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Streit um „Kiez Windmühlenstraße“: Grüne wollen Strukturen erhalten – Diskussion im Stadtrat

Streit um „Kiez Windmühlenstraße“: Grüne wollen Strukturen erhalten – Diskussion im Stadtrat

Im Streit um die Sanierung des mehrheitlich von Leipziger Künstlern und Kreativen bewohnten Gebäudekomplexes zwischen Windmühlenstraße, Grünewaldstraße und Brüderstraße mischt sich die Leipziger Politik ein.

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Dem stadtbekannten Ladengeschäft "Tschau Tschüssi" mit seinen Unikaten von Leipziger Designern wurde schon gekündigt.

Quelle: Armin Kühne

Leipzig. Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen will sich in der nächsten Ratsversammlung am 17. November dafür einsetzen, dass die „kleinteilig gewachsenen Strukturen des Einzelhandels und der Kultur- und Kreativwirtschaft“ in dem Gebäude erhalten bleiben. Damit stellen sich die Grünen gegen die vom neuen Eigentümer Abdo Assmann GbR geplante Umgestaltung des Geländes, inklusive der Kündigung von Mietverhältnissen der mitunter außergewöhnlichen Ladengeschäfte im Haus.

In der Begründung des von Stadtrat Ingo Sasama, Bezirksbeirat Tim Elscher und Kreisverbandssprecher Wolfram Günther unterzeichneten Antrags heißt es unter anderem: „Die über Jahrzehnte gewachsene Mieterstruktur und die Nachbarschaftsverhältnisse prägen den besonderen Charakter des Quartiers. Junge Familien mit vielen Kindern, Rentner, Studenten, Migranten, zahlreiche Künstler und Kreative sowie kleine Gewerbetreibende haben diesen Ort in den letzten Jahren gemeinsam zu einem interessanten und offenen Kiez entwickelt, der Menschen weit über die Stadtgrenzen hinaus begeistert.“

Der erst im August von der Leipziger Wohnungsbaugesellschaft (LWB) veräußerte „Kiez Windemühlenstraße“ mit den markanten Schriftzügen "Jenaer Glas" und „Traktorexport“ auf dem Dach sei zwar sanierungsbedürftig. „Eine nicht mit den Mietern abgestimmte Luxussanierung des Objekts würde dazu führen, dass die Mieten von der derzeitigen Mietern nicht mehr gezahlt werden können“, glauben die Grünen.

In ihrem Antrag lehnen die Stadträte auch eine geplante Bebauung des Innenhofes des Grundstückes mit einem Discounter ab. Stattdessen fordern sie die Stadtverwaltung auf, die rechtlichen Möglichkeiten zur Sicherung der ansässigen Strukturen zu nutzen. Bereits im März 2011 sei im Stadtrat ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan beschlossen worden, mit dem nach Angaben der Grünen eigentlich auch ein 900 Quadratmeter große Discounter verhindert werden sollte. „Inzwischen ist dieser Beschluss vom Stadtplanungsamt intern gekippt worden – solch eine Entscheidung müsste eigentlich vom Stadtrat abgestimmt werden – und dem neuen Eigentümer wird voraussichtlich eine Baugenehmigung erteilt“, heißt es im Schreiben der Grünen.

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Blick auf die Vorderfront des Gebäudekomplexes an der Windmühlenstraße. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Nach Ansicht der Stadträte bestehe mit Blick auf die Lebensmittelmärkte in Sternwartenstraße und Bauhofstraße ohnehin kein Bedarf für einen weiteren Discounter in diesem Viertel. Der angedachte Neubau in der Windmühlenstraße könnte zudem dazu führen, dass das Markthallen-Projekt auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in Gefahr gerate, wenn der dortige Investor die wirtschaftliche Lage angesichts eines weiteren Discounters neu bewerte, heißt es.

Der Gebäudekomplex östlich der Leipziger Innenstadt ist seit mehr als einem Jahrzehnt vor allem auch bei Kreativen und Künstlern als Wohn- und Arbeitsraum beliebt. Im Erdgeschoss befinden sich der legendäre Leipziger Schallplattenladen "Schall und Rausch", das "Café Cantona" und das für seine Unikate und handgemachten Designobjekte bekannte Ladengeschäft „TschauTschüssi“. Das Atelierhaus Frühauf e.V. im Hof des Komplexes beherbergt zahlreiche Ateliers und Werkstätten für Bildende Kunst, Medien und Kunsthandwerk. Nicht zuletzte befindet sich auch die Galerie Emmanuel Post im Komplex.

Internet: deinkiez.blogspot.com

Matthias Puppe

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