Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Streit um Urwaldrettung der Leipzigerin Esther Carlitz - Gericht schlägt Vergleich vor
Leipzig Lokales Streit um Urwaldrettung der Leipzigerin Esther Carlitz - Gericht schlägt Vergleich vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:46 30.07.2010
Anzeige
Konstanz/Leipzig

Es regte an, die damalige Leipziger Studentin solle der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) 15 000 bis 20 000 Euro für ihre Rettung zahlen. Die Frau hatte sich 2008 auf dem Rückweg ins Biologencamp verirrt und war zehn Tage lang verschollen. Die MPG hatte gut 66 000 Euro Schadenersatz verlangt. Dagegen hatte die 25-jährige Biologin geklagt und ihrerseits 100 000 Euro Schmerzensgeld gefordert.   

Das Gericht sah ein Verschulden auf beiden Seiten und kündigte eine Entscheidung für den 21. September an. Sollten sich die streitenden Parteien nicht auf den vorgeschlagenen Kompromiss einigen, will die 3. Zivilkammer des Landgerichts ein Urteil verkünden.   

Die MPG müsse sich vor allem die Frage gefallen lassen, warum der Begleiter die Studentin, die gerade erst auf der Forschungsstation eingetroffen war, allein den Rückweg ins Camp antreten ließ, sagte der Vorsitzende Richter. Carlitz wiederum sei aber auch für sich selbst verantwortlich gewesen, betonte er. Sie habe sich schließlich nicht in einem Landschaftspark befunden, sondern im Dschungel. Nachdem sich die Studentin bereits am ersten Abend ihres Aufenthalts im Camp kurz verlaufen hatte, hätte sie sich nicht alleine auf den Rückweg machen dürfen.   

Als Zeuge erklärte der Gründer und Leiter der Affenbeobachtungsstation, Gottfried Hohmann, er sei völlig überrascht gewesen, als ihm Carlitz wenige Stunden nach ihrer Ankunft im Kongo erklärte, sie habe sich gerade zum ersten Mal verlaufen. „Das war noch nie passiert, dass jemand am ersten Tag eine Exkursion macht - auch wenn es in der Nähe des Camps war“, sagte er. Alle Neuankömmlinge bewegten sich in den ersten Wochen nur in Begleitung im Urwald. Unstrittig war aber, dass der Begleiter von Carlitz sie am dritten Tag alleine ins Camp zurückgehen ließ, weil er weiter Bonobo-Affen beobachten wollte. Sie wiederum wollte nach eigenen Aussagen zurück, weil sie nach sieben Stunden Exkursion erschöpft und hungrig gewesen sei.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ohne Strom waren am Freitagnachmittag kurzzeitig rund 17.000 Haushalte im Leipziger Osten. Grund war der Ausfall eines Trafos im Netz der Leipziger Stadtwerke um 15.44 Uhr. „Ein Trafo im Umspannwerk in der Inselstraße hat den Stromfluss unterbrochen.

30.07.2010

Die Straßenbahnlinien 1, 9 und 14 verkehren ab Samstag wieder über den Goerdelering. Die Umleitung ist damit beendet. Das teilten die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) am Freitag mit.

30.07.2010

Ehre, wem Ehre gebührt: Die Polizei hat am Freitag den 29-jährigen Ingolf Langs offiziell geehrt, der vor rund drei Wochen einen Räuber überwältigte hatte. Der Täter hatte zuvor eine 88-Jährige brutal überfallen.

30.07.2010
Anzeige