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Streit um Einheitsdenkmal: Leipzig tritt den Rückzug an

Streit um Einheitsdenkmal: Leipzig tritt den Rückzug an

Seit Monaten tobt der Streit um das Freiheits- und Einheitsdenkmal. Zuletzt landete er sogar vor dem Oberlandesgericht. Nun tritt die Stadtverwaltung den geordneten Rückzug aus dem verkorksten Wettbewerbsverfahren an.

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Die Siegerarbeit "70000".

Quelle: MM Annabau

Auf der Sitzung der Arbeitsgruppe "Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal", die am 16. Mai in Leipzig stattfindet, will Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) auch "die Themen Beendigung des laufenden Wettbewerbes und neuer Wettbewerb" mit den beteiligten Vertretern von Bund und Freistaat Sachsen erörtern. Das kündigte die Stadtverwaltung jetzt in einer Stellungnahme zu einem Antrag der Linksfraktion an.

Für die ist damit klar: "Oberbürgermeister Jung rudert zurück", erklärten gestern Fraktionsvorsitzender Sören Pellmann und seine Stellvertreterin Skadi Jennicke unisono. "Dieser Schritt ist folgerichtig, wenn er auch ziemlich spät kommt." Einen Bürgerentscheid darüber, ob die Leipziger ein Denkmal in Erinnerung an die Friedliche Revolution von 1989 überhaupt wollen, wie ihn die Linke anstrebt, lehnt die Verwaltung dagegen ab.

Eine Künstlergruppe hatte das Oberlandesgericht angerufen, um ihren Entwurf "70 000" zu retten. Deren farbenfrohe Gestaltung des Wilhelm-Leuschner-Platzes war ursprünglich von der Jury als bester Denkmalsentwurf favorisiert worden. Nach massiven Protesten aus der Bürgerschaft wurde er jedoch in einer Weiterbearbeitungsrunde zurückgestuft, stattdessen gelangte der bis dahin Drittplatzierte mit dem Titel "Herbstgarten" an die Spitze. Diese Verfahrensweise erachteten die Richter jedoch als unzulässig.

Zunächst die SPD, später auch CDU und Grüne hatten sich daraufhin für einen Ausstieg aus dem laufenden Wettbewerbsverfahren ausgesprochen. Die Linke hält das Denkmal für gänzlich unnötig. Es gebe ausreichend und vielfältige Erinnerungsorte im Stadtbild, hieß es dazu gestern. "Ein weiteres Denkmal ist aus Sicht der Linken nicht notwendig, um an den Herbst '89 zu erinnern", so Pellmann und Jennicke.

Stadtsprecher Matthias Hasberg sagte auf Nachfrage, die Linken würden den Verwaltungsstandpunkt zu ihrem Antrag über die Durchführung eines Bürgerentscheids "sehr frei interpretieren". Bislang sei keine Entscheidung gefallen, ob der Wettbewerb beendet wird. Doch nachdem sich Axel Dyck, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, öffentlich für einen Neustart beim Denkmalsthema ausgesprochen hatte, "wäre es töricht, nicht auch diese Option mit Bund und Land zu diskutieren", so Hasberg.

Ein Knackpunkt bei den anstehenden Gesprächen ist offenbar, wer im Falle eines Abbruchs die bislang aufgelaufenen Verfahrenskosten bezahlen muss. Diese hatte Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) im Februar auf 450 000 Euro veranschlagt. Hinzu kämen sicher noch Schadenersatzforderungen der am Wettbewerb beteiligten Künstler. Über deren mögliche Höhe gibt es keine verlässlichen Informationen.

Im Stadtrat hoffen viele Kommunalpolitiker, dass der Bund als Hauptfinanzier des auf 6,5 Millionen Euro veranschlagten Projekts auch die Zusatzkosten für einen Abbruch des alten Verfahrens übernimmt. Dann stehe einem zweiten Wettbewerb, wie es ihn auch beim Berliner Freiheits- und Einheitsdenkmal gab, nichts mehr im Wege, heißt es.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.05.2014

K.S./jr

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