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Lokales Studie zu Leipzigs Medienwirtschaft: IT-Branche brummt, Verlagswesen schrumpft
Leipzig Lokales Studie zu Leipzigs Medienwirtschaft: IT-Branche brummt, Verlagswesen schrumpft
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20:24 17.08.2017
Der Software-Anbieter Comparex hat seine Zentrale im Leipziger Norden jüngst um ein Drittel erweitert, beschäftigt über 600 Mitarbeiter in der Messestadt. Quelle: pd
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Leipzig

Auf den ersten Blick ist alles in Butter mit Leipzigs Medien- und Kreativwirtschaft. Von 2009 bis 2016 entstanden fast 6800 neue Jobs in diesem Bereich, in dem nun 31 500 Menschen arbeiten. Von der Zahl der Arbeitsplätze her ist es der drittgrößte Wirtschaftssektor in der Stadt: nach der Gesundheitswirtschaft sowie Logistik.

Dennoch: Laut der Studie „Medien- und Kreativwirtschaft in Leipzig 2017“, die gestern im Rathaus vorgestellt wurde, leiden zwei der sieben Teilbranchen unter Rückgängen. Das betreffe besonders das Druck- und Verlagswesen, welches kontinuierlich schrumpft, erklärte Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU). Zurzeit stünden dort nur noch 2360 Menschen in Lohn und Brot – 674 weniger als im Jahr 2009. Zugleich nehme auch die Zahl der geringfügig Beschäftigten in diesem Sektor stark ab. Die Rundfunk- und Filmwirtschaft konnte jüngst wieder zulegen, habe mit 3813 Festangestellten eine Delle aus den Jahren 2013 und 2014 aber noch nicht wieder ganz ausgeglichen. „Das hing mit Änderungen bei den Auftragsvergaben großer Unternehmen wie dem MDR zusammen“, so Albrecht dazu.

Ein stetes Wachstum zeigten die Teilbranchen Künste und Musik (jetzt 3391 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte), Werbung und Öffentlichkeitsarbeit (1507) sowie Architektur und Design (748). Förmlich explodiert sind unterdessen die Zahlen bei der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), die von 8570 Festangestellten im Jahr 2009 auf aktuell 12 336 zulegen konnte. Auch der Bereich Messen und Dienstleistungen entwickelte sich herausragend gut – mit einem Plus von 2900 auf 7340 Mitarbeiter. Allerdings ging allein in diesem Sektor, zu dem auch die Call-Center gehören, der Umsatz pro Beschäftigtem stark zurück.

Allein in den Jahren zwischen 2011 und 2015 konnte die Leipziger Medien- und Kreativwirtschaft ein Umsatzwachstum von fast 50 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro erreichen, erläuterte Professor Rüdiger Wink von der hiesigen Hochschule HTWK. Sein Fachbereich hat die Studie im Auftrag des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt erstellt. „Insgesamt ist es jedoch sicherlich verfrüht, Leipzig als neue ‚IT-Hochburg‘ oder Zentrum der Medien- und Kreativwirtschaft auszurufen“, sagte er. In Leipzig gebe es überproportional viele kleine Unternehmen bis hin zur Ich-AG. Im Vergleich zu München oder Berlin fehle es an Schwergewichten. Gerade der so stark aufstrebende IKT-Bereich suche händeringend nach Fachkräften. „Dennoch bieten die Vielfalt in diesem Sektor und das in den vergangenen Jahren geschaffene Wachstum eine starke Basis zur Fortentwicklung“, so Wink.

Laut Bürgermeister Albrecht sind die Probleme erkannt. Sobald die Studie gründlich ausgewertet sei, wolle er dem Stadtrat Vorschläge unterbreiten, wie die Kommune Kooperationen oder Zusammenschlüsse bei kleineren Firmen unterstützen und die Nachwuchsausbildung fördern kann. „Comparex gehört heute zu den größten Sofware-Anbietern in Europa und hat seine Zentrale im Leipziger Norden gerade um ein Drittel erweitert. Erst letzte Woche wurde durch HL komm der Grundstein für den größten Datenknoten Ostdeutschlands in Leipzig gelegt“, verbreitete Albrecht Zuversicht.

www.leipzig.de/medienstudie

Von Jens Rometsch

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