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Lokales Studie zeigt: Gutverdiener bestimmen Politik - auch Leipzig untersucht
Leipzig Lokales Studie zeigt: Gutverdiener bestimmen Politik - auch Leipzig untersucht
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23:55 11.12.2013
Wer arbeitslos ist, wenig verdient und die Schule geschmissen hat, verzichtet eher auf sein Wahlrecht. Quelle: dpa

Unter 28 deutschen Großstädten, deren Strukturdaten für die Erhebung untersucht wurden, ist auch Leipzig. Hier lag die Wahlbeteiligung im September bei 67,9 Prozent - und damit 3,6 Punkte hinter dem Bundesdurchschnitt. Je nach Stadtteil schwankte die Wahlbeteiligung erheblich: von 46,7 Prozent in Volkmarsdorf bis zu 82,2 Prozent in Schleußig.

"Arbeitslosigkeit, Bildungsstand und Kaufkraft haben nachweislich maßgeblichen Einfluss auf die Wahlbeteiligung", erklärte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. Dies führe zu einer "zunehmenden sozialen Spaltung unserer Demokratie". Die Studienergebnisse belegen das empirisch. So finden sich in den Leipziger Stadtteilen mit der niedrigsten Wahlbeteiligung prozentual dreimal so viele wirtschaftlich schwächere Haushalte, doppelt so viele Menschen ohne Schulabschluss und mehr als dreimal so viele Arbeitslose wie in den Stadtteilen mit der höchsten Wahlbeteiligung.

Damit schwindet nach Ansicht der Autoren der Studie die soziale Repräsentativität des Bundestagswahlergebnisses. Den größten Einfluss auf die Zusammensetzung des Bundestages und damit die Politikgestaltung in den nächsten vier Jahren haben demnach die mittleren und oberen Milieus, die Sozialschwachen sind dagegen unterrepräsentiert. Und je prekärer die soziale Situation in einem Stadtteil ist, desto geringer fällt dort die Wahlbeteiligung aus. Hier einige Beispiele - jeweils zwei Stadtteile mit der niedrigsten und höchsten Wahlbeteiligung sowie ein Stadtteil im Mittelfeld:

Volkmarsdorf: Wahlbeteiligung 46,7 Prozent. Zwei Drittel der Haushalte leben in prekären Verhältnissen, jeder Fünfte ohne Schulabschluss, Abiturquote 15 Prozent, 17,8 Prozent Arbeitslosigkeit, mit 21 000 Euro pro Jahr verfügen die Haushalte über die stadtweit niedrigste Kaufkraft.

Grünau-Nord: Wahlbeteiligung 54,6 Prozent. 60 Prozent der Haushalte zählen zu den sozial schwachen Milieus, jeder Sechste ohne Schulabschluss, Abiturquote 15,9 Prozent, 14 Prozent Arbeitslosigkeit, Kaufkraft 25 000 Euro.

Zentrum-Südost: Wahlbeteiligung 68 Prozent. Ein Viertel der Haushalte gehört den sozial prekären Milieus an, jeder Zehnte ohne Schulabschluss, jeder vierte Einwohner hat Abitur, Arbeitslosigkeit 7,4 Prozent, Kaufkraft 35 000 Euro.

Zentrum-Nordwest: Wahlbeteiligung 78,7 Prozent. Ein Drittel hat Abitur, 11,5 Prozent sozial schwache Haushalte, 8,1 Prozent ohne Schulabschluss, jeder Dritte hat Abitur, 3,3 Prozent Arbeitslosigkeit, mit 40 000 Euro höchste Kaufkraft in Leipzig.

Schleußig: Wahlbeteiligung 82,2 Prozent. 11,5 Prozent sozial schwache Haushalte, 9,3 Prozent ohne Schulabschluss, jeder Vierte hat Abitur, 4,6 Prozent Arbeitslosigkeit, Kaufkraft 31 500 Euro.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.12.2013

Klaus Staeubert

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