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Lokales Studentenwerk eröffnet große Kita
Leipzig Lokales Studentenwerk eröffnet große Kita
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22:52 22.12.2009
Quelle: André Kempner
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Wer bei dem Wort Passivhaus noch immer an kleine Fenster und dunkle Räume denkt, wird in dem neuen Schmuckstück des Leipziger Studentenwerks komplett eines besseren belehrt. Raumhohe Glasfassaden lassen viel Tageslicht herein. Und ermöglichen den Ausblick in jede Richtung. Ringsum sind Schneemänner, die Turnhalle Leplaystraße und das Studentenwohnheim an der Nürnberger Straße zu sehen.Doch nicht nur in den Randzimmern des Flachbaus, der einst eine Kinder- und Jugendsportschule (KJS) beherbergte, ist es jetzt taghell. In der Mitte entstand eine 80 Quadratmeter große Piazza - sie dient als Willkommens- und Betätigungsort für Kinder und Eltern. Ein hoher Kletterturm aus Holz steht dort bereits, ebenso wie eine Staffelei.

Die acht gewaltigen Kugellampen über der Piazza müssen erst eingeschaltet werden, wenn es draußen dämmert, erklärt Architekt Daniel Kirsch vom Leipziger Büro Hoffmann und Hofmann. "Dieser Teil war zuvor eine Mensaküche. Wir haben das Flachdach aufgebrochen und einen laternenförmigen Aufbau mit umfließendem Fensterband oben drauf gesetzt. Auch durch Glassteine in den Wänden und Glaseinsätze in den Türen dringt viel Helligkeit herein. So wird die Piazza zum angenehmen Lichthof."Es ist die erste große Kindertagesstätte, die das Leipziger Studentenwerk errichten konnte, freut sich der dortige Geschäftsführer Frank Kießling. "Und zwar sehr günstig gelegen zwischen der Universität und dem Medizincampus an der Liebigstraße. Bisher konnten wir den jungen Müttern und Vätern unter den Studenten nur 27 Betreuungsplätze ganz weit draußen - in der Bornaischen Straße 138 - anbieten. Und den kleinen Kinderladen, der in diesem Jahr in die Mensa am Park umgezogen ist." An der Brüderstraße ist nun genug Platz für 105 Kinder. Darunter 36 Krippen- und sechs Integrationsplätze für behinderte Kinder. Die Vergabe erfolgt zuerst an studentische Eltern, dann an Hochschulmitarbeiter und erst im dritten Rang an sonstige Interessenten. "Schließlich haben wir als Studentenwerk 1,25 Millionen Euro in das Vorhaben investiert." Vom Land und Bund gab es einen Zuschuss von 420 000 Euro für die energetische Sanierung des alten DDR-Plattenbaus.Das Thema Passivhaus war dem Studentenwerk besonders wichtig. "Es geht hier um die Zukunft der Kinder und dazu gehört auch eine intakte Umwelt", betont Kießling. Zwar wurde der Definitionswert für ein Passivhaus aufgrund der alten Gebäudestruktur nicht ganz erreicht. Doch durch Maßnahmen wie eine durchgängige Dreifachverglasung der Scheiben (die Fensterrahmen wurde extra bei einer Spezialtischlerei in Löbau angefertigt), durch eine Solarthermie-Anlage auf dem Dach sowie 30 Zentimeter dicke Wärmedämmschichten erreicht die Kita Energieverbrauchswerte, die unter 20 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr liegen. "Das ist extrem gut und entspricht etwa einem Sechstel des Wertes einer Kita in normaler Bauweise", hat Architekt Kirsch berechnet. Im Leipziger Kita-Bereich dürfte ein solches Energiewunder bislang einzigartig sein.Ein weiterer Vorzug: Von Anfang an haben die Initiatoren eng mit der Fröbel Leipzig gGmbH zusammengearbeitet, die in der Stadt bereits 15 Einrichtungen für Kinder und Jugendliche betreibt. So konnte das naturwissenschaftlich orientierte Fröbelkonzept, zu dem beispielsweise eine Lernküche für die älteren Kinder, physikalische Anlagen wie eine blaue Wasserbett-Matte sowie etliche naturnah gestaltete Kletteranlagen gehören, schon in die Umbauplanung einfließen. "Bei all den Ideen, die Fröbel hier umsetzt, kann man sich nur wünschen, noch mal Kind zu sein", seufzt Cornelia Ködderitzsch, Gruppenleiterin beim Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), der den Umbau des gesamten Objekts managt. "In den Obergeschossen des linken Gebäudeflügels zieht später das Institut für theoretische Physik der Universität ein", erklärt sie. Die Rohbauarbeiten dafür habe die SIB-Truppe in den vergangenen Monaten gleich mit ausführen lassen: inklusive des Baus eines separaten Eingangs und eines Fahrstuhls. Damit es keinen Baulärm und Staub mehr gibt, wenn am 4. Januar die ersten Kinder in der Kita begrüßt werden.

Jens Rometsch

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