Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Streit um Annalinde-Areal in Leipzig-Plagwitz - Stadtrat stoppt Verkauf
Leipzig Lokales Streit um Annalinde-Areal in Leipzig-Plagwitz - Stadtrat stoppt Verkauf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:49 25.03.2015
Das urbane Gartenprojekt Annalinde (Archivbild) Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

Doch der Stadtrat stoppte am Mittwoch den Verkauf und entschied, dass eine neue Ausschreibung für Erbbaupacht folgen müsse.

142.000 Euro wollten die möglichen neuen Besitzer für das Grundstück mit historischem Gemäuer auf den Tisch legen. Der denkmalgeschützte Gewölbekeller sollte saniert und mit Gastronomie, Ausstellungen und Theaterprojekten wieder für die Leipziger zur Verfügung stehen. Elektro, Wasser, und Belüftung müssten komplett neu gemacht, die Bausubstanz außerdem trocken gelegt werden, schilderte Albrecht. "Die Sanierung kostet um die 500.000 Euro. Das Geld hat die Stadt nicht."

Laut Beschlussvorlage für die Stadträte könnte der neue Besitzer allerdings auch den Pachtvertrag mit der Annalinde gGmbH kündigen, die auf 840 Quadratmetern des Areals Stadtteilgärten bewirtschaftet. "Das kann man nachverhandeln. Annalinde ist gesichert", beschwichtigte Albrecht die Befürchtungen der Stadträte.

Die Abgeordneten waren trotzdem mit der Inititative des Wirtschaftsbürgermeisters nicht einverstanden. Während die Liberalen Sven Morlok und René Hobusch den Erlös als zu gering einschätzten, und eine neue Ausschreibung mit dem aktuellen Höchstgebot von 142.000 Euro als Einstieg forderten, lehnten die Linksfraktion und die Grünen den Verkauf ab.

Morlock und Hobusch schätzen Erlös als zu gering ein

"Machen wir Ernst mit einer neuen, anderen Liegenschaftspolitik", sagte Tim Elschner von der Grünen-Fraktion. Er forderte, dass das Grundstück in Erbbaupacht vergeben werden soll. "Nur dann kann die Stadt Einfluss auf die Gestaltungsqualität nehmen und die Stadtentwicklung bleibt in unserer Hand", sagte er. William Grosser sprach sich für die Linken dafür aus, dass statt maximalem Gewinn - und 142.000 Euro seien tatsächlich zu wenig - die Erhaltung des Grundstücks für die Allgemeinheit im Vordergrund stehen müsse.

CDU-Fraktionschef Uwe Rothkegel war erbost über die Diskussion: "Was ist das denn für eine Umgang mit den Bürgern? Erst eine Ausschreibung machen, und dann sagen 'April, April'. Das ist kein Zeichen von Verlässlichkeit." Das Verfahren sehe rechtmäßig vor, dass der Stadtrat an dieser Stelle einschreiten könne, erklärte Elschner am Rande der Sitzung gegenüber LVZ-Online. "Der Liegenschaftsausschuss war vor der Ausschreibung nicht mit der Sache beschäftigt", so Elschner weiter. Deshalb habe es auch keine Möglichkeit gegeben, die Initiative des Wirtschaftsdezernats eher aufzuhalten. "Die Türen sind ja auch bei der Erbbaupacht für alle wieder offen."

Die Grünen gehen davon aus, dass nach der neuen Ausschreibung noch in diesem Jahr mit der Vergabe und Sanierung des Gewölbekellers begonnen werden kann.

Evelyn ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Areal der Stadtteilgärten Annalinde in Leipzig-Plagwitz sowie der angrenzende Gewölbekeller aus dem Jahr 1844 sollen kommunales Eigentum bleiben. Wirtschaftsdezernent Uwe Albrecht (CDU) hatte eigentlich bereits einen potenziellen Käufer an der Hand.

25.03.2015

Die Sanierung des Ankers ist eine Geschichte der bösen Überraschungen. Bröckelnde Säulen, Risse im Mauerwerk des Saalgebäudes und marode Holzkonstruktionen machten 2014 die Sperrung unumgänglich.

25.03.2015

Die Sanierung des Ankers ist eine Geschichte der bösen Überraschungen. Bröckelnde Säulen, Risse im Mauerwerk des Saalgebäudes und marode Holzkonstruktionen machten 2014 die Sperrung unumgänglich.

25.03.2015