzeiten bearbeitet wurden.

Adeline Bruzat

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