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Lokales Strenge Kontrolleure verärgern Leipziger Eltern
Leipzig Lokales Strenge Kontrolleure verärgern Leipziger Eltern
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16:56 19.05.2015
Leipziger Straßenbahn Quelle: André Kempner

Wie jeden Tag fuhr Martin Wiederspächer auch am Dienstag von der August-Hermann-Franke-Grundschule auf der Alten Messe mit der Linie 11 nach Hause. In der Straßenbahn nach Markkleeberg-Ost wurde der Zehnjährige am Connewitzer Kreuz kontrolliert. Neben der Monatsfahrkarte musste er dabei auch seinen Schülerausweis vorzeigen. Und weil der für dieses Jahr noch nicht von der Grundschule abgestempelt worden war, verdonnerte ihn der LVB-Inspekteur zu einer Strafe von 40 Euro. Für Vater Jan eine völlig überzogene Reaktion des Fahrscheinkontrolleurs. "Unser Sohn fährt seit fast vier Jahren mit dieser Karte", sagt er, "anstatt uns Eltern zu benachrichtigen, hat er unseren Sohn genötigt, einen Feststellungsbeleg zu unterschreiben."

Ähnlich erging es der Tochter von Daniela Hoppe. Die 15-jährige Antonia besitzt eine Schüler Mobil Card, eine Jahreskarte für 199 Euro. Das einzige, was auch ihr fehlte: der aktuelle Stempel, der ihren Schülerstatus belegt. "Was soll das Mädchen denn sonst sein außer Schülerin", fragt Daniela Hoppe. "Wir haben doch Schulpflicht in Deutschland." Auch in diesem Fall wurde das Schwarzfahrgeld von 40 Euro festgesetzt. In der Zwischenzeit entspann sich ein umfangreicher Schriftverkehr zwischen ihr und den Verkehrsbetrieben (liegt der LVZ vor). Darin begründeten die LVB ihr konsequentes Vorgehen, boten der Mutter allerdings an, das "erhöhte Beförderungsentgelt" von 40 auf 7 Euro zu reduzieren. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zur Schüler Mobil Card, so argumentieren die LVB, regelten zweifelsfrei, dass der Fahrausweis nur in Verbindung mit einer gültigen Ermäßigungsberechtigung Gültigkeit erlangt. Mit der Vorlage des Schülerausweises solle unter anderem sichergestellt werden, "dass nur der Inhaber des personengebundenen Fahrausweises diesen nutzt". Daniela Hoppe sieht in derlei Prinzipienreiterei nur eine Masche, an schnelles Geld zu kommen. "Melanie hatte doch nicht nur ihren Schülerausweis dabei, sondern auch ihren Personalausweis", berichtet sie.

Erst vor einigen Tagen zogen die LVB ein Strafgeld von einem Zwölfjährigen aus Kulanz zurück. Der Junge hatte seinen Schülerfahrschein zeitlich überzogen (die LVZ berichtete).

"Die sollen sich lieber mal die echten Schwarzfahrer vorknöpfen", findet Hoppe, "aber nicht Schüler auf diese Weise abzocken."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.05.2013

Staeubert, Klaus

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