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Stress bis zur letzten Minute: Leipziger Oper wird ballfein gemacht

Augustusplatz Stress bis zur letzten Minute: Leipziger Oper wird ballfein gemacht

Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen für den 21. Leipziger Opernball, der am Sonnabend am Augustusplatz unter dem Motto „Shalom Israel“ gefeiert wird. 2200 Gäste und zahlreiche Prominente werden erwartet.

Der Hauptpreis für die Opernball-Tombola wird angeliefert, ein roter Porsche Cayman im Wert von fast 74 000 Euro.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Ausnahmezustand am Augustusplatz: Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen für den 21. Leipziger Opernball, der am Sonnabend unter dem Motto „Shalom Israel“ gefeiert wird. Neben den Vorstandschefs von Porsche und Volkswagen fahren Samstag ab 17 Uhr auch viele Prominente am roten Teppich vor. 35 Shuttlefahrzeuge sind im Einsatz.

Schaulustige können Schnappschüsse von The BossHoss, DJ Ötzi, Richy Müller, Rudi Cerne, Natascha Ochsenknecht, Uschi Glas, Barbara Wussow, Natalia Wörner oder Privatbankier Friedrich von Metzler ergattern, außerdem von Schauspielern der Soko Leipzig und von „In aller Freundschaft“. 105 Medienvertreter haben sich angekündigt, darunter die ARD, RTL und Vox. Erstmals sendet der MDR eine halbe Stunde live vom Ball.

Millimeterarbeit Donnerstag Abend am Hauptportal der Oper: Ein roter Porsche Cayman wurde ins Foyer gerollt – der Hauptpreis für die Tombola im Wert von fast 74 000 Euro. Wer das richtige Los zieht, kann das 275 PS starke Schmuckstück für sage und schreibe zehn Euro mit nach Hause nehmen. Insgesamt gibt es mehr als 30 lukrative Preise. Sämtliche Tombola-Erlöse gehen an die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“.

30 Palmen aus einem Berliner

30 Palmen aus einem Berliner

Quelle: André Kempner

Maßarbeit auch bei den Künstlern: Der israelische Sänger und Moderator Ivri Lider sowie der israelische Starkoch Tom Franz ließen sich beim Festausstatter ihren Smoking anpassen. Popsängerin Marina Maximilian, ebenfalls aus Israel, traf am Nachmittag ein und begann auch gleich mit der Soloprobe.

Für die Verpflegung der 850 Gäste im Saal ist der Dresdner Gerd Kastenmeier zuständig. Das Menü im „Kosher Style“ wird von Jakow Kerzhner (37) vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde überwacht. Nachdem er sämtliche Küchengeräte mit heißem Wasser und Feuer kosher gemacht hat, überwacht er jetzt im Cateringzelt an der Goethestraße die Menüvorbereitungen. 3500 Gläser und 36 000 Flaschen Wein bringt Kastenmeier mit, außerdem eine Tonne Lebensmittel, 16 Kühlschränke, Kabel, Töpfe, Mülltüten, Fit und Pflaster.

Rund 350 Leute verwandeln seit Montag die Oper in einen Ballsaal für 2200 Gäste. Fast 700 Stühle mussten ausgebaut und auf den Seitenbühnen, unter der Drehbühne und im Orchestergraben zwischengelagert werden. Oliver Gerds (51) ist als Technischer Direktor zum dritten Mal hinter den Kulissen dabei. So turbulent wie dieses Jahr war es noch nie: „Wir arbeiten an allen Fronten gleichzeitig. Draußen wird das Spiegelzelt abgebaut, drinnen werden Technik, Licht, der Bühnenhintergrund eingerichtet.“ Denn mit dem Ball geht auch die sanierte Drehbühne wieder in Betrieb und die Künstler ziehen vom Spiegelzelt ins feste Haus zurück. Parallel zu den Ballvorbereitungen laufen die Proben für die nächste Premiere. Aber erst einmal wirken Solisten, Chor und Ballett der Oper am Ballprogramm mit. Eröffnet wird es von Tenor Guy Mannheim (37) aus Tel Aviv, der seit 2012 an der Oper Leipzig engagiert ist.

Erstmals kommt eine neue Lichtinszenierung zum Einsatz

Erstmals kommt eine neue Lichtinszenierung zum Einsatz.

Quelle: André Kempner

Getrübt wird die Begeisterung von Organisatoren und Sponsoren dadurch, dass Ministerpräsident Stanislaw Tillich kurz vor dem Ball seine Zusage erneut zurückgezogen hat. Hingegen tanzt er jedes Jahr auf dem Dresdner Semperopernball, der als private Veranstaltung sogar staatlich unterstützt wird. „Es sind auch die Leipziger und ihre Gäste, die zum Erfolg Sachsens beigetragen haben und ein freundliches Signal an die Welt senden – anders als derzeit in Dresden“, so die Geschäftsführer der Opernball GmbH Danilo Friedrich und Vivian Honert-Boddin.

 

Von Kerstin Decker

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