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Streit um 40 Zentimeter auf der Alten Hauptpost entschieden

Augustusplatz bekommt Skybar Streit um 40 Zentimeter auf der Alten Hauptpost entschieden

Der geplante Glasaufbau für die Alte Hauptpost am Augustusplatz sorgte immer wieder für Streit. Nun hat die Landesdirektion entschieden: Die Skybar kann kommen und darf 40 Zentimeter höher sein als von Denkmalpflegern gefordert. Vor 2018 können die Leipziger dort aber wohl keine Drinks schlürfen.

Mit Skybar auf dem Dach: Die alte Hauptpost am Augustusplatz soll für mehr als 100 Milliionen Euro umgebaut werden.

Quelle: Fuchshuber Architekten

Leipzig. Im Streit um den geplanten Glasaufbau auf der Alten Hauptpost am Augustusplatz in Leipzig hat die Landesdirektion Sachsen eine Entscheidung gefällt. Die geplante Skybar auf dem Gebäude darf statt 4,90 Meter - wie vom sächsischen Landesamt für Denkmalpflege gefordert - nun 5,30 Meter hoch werden. Das teilte Behördensprecher Holm Felber am Dienstag mit.

Der 40-Zentimeter-Fall war bei der Landesdirektion gelandet, weil sich die Stadt als zuständige Baugenehmigungsinstanz und die Denkmalpfleger des Freistaats bei ihren Vorgaben nicht einigen konnten. Die Landesdirektion führte als Grund für die Entscheidung zugunsten der Kommune und des Bauherrn KSW mehrere Gründe an. Zum einen sei die Skybar „wesentliches Element der finanziellen Tragfähigkeit des Gesamtprojektes“. Konkret heißt das: Ohne die Einnahmen durch das neue Lokal mit Aussicht auf den Augustusplatz lässt sich der Umbau nicht bezahlen. Die von den Denkmalpflegern geforderte Reduzierung des Glasaufbaus falle zudem „für das Gesamterscheinungsbild nicht ins Gewicht“, so die Landesdirektion. Und: Sie bringe auch keine „wesentliche Verbesserung in Bezug auf den Erhalt des Denkmals“ mit sich.

Start der Sanierung verschiebt sich auf Oktober

Die KSW und die Stadt begrüßten das Urteil. "Wir freuen uns, dass an dieser städtebaulich markanten Stelle gemeinsam eine Lösung gefunden wurde. Der Bauantrag kann nun zügig weiterbearbeitet werden“, teilte Baubürgremeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) mit. "Es wurde eine pragmatische Entscheidung zwischen zeitgemäßer Nutzung und den Anforderungen des Denkmalschutzes getroffen", sagte Sprecher Jörg Zochert gegenüber LVZ.de.

Der Leipziger Projektentwickler will das in den 1960er-Jahren errichtete Gebäudeensemble in der City unter dem Projektnamen „The Post“ für mehr als 100 Millionen sanieren. Unter anderem sollen ein Budget-Hotel, eine Klinik, Ladenflächen und studentische Wohnungen entstehen. Die ersten Abbrucharbeiten an dem seit 2011 leerstehenden Gebäude sollten eigentlich im Mai beginnen, bislang gab es aber noch keinen Baustart. Zochert räumte am Dienstag ein, dass es nicht vor Oktober losgeht und auch der angepeilte Fertigstellungstermin 2017 nach hinten verschoben werden muss. "Wir rechnen kurzfristig mit der Erteilung einer Baugenehmigung", so der KSW-Sprecher. "Die Fertigstellung erfolgt schrittweise bis zum dritten Quartal 2018."

Monatelanger Streit über Glasaufbau

Die zusätzliche Dachebene mit Glasaufbau sowie weitere Details der Sanierung hatten bereits seit der Vorstellung der Pläne im vergangenen Jahr für Proteste gesorgt. Namhafte Leipziger, darunter Architekten und Denkmalschützer aber auch Prominente wie Kabarettist Meigl Hoffmann oder Zoochef Jörg Junhold, wandten sich im Juli 2014 deshalb sogar in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD).

In der Folge wurde der Dachaufbau vom Bauherrn KSW zunächst auf 5,95 Meter reduziert. Zudem sollten die Aluminium-Vorhang-Fassade, die ungetönten Glasscheiben sowie die ursprüngliche hellblauen Fensterraster beibehalten werden. "Wir konnten im Dezember 2014 einen Kompromiss mit der Baugenehmigungsbehörde der Stadt Leipzig über den Dachaufbau erzielen. Da die Hauptpost ein Denkmal mit herausragender überregionaler Bedeutung ist, ist in solchen Fällen auch das Landesamt für Denkmalschutz in die Entscheidungsfindung eingebunden", erkläre KSW-Sprecher Zochert das Procedere.

Das Landesamt für Denkmalpflege gab sich mit diesem Kompromiss aber offenbar nicht zufrieden. Es habe dem Glasaufbau in der angestrebten Höhe bis zuletzt "kritisch" gegenüber gestanden, räumte Zochert ein. Somit musste die Landesdirektion im Streit um die 40 Zentimeter das letzte Wort sprechen - und gab der Stadt und dem Projektentwickler Recht.

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