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Streitparteien hoffen friedlichere Zukunft

Leipziger Alpenverein Streitparteien hoffen friedlichere Zukunft

„Zwietracht statt Kameradschaft“ titelte die LVZ vor knapp zweieinhalb Jahren über die Zustände in der Sektion Leipzig im Alpenverein. Munter ging es seither weiter. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer.

Fast 100 Gäste kamen dieser Tage zur Einsegnung des Anbaus für die von der Leipziger Alpenverein-Sektion betriebene Sulzenauhütte. Ob das einträchtige Miteinander zur Zeremonie Bestand hat, wird die Zukunft zeigen.
 

Quelle: privat

Leipzig. „Es war eine tolle Einsegnung – mit wahrem Kaiserwetter“, berichtet Leipzigs Vereinschef Henry Balzer stolz über die kürzlich stattgefundene Zeremonie. Circa 100 Menschen, viele von ihnen auch aus Leipzig, hätten daran teilgenommen. Ebenso Kritiker des aktuellen Vorstands, die neben Lob für das Vollbrachte im Nebensatz aber anmerkten, dass bei mit dem Bau verbundenen Entscheidungen manch Gremium übergangen worden sein soll – wie das Hüttenaktiv. Doch auch sie hoffen auf eine gedeihlichere Zukunft.

Der Umbau der laut Internet-Umfrage beliebtesten Hütte auf dem Stubaier Höhenweg kostete rund 900 000 Euro. Ein Drittel mussten die Leipziger zusteuern, wie Balzer erläuterte. Er lobt zugleich den großen Einsatz vieler Helfer aller Altersgruppen bei Planung und Umsetzung des wohl größten Vereinsprojekts der letzten Jahrzehnte.

Im Gespräch mit der LVZ äußert sich der Chef der zweitältesten Alpenverein-Sektion in der Bundesrepublik auch zu fast allen Problemfeldern. Er sieht den Verein nach „teils heftigen Unstimmigkeiten“ alles in allem auf einem guten Weg. Das liegt wohl auch daran, dass bei der Nachwahl („wegen Formfehlern“) zwei Personen, an denen sich der Zwist maßgeblich entzündet hatte, nicht die notwendigen Stimmen für die angestrebten Funktionen erhielten. „Da sind immer wieder Sachen hochgekocht“, umschreibt es der darüber offenbar nicht ganz unglückliche Balzer vorsichtig. Und: „Man kann nicht in Menschen hineinsehen, ob sie ihren Aufgaben gewachsen sind oder ob sie ein paar für das Amt nicht förderliche Charaktereigenschaften haben.“

Selbstkritisch merkt der Chef von gut 3000 Leipziger Alpinisten an, dass der 25. Jahrestag der Wiedergründung Ende vorigen Jahres „komplett an uns vorbeigegangen“ ist. Das Baugeschehen auf der Sulzenauhütte führt er als einen Grund an. „Beim 30. machen wir es aber besser“, sichert er zu. Und natürlich zum 150. Geburtstag der ursprünglichen Gründung, der 2019 gefeiert wird.

Das große Manko in Sachen Öffentlichkeitsarbeit – einer der Hauptkritikpunkte des anderen Lagers – will Balzer schon in nächster Zeit angehen. „Gemeinsam mit dem Beirat versuchen wir, unser neues Konzept umzusetzen“, sagt er. Zwei Damen sollen demnächst für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sein. Auch die neue Internetseite wird nach seinen Vorstellungen dazu beitragen, ebenso die Mitteilungshefte. Die stattgefundene Zensur in der internen Kommunikation bedauert Balzer zum Teil. „Wir werden künftig verschiedene Meinungen veröffentlichen – insofern sie einer Sache oder einer Person nicht schaden“, verspricht er.

Zudem sollen Interessenten für die Mitarbeit in den Alpenverein-Gremien gefunden werden. „Das ist aber nicht so einfach“, erklärt Balzer. Als vor einiger Zeit zu einer Diskussionsrunde zu neuen Strukturen, Funktionen und Ideen geladen wurde, seien lediglich zwei Mitglieder erschienen.

Den Knatsch der letzten Jahre sieht Balzer in erster Linie in einem „Generationenproblem“ begründet – „wie in anderen Sektionen auch“. Ob er den zumeist älteren Rebellen die Hand ausstrecken wird? Die Beantwortung bleibt etwas nebulös, doch nicht grundsätzlich abweisend.

Wo steht der Verein in fünf Jahren? „Wir haben das 150-jährige Bestehen gefeiert und die Mitgliederzahl liegt über 3500“, so Balzer. Außerdem hoffe er, es geschafft zu haben, dass die ehrenamtliche Arbeit auf viele Schultern verteilt sowie die Verbindung zwischen den Generationen gestärkt ist und dass der Verein in seiner Außendarstellung stärker wahrgenommen wird.

www.dav-leipzig.de

Von Martin Pelzl

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