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Streit um Leipziger Mahnmal für deportierte Juden - Bahn und Initiatoren uneinig

Streit um Leipziger Mahnmal für deportierte Juden - Bahn und Initiatoren uneinig

Am Leipziger Hauptbahnhof soll künftig ein Denkmal an die Deportation von 169 Juden aus der Messestadt ins Konzentrationslager Theresienstadt erinnern. Dafür kämpft das Friedenszentrum Leipzig.

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Bietet zumindest genug Platz für ein Mahnmal: Der Leipziger Hauptbahnhof. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Der Verein hat vom Künstler Roland Steckel eine Installation aus Metall und Holz entwerfen lassen, die am Bahnsteig 24 an den letzten KZ-Transport vor Kriegsende im Februar 1945 über das Eisenbahnnetz der Messestadt informieren möge.

Die Kosten für das Denkmal sollen mit Spendengeldern beglichen werden. Ingesamt 5000 Euro werden dafür benötigt, sagte Torsten Schleip, Vorsitzender des Vereins, auf Anfrage von LVZ-Online. Allerdings können die Initiatoren nach eigenen Angaben noch nicht mit der Akquise beginnen, denn die Deutsche Bahn als Hausherr auf den Bahnsteigen stelle sich trotz anfänglicher Übereinkunft nun gegen eine Installation an dieser Stelle.

„Wir waren uns eigentlich schon über den Standort einig“, sagte Schleip am Freitag und fügte an: „Doch dann hieß es Anfang März auf einmal, dass es keine Erlaubnis für das Aufstellen des Denkmals geben werde.“ Als Begründung habe die Bahn in der mündlich erfolgten Ablehnung vor allem zwei Argumente angeführt. Zum einen sei der Hauptbahnhof selbst ein neutrales Denkmal, in dem keine weiteren Installationen Platz finden sollen. Und zum anderen könne die Sicherheit des geplanten Mahnmals nicht gewährleistet werden. Nach Angaben von Schleip wolle die Bahn verhindern, dass der Hauptbahnhof durch das Mahnmal zusätzlich zum Anlaufpunkt für politische Demonstrationen werde.

Die Bahn bestätigte am Montag zumindest, dass es bisher neben statisch-baulichen Aspekten auch hinsichtlich der Sicherheit des Denkmals ungeklärte Fragen gebe. Allerdings stehe man dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber: „Die DB hat keine prinzipiellen Vorbehalte gegen die Gedenkinstallation. Wir hatten der Initiative im letzten Jahr sogar einen entsprechenden Gestattungsvertrag zugeleitet, auf den die Initiative jedoch bis dato nach unseren Informationen nicht reagiert hat.“, sagte eine Bahnsprecherin am Montag. Um die noch offenen Fragen zu klären, habe man die Initiatoren des Denkmals Mitte Mai zu einem Gespräch eingeladen.

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Der 1915 eröffnete Leipziger Hauptbahnhof war auch während des Nationalsozialismus ein wichtiges Verkehrsdrehkreuz.

Quelle: Norman Rembarz

Das Friedenszentrum Leipzig hat derweil eine Unterschriftenaktion im Internet gestartet, um auf das Projekt aufmerksam zu machen und die eigene Position zu untermauern: „Wir werben um prominente Unterstützer, wollen die Aktion aber auch auf möglichst breite Schultern stellen“, sagte Schleip.

Zu den ersten Unterzeichnern gehören neben den Leipziger Bundestagsabgeordneten Thomas Feist, Barbara Höll, Monika Lazar und  Daniela Kolbe, den Landtagsabgeordneten Holger Mann, Petra Köpping, Volker Külow und Dirk Panter auch der Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde in Leipzig, Küf Kaufmann sowie Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel.

Internet: http://hbfl.vereine-leipzig.org/

Matthias Puppe

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