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Streitobjekt Heizpilz – Leipziger Linke setzt sich für erneutes Verbot ein

Streitobjekt Heizpilz – Leipziger Linke setzt sich für erneutes Verbot ein

Während es draußen langsam kühler wird, geht es im Leipziger Stadtrat eher hitzig zu. Grund dafür ist ein erneuter Vorstoß der Linken, die so genannten Heizpilze in Freisitzen zu verbieten.

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Heizpilze sind in sächsischen Biergärten weiter erlaubt.

Quelle: dpa

Leipzig. Im April war die Fraktion bereits mit diesem Anliegen gescheitert. Stattdessen setzte die Stadt auf eine gemeinsame Kampagne mit dem Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA. Auf der jüngsten Stadtratssitzung hatte die DEHOGA Ergebnisse einer Wirte-Befragung vorgelegt, nach denen 100 von 600 Gastronomen künftig auf die umstrittenen CO2-Produzenten verzichten wollen. Für die Linke war das Grund genug für einen erneuten Verbotsantrag:

„Ergebnis reicht uns nicht“

„Dieses Ergebnis reicht uns nicht“, sagte Linken-Stadtrat Sören Pellmann gegenüber LVZ-Online auf Anfrage. „Die Kampagne sollte zu einer deutlichen Reduzierung führen, aber dieses Ziel hat die DEHOGA nicht erreicht. Gefühlt sind es in diesem Winter eher mehr gasbetriebene Heizpilze geworden, als im vergangenen Jahr.“ Ein annehmbares Ergebnis wäre für ihn ein Rückgang der Heizstrahler um 50 Prozent gewesen, so Pellmann. „Aber ohne ein Verbot wird die Zahl auch im nächsten Jahr nicht weiter zurückgehen“ ist sich der Linken-Politiker sicher.

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Leipzig. Ein kühles Getränk am wärmenden Heizpilz – das wird auf Leipzigs Freisitzen auch künftig möglich sein. Der Stadtrat lehnte am Mittwoch ein Verbot von gas- und elektrisch betriebenen Wärmestrahlern ab. Der Vorstoß der Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/ Die Grünen erregte die Gemüter der Politiker.

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In Berlin, wo es in fünf von zwölf Bezirken bereits ein Verbot der Heizpilzen gibt, seien Klagen der DEHOGA vor Gericht gegen ein Verbot bereits gescheitert. „Es gibt also juristische Möglichkeiten, um gegen die Heizpilze vorzugehen“, sagte Pellmann. Wie der Leipziger Stadtrat entscheiden werde, zeige sich frühestens im Januar. Weil der Antrag beim letzten Mal an den Grünen gescheitert sei, werde die Linke das Gespräch mit ihnen suchen, so Pellmann. „Gemeinsam hätten wir eine Chance, dass der Antrag dieses Mal eine Mehrheit findet.“

DEHOGA-Geschäftsführer Holm Retsch reagierte verärgert auf den erneuten Vorstoß der Linken: Wir werden alles dafür tun, um die Stadtratsfraktion davon zu überzeugen, dass die Heizpilze bleiben.“ Der Streit lasse sich seiner Meinung nach nur durch ein bundesweites Gesetz lösen, so Retsch. „Es kann nicht sein, dass in einigen Kommunen Heizpilze verboten sind und in anderen nicht, das führt zu Wettbewerbsverzerrungen.“

44 Ozonkiller in der Stadt

Von den 600 Wirten, die im Leipziger Regionalverband der Sächsischen DEHOGA organisiert sind betreiben rund 500 Freisitze. „Rund ein Drittel der Wirte heizen ihre Freisitze mit Heizpilzen“, erklärt DEHOGA-Chef Retsch. Er schätzt, dass rund 400 der umstrittenen Ozonkiller - pro Stunde produzieren sie rund 3,5 Kilogramm Kohlendioxid - in der Stadt stehen.

Über die Hompage der DEHOGA, im Wirteblatt und bei verschiedenen Veranstaltungen hatte der Verband bei seinen Mitgliedern dafür geworben, freiwillig auf die klimaschädlichen Heizpilze zu verzichten. „Zehn Prozent der Wirte wollen die Heizpilze künftig komplett abschaffen und weitere zehn Prozent rüsten um auf Elektro-Strahler“, so Retsch.

Der Geschäftsführer hat nur wenig Verständnis für die anhaltende Diskussion: „Im Verhältnis zu anderen Maßnahmen im Luftreinhalteplan der Stadt macht die Luftverschmutzung durch die Pilze nur einen verhältnismäßig kleinen Teil aus“, findet Retsch. „Ich verstehe nicht, warum hier eine Branche durchs Dorf getrieben wird, wenn von den insgesamt 30 Maßnahmen nur zwei umgesetzt worden sind.“

Trend geht zum Draußen sitzen

Auch die Gastronomen reagierten häufig mit Unverständnis. „In Europa geht der Trend immer mehr zum Draußen sitzen und wir müssen uns nach unseren Gästen richten“, so Retsch. „Durch die verregnete Saison mussten die Wirte in diesem Jahr bereits Umsatzeinbußen von fünf Prozent hinnehmen. Viele nutzen die Heizpilze deshalb, um die Saison zu verlängern.“

Für Grünen-Stadtrat Norman Volger kommt der erneute Verbots-Antrag der Linken etwas übereilt. „Nach einem halben Jahr ist es zu früh, um ein Fazit der Kampagne zu ziehen“ so Volger. „Ziel sollte es natürlich weiterhin sein, irgendwann komplett auf die Heizpilze zu verzichten, aber das Ergebnis der DEHOGA ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.“

Stefanie Buessing

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