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Lokales Streitfall Grünfläche - Leipziger Bürgerinitiative will keine Kindertagesstätte
Leipzig Lokales Streitfall Grünfläche - Leipziger Bürgerinitiative will keine Kindertagesstätte
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01:00 04.07.2013
Parkanlage in der Gohliser Straße. Quelle: Christian Nitsche

Eine Bürgerinitiative findet, dass die Grünfläche ungeeignet ist und ein Neubau nicht ins architektonische Ensemble des Viertels passt.

Zunächst war geplant, am Standort Gohliser Straße eine Kita in Modulbauweise zu errichten. Weil dies keineswegs billiger ist, soll inzwischen ein konventionelles Gebäude entstehen (die LVZ berichtete). Doch in der Nachbarschaft macht sich zunehmend Widerstand gegen das Vorhaben breit. So hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die die Grünfläche erhalten will. "Um Missverständnisse gleich im Voraus zu vermeiden: Unsere Initiative und ihre Unterstützer sind für den Bau von Kindertagesstätten und sehen wie die Verantwortlichen der Stadt die Notwendigkeit, die Anzahl der Betreuungsplätze für Kinder zu erhöhen", heißt es in einer Erklärung.

Der Initiative gehören etliche Gohliser an, die sich übergangen fühlen. Hintergrund: Der Stadtrat hat zwar bereits im April 2013 einen Planungsbeschluss gefasst, dort eine Kindertagesstätte mit 165 Plätzen, davon 45 in der Krippe, zu errichten. Auch der Stadtbezirksbeirat Nord stimmte im Vorfeld einmütig zu. Dennoch fühlen sich viele Bürger nicht richtig informiert. Sie haben den Eindruck, dass die Stadt "aufgrund des hohen Bedarfs an Betreuungsplätzen" mit dem Grundstück "eine schnelle und hektische Lösung" gesucht und durchgesetzt hat. Daher hat die Initiative sich nun erneut an die Ratsfraktionen gewandt.

"Wir verstehen, dass die Stadt Druck hat. Wir verstehen aber nicht, dass sie die Bürger im Stadtteil nicht vorher detailliert über das Vorhaben informiert", sagt Hans Bergerhoff, einer der Initiatoren. Marian Elsner und andere Mitstreiter haben verschiedene Gründe aufgeschrieben, die gegen eine Kita an diesem Standort sprechen. Befürchtet wird beispielsweise, dass ein Neubau die historischen Gebäude in ihrem Wirkungsraum beschneidet. Aber auch Lärm- und Feinstaubbelastung sowie die Verkehrssituation in einer "der meist befahrenen Straßen Leipzigs" werden aufgeführt. Als problematisch haben letzteres auch die Linken im Vorfeld der Entscheidung gesehen. Die Verwaltung sicherte aber zu, durch eine U-förmige Gestaltung des Gebäudes eine Lösung für eine Lärmminderung zu schaffen sowie die Fassade örtlichen Gegebenheiten anzupassen. "Der Standort ist für eine Kita geeignet. Sie wird gut aussehen", sagt Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD). Auf der September-Tagung will er dem Rat einen Baubeschluss vorlegen, damit das Kita-Gebäude zügig gebaut werden kann. Im Gespräch ist sogar, einen Fassadenwettbewerb durchzuführen.

Verschiedene Anwohner fordern dennoch, dass die Verwaltung Alternativen prüft. Das hat sie allerdings im Vorfeld getan. Im Stadtteil Nord gibt es keine weiteren geeigneten Grundstücke im Eigentum der Stadt, heißt es in einem Papier für den Stadtrat. Alternative Grundstücke stehen momentan nicht zum Verkauf.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.07.2013

Mathias Orbeck

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