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Lokales Stromlose S-Bahn hält Leipziger Reisende zwei Stunden gefangen
Leipzig Lokales Stromlose S-Bahn hält Leipziger Reisende zwei Stunden gefangen
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23:59 24.06.2014
Auf der Linie S4 blieb eine S-Bahn auf dem Weg von Leipzig nach Taucha im "Stromloch" stecken. Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

Auf halber Strecke sei die Bahn - vermutlich durch einen Fahrer-Fehler - in einen stromlosen Abschnitt geraten und stehengeblieben. Von allein konnte die Bahn nicht weiterfahren.

"So hat es mehr als zwei Stunden gedauert, bis der Zug wieder nach Leipzig zurückgeschleppt wurde. Es gab keine Entschuldigung seitens der Bahn, niemand konnte im Zug sagen, wie lange es dauern wird, die Servicekräfte, die nichts dafür konnten, waren völlig überfordert", kritisierte Marita Dorn. Niemand habe den Eingeschlossenen ob der großen Hitze Getränke angeboten. "Die zum Abschleppen entsandte Lok hätte ja was mitbringen können", so die Tauchaerin. Immerhin seien im Zug auch Kinder gewesen. Sie verstehe zudem nicht, dass man nicht mal die Strecke kurz hätte sperren können, um den Passagieren das Aussteigen zu ermöglichen.

"Und der Clou kommt noch: Bei zwei Stunden Verspätung gibt es die Erstattung der Hälfte des Fahrpreises. Macht bei der Strecke Leipzig-Taucha bei einem normalen Fahrschein 1,45 Euro. Leider wird unter vier Euro nicht ausgezahlt. Aussage der Bahn: Man könne ja bis zu einem halben Jahr sammeln", schildert Marita Dorn.

Die Deutsche Bahn bestätigt den Vorfall. "Tatsächlich ist am 17. Juni um 17.34 Uhr die S 37450 in einem spannungslosen Abschnitt der Oberleitung - einer sogenannten Schutzstrecke - liegengeblieben", so eine Sprecherin auf Anfrage. Zahlreiche S-Bahnen seien über Leipzig-Mockau umgeleitet worden, dadurch wäre der Halt in Leipzig-Nord entfallen. "Darüber hinaus kam es zu Teilausfällen zwischen Leipzig-Thekla und Geithain, Leipzig-Hauptbahnhof und Torgau, Leipzig-Hauptbahnhof und Borna sowie Zugverspätungen auf der S 4", erklärt die Bahn-Mitarbeiterin. Aufgrund "der topografischen Bedingungen" sei eine Evakuierung der Reisenden aus der liegengebliebenen S-Bahn auf freier Strecke nicht möglich gewesen. Eine Streckensperrung des benachbarten Gleises hätte noch zu weiteren Behinderungen im Zugverkehr geführt. "Insofern wurde entschieden, den Zug mit einer Hilfslok abzuschleppen."

Zum Thema Erstattung sagt sie: "Leider lassen die rechtlich verbindlichen Fahrgastrechte keine weiteren Schadenersatzforderungen zu." Details gebe es im Internet. Und: "Der Vorfall wird kritisch ausgewertet. Solche Probleme sollen natürlich nicht entstehen", so die Bahn-Mitarbeiterin. Dass es keine Information gegeben habe, wie es weiter- gehe, "tut uns sehr leid". Es sei halt manchmal schwer zu prognostizieren, wann ein Abschleppfahrzeug am Ereignisort sein könne. "Es wurde tatsächlich zunächst versucht, den liegengebliebenen Triebwagen mit einem folgenden ,durchzudrücken'", was jedoch gescheitert sei.

*Name geändert

www.fahrgastrechte.info

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.06.2014

Pelzl, Martin

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