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Lokales Streit um den Leibnizladen auf dem Leipziger Uni-Campus
Leipzig Lokales Streit um den Leibnizladen auf dem Leipziger Uni-Campus
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00:34 27.05.2018
Der Leibnizladen auf dem Leipziger Uni-Campus ist seit 2016 geschlossen. Jetzt gibt es Streit um die künftige Nutzung. Quelle: Dirk Knofe
LEIPZIG

Wenn Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) von seinem Denkmalsockel auf dem Campus der Leipziger Uni am Augustusplatz blickt, dann sieht er seit langem verklebte Fenster und keinen Publikumsverkehr an dem nach ihm benannten Laden. Einst wurden dort Merchandising-Produkte der Alma mater wie bedruckte T-Shirts, Tassen, Beutel oder Regenschirme verkauft. 2016 war Schluss damit. Die Uni beendete das Mietverhältnis mit dem Shop-Betreiber und Lizenznehmer – seitdem ist das Geschäft dicht. Nebenan im Erdgeschoss des Seminargebäudes herrscht hingegen Betriebsamkeit. Eine Sparkassen-Filiale hat dort ihren Sitz und ein paar Meter weiter der Studentenrat (Stura) sein Quartier in Büros und dem Ziegenledersaal, wobei Saal angesichts der räumlichen Verhältnisse stark übertrieben ist.

Weil den Interessenvertretern der Studentenschaft der dauerhafte Leerstand des Leibnizladens nicht verborgen geblieben war, setzten sie das Thema auf die Tagesordnung ihres Plenums im März und fassten einen Beschluss: Künftig, so die Intention, könnte er mit seinen 40 Quadratmetern Fläche zu einem vom Stura verwalteten, offenen studentischen Lern- und Aufenthaltsraum umgestaltet werden. Auch über die Details war sich die Runde einig. Sitzgelegenheiten sollten mit Sponsorengeldern oder über die Uni-Möbelbörse beschafft, etwaige Instandhaltungsmaßnahmen aus dem Stura-Etat beglichen werden. Auch eine Tauschbibliothek für Bücher sollte einziehen. Lerngemeinschaften, so der Plan, könnten dem Laden wieder Leben einhauchen, zumal der Ziegenledersaal anderweitig ausgebucht sei. „Für die teaminterne Organisation und die Treffen von Arbeitsgruppen“. Als Verhandlungsführer für das Projekt wurde das Stura-Referat für Hochschulpolitik beauftragt – mit der Uni-Leitung galt es Einvernehmen zu erzielen. Über den Gang der Dinge sollte dem Plenum regelmäßig Bericht erstattet werden. Gute Botschaften gibt es nicht. Gegenüber der LVZ erklärte Uni-Sprecherin Katarina Werneburg, der Leibnizladen sei als Mietobjekt gedacht und werde auch so verwaltet. Die ihn betreffende Anfrage des Studentenrates sei abgelehnt worden, weil sich der Stura als Teilkörperschaft der Universität – rein rechtlich gesehen – nicht in die Uni einmieten könne. Das Rektorat wisse aber um den erweiterten Raumbedarf der Studentenvertretung und suche nach Lösungen.

Was mit dem Leibnizladen wird, bleibt unklar. Zumindest besteht offenbar die Hoffnung, dass die Zeit der verschlossenen Türen bald vorbei ist. Werneburg: „Es gibt einen Interessenten, mit dem wir in Verhandlungen stehen.“ Die Studentenschaft macht inzwischen beim Streit um den Leibnizladen mobil und kündigt Gegenwehr an. Großflächig wurde an dem ehemaligen Uni-Shop plakatiert „Ihr vermietet? – wir besetzen!“ Bereits 2009 und 2015 hatten Aktivisten Räume im Seminargebäude als „selbstverwalteten Rückzugsort“ in Beschlag genommen. Die Besetzung vor drei Jahren dauerte mehrere Monate.

Von Mario Beck

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