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Lokales Streit um drei Meter: Unister-Neubau an der Goethestraße liegt seit Monaten auf Eis
Leipzig Lokales Streit um drei Meter: Unister-Neubau an der Goethestraße liegt seit Monaten auf Eis
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21:36 15.02.2010
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Leipzig

In Leipzig hingegen ringe Unister seit vielen Monaten mit der Stadtverwaltung um die Frage, ob die neue Firmenzentrale am Brühl 76 eine Höhe von 36,8 Metern haben darf. Das wären etwa drei Meter mehr als es der Siegerentwurf eines Architektenwettbewerbs vorsah, den Unister und die Stadt im vergangenen Sommer gemeinsam veranstalteten.

Etliche Treffen und mehrere Varianten für eine einvernehmliche Lösung habe es seitdem gegeben, berichtet Christian Albrecht, Baumanager bei Unister. Nach langem Hinhalten und nur vagen Auskünften durch die Stadtplaner habe er im November 2009 gedacht, nun sei der Durchbruch endlich erreicht. "Bei einer gemeinsamen Beratung schlug Wolfgang Kunz, der Leiter des Stadtplanungsamtes vor, das Höhenproblem durch eine zweite Trauflinie und einen baulichen Rücksprung ab dem siebten Geschoss zu lösen." Zudem hätten Kunz und Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) auf den Plänen von Hand Linien eingezeichnet, wie die Übergänge der Dachlandschaft zu den Nachbarbauten harmonisiert werden könnten.

Um so größer sei die Enttäuschung gewesen, als Unister entsprechende Änderungen einreichte, die Stadt diese aber nun als "nicht genehmigungsfähig" abschmetterte, so Albrecht. "Wir bekommen nie verlässliche Aussagen. So kann kein Investor planen." Laut Unister-Chef Thomas Wagner hat der monatelange Zeitverzug bereits 80 Jobs in Leipzig gekostet.

Zur Nedden betont hingegen, bei den Hinweisen im November habe es sich um Prüfaufträge gehandelt. Im Dezember habe er sich erneut mit Unister getroffen. Einen weiteren Termin im Januar, für den die Stadt neue Vorschläge erwartet habe, hätte der Investor abgesagt. "Uns ist diese Firma sehr wichtig und natürlich auch die Arbeitsplätze", sagt der Baubürgermeister. "Doch wir müssen uns an rechtliche Rahmenbedingungen halten. Auch Unister wäre nicht geholfen, wenn wir eine Baugenehmigung erteilen würden, gegen die Anrainer erfolgreich klagen können."

Heike Scheller, Sachgebietsleiterin Mitte im Stadtplanungsamt, wird noch deutlicher. "Im Herbst bekamen wir plötzlich einen neuen Entwurf, der drei Meter höher als der Wettbewerbssieger ausfiel. Dabei sahen die Nachbarhäuser nur noch wie Spielzeug aus." Schon die Wettbewerbsjury habe den Investor davor gewarnt, "die Qualität des Entwurfs durch eine Maximierung der geplanten Baumasse zu gefährden".

Indes emfindet es Unister-Sprecher Korosides als "absurd", ein Millionenprojekt zu behindern, nur weil der Investor statt zehn nun elf Etagen bauen will. "Auf der Etage wollen wir 200 Mitarbeiter unterbringen."

Jens Rometsch

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