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Lokales Streit um Leipziger Wasserflächen
Leipzig Lokales Streit um Leipziger Wasserflächen
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00:17 06.07.2016
Um Wasserflächen für Schwimmkurse in Leipziger Bädern gibt es Streit. Quelle: dpa
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Leipzig

Sind Kinder unerwünscht bei den Leipziger Sportbädern? Das behauptet zumindest Alexander Steinhart, der Geschäftsführer von „Schwimmtrainer.Me“. Das ist eine Berliner Firma, die Kurse zur Wassergewöhnung und zum Schwimmenlernen für Kinder anbietet. Darunter auch in Leipzig, in Kooperation mit Kindergärten. Zu diesem Zweck müssen freilich Wasserflächen in einer der acht Schwimmhallen angemietet werden, die das kommunale Unternehmen im Auftrag der Stadt Leipzig betreibt, und um die sich Schul- sowie Vereinssport, Privatleute sowie diverse Firmen rangeln. „Die Nachfrage durch Eltern und Kinderbetreuungseinrichtungen ist sehr groß, die Wartelisten sind gefüllt“, so Steinhart, der nun an Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sowie die Stadtratsfraktionen einen Brief geschrieben hat. Sein Vorwurf: Ihm sei mitgeteilt worden, dass Kinderlärm stören und vor allem die Seniorengymnastik beeinträchtigen würde. Das sei „verantwortungslos“, zumal sich Berichte über ertrinkende Kinder häuften, die nicht Schwimmen gelernt hätten.

Sportbäder-Geschäftsführer Joachim Helwing weist die Vorwürfe auf LVZ-Nachfrage zurück, will den konkreten Sachverhalt aber nochmals prüfen. Das Unternehmen habe im Vorjahr quasi als „Pilotphase“ Flächen in der „Grünauer Welle“ angemietet. Die ist derzeit ohnehin zu, da Sanitär- und Umkleidebereich komplett erneuert werden. Intern heißt es im Bäderbetrieb, dass den Berlinern ein neuer Vertrag für das Sportbad an der Elster zugeschickt wurde. Allerdings war die Firma mit den angebotenen Zeiten nicht einverstanden und habe diese dann eigenmächtig geändert. „Der Vorwurf, dass wir kinderunfreundlich sind, ist absurd. Bei uns sind Kinder immer willkommen“, sagt Helwing. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel Geld investiert, um Hallen und Freibäder familienfreundlich auszubauen.“

Die Sportbäder hätten im Vorjahr selbst 106 Kinder-Kurse organisiert, an denen 1269 Mädchen und Jungen teilgenommen haben. Hinzu kommen 35 Vereine, die während der von ihnen angemieteten Zeiten etwa 4165 Kinder betreuen. „Das ist doch eine ganze Menge“, sagt Helwing, der natürlich weiß, dass der Bedarf in Leipzig größer ist und mit der wachsenden Stadt auch noch größer wird. „Deshalb sind wir dabei, an der Schwimmhalle Kirschbergstraße ein neues Flachwasserbecken zu errichten“, so Helwing. Baustart ist wahrscheinlich im kommenden Jahr – derzeit wird noch ein Fördermittelbescheid des Freistaates Sachsen erwartet. Der ist nach LVZ-Informationen bis zum Herbst avisiert. „Auch in unserer neuen Schwimmhalle, die wir im Leipziger Osten errichten wollen, wird es ein Flachwasserbecken geben“, kündigt Helwing an. Dabei favorisiert Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) eine 5800 Quadratmeter große Fläche auf dem Otto-Runki-Platz. Entschieden ist aber noch nichts. Der Stadtrat muss zunächst das neue Sportprogramm Leipzigs diskutieren. Perspektivisch soll es dann auch eine zweite neue Schwimmhalle im Leipziger Süden geben.

Von Mathias Orbeck

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