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Streit um Verkehrslärm in der Menckestraße: Anwohner in Leipzig-Gohlis von Rasern genervt

Streit um Verkehrslärm in der Menckestraße: Anwohner in Leipzig-Gohlis von Rasern genervt

Gegen den Verkehrslärm in der Menckestraße in Leipzig-Gohlis regt sich zunehmend Protest. Nach dem vergeblichen Kampf gegen die Karawanen von Touristenbussen geht einer der betroffenen Anwohner nun gegen die Nichteinhaltung der Tempo-30-Zone auf die Barrikaden.

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Stoßstange an Stoßstange: Dutzende Touristenbusse rollen täglich durch die Menckestraße in Leipzig-Gohlis.

Quelle: Privat

Leipzig. Er wirft der Stadtverwaltung vor, zu wenig zu kontrollieren und Raserei damit zu tolerieren. Das Ordnungsamt wehrt sich gegen die Kritik.

Mit einer Anzeige gegen Unbekannt aufgrund der häufigen Verstöße gegen das Tempolimit wandte sich Maik Anders aus der Menckestraße in dieser Woche an das Ordnungsamt. „Die Tempo-30-Zone wurde als Lärmschutzmaßnahme von der Stadt Leipzig eingerichtet, was vor allem durch den sehr schlechten und lauten Straßenbelag bedingt ist. Leider wird diese Geschwindigkeitsbegrenzung sehr oft von dem täglichen Durchfahrtsverkehr missachtet“, schreibt er in seinem Brief, der LVZ-Online vorliegt.

„Viele fahren wie die Henker“

Auch andere Betroffene berichten, dass sich kaum ein Fahrer an das Tempolimit hält. Seitdem im Juni auf der Georg-Schumann-Straße, Ecke Lützowstraße, eine Baustelle eingerichtet wurde, habe der Durchgangsverkehr deutlich zugenommen. „Viele fahren wie die Henker. Es ist kaum noch auszuhalten“, erzählt ein Anwohner. „Die Lärmbelastung liegt definitiv über den von der Stadt Leipzig im Lärmaktionsplan aufgeführten Grenzwerten von 60 Dezibel“, ist Maik Anders überzeugt.

Das Ordnungsamt der Stadt kann diesen subjektiven Eindruck nicht bestätigen. Bei einer Kontrolle per Videokamera am 20. Mai dieses Jahres sei zwischen 12.50 Uhr und 14.10 Uhr kein einziger Tempoverstoß festgestellt worden, erklärt Amtsleiter Helmut Loris auf Anfrage. Vor einem Jahr, am 19. Juni 2013, stoppten die Ordnungshüter immerhin fünf Fahrer innerhalb von einer Stunde. „Im Vergleich mit anderen Straßen im Stadtgebiet ist somit festzustellen, dass kein besonders hoher Anteil von Verkehrsverstößen die Intensivierung der Geschwindigkeitskontrollen erfordert“, schlussfolgert Loris.

Das Ordnungsamt räumt jedoch ein, dass die Reduzierung und Verfolgung von Tempoverstößen aufgrund der Beschaffenheit der Straße erschwert sei. Radarmessungen kämen ebenso wenig in Frage wie die Anbringung einer Geschwindigkeitsanzeigetafel, so Loris. Auch zusätzliche Tempo-30-Markierungen auf der Fahrbahn seien aufgrund des Pflasterbelags und der Straßenbahngleise „leider nicht möglich“.

Einbahnstraße als Lösung?

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Einbahnstraßen-Regelung und neue Schilder: So stellt sich Maik Anders eine mögliche Lösung für den Verkehrslärm in der Menckestraße vor.

Quelle:

Anwohner Maik Anders glaubt, dass viele Autofahrer von dem Tempolimit gar nichts wissen, weil sie die Schilder einfach übersehen. Der 50-Jährige schlägt deshalb vor, weitere Verkehrszeichen beim Einbiegen vom Schlößchenweg in die Menckestraße und beim Einbiegen von Höhe Schillerhaus anzubringen. Auch für eine Einbahnstraßenregelung in der Menckestraße spricht er sich aus, da die schmale Straße durch einseitig parkende Autos bereits eingeengt wird. Im Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt stoßen solche Vorschläge bislang jedoch auf taube Ohren.

Anders will seiner Forderungen nun mit Messergebnissen Nachdruck verleihen. Er hat sich ein Dezibel-Gerät zur Erfassung des Lärmpegels sowie ein weiteres zur Erhebung der Feinstaubwerte vor seinem Haus angeschafft. Die Daten will er der Verwaltung regelmäßig zukommen lassen. „Wir werden nicht ruhen“, sagt Anders, „bis die Stadt Maßnahmen ergreift, die Lärm- und Geruchsbelästigungen für die Anwohner auf ein erträgliches Maß reduzieren.“

Robert Nößler

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