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Lokales Südamerika-Rallye als Benefizprojekt für Leipziger Verein
Leipzig Lokales Südamerika-Rallye als Benefizprojekt für Leipziger Verein
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00:17 14.08.2016
Die Leipziger auf der Strecke von Huatayama (Titicacasee) nach La Paz – einer nicht beschilderten Umleitung. Tags zuvor waren die Rallye-Fahrzeuge in der Kleinstadt Copacabana vom Pater gesegnet und mit Blumen geschmückt worden. Quelle: Foto: privat
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Leipzig

„Das war keine Kaffeefahrt“, sagen Axel Lotz (67) aus Mölbis und Bernward Blank (57) aus Hildesheim. Immerhin: Die beiden Oldtimer-Fans sind wohlbehalten von ihrer selbstfinanzierten Benefiz-Rallye durch Südamerika, mit der sie sich in die Tour eines holländischen Veranstalters eingeklinkt hatten, zurück. Trotz Zündspule, die schon mal in der Gluthitze den Geist aufgab. Trotz mehrerer Pannen in unwegsamem Gelände und abenteuerlichen Seeüberquerungen per löchrigem Lattenfloß, auf der sich – beide mögen’s noch immer nicht glauben – ihr BMW 525i, Baujahr 1983, dennoch über Wasser hielt.

Die vierwöchige Rallye führte von Peru über Chile, Bolivien und Argentinien nach Brasilien, wo in der zu diesem Zeitpunkt längst nicht startklaren Olympia-Stadt Rio die Heimreise angetreten wurde. Natürlich bescherte das ganze Unterfangen den Protagonisten trotz vieler Erschwernisse Unvergessliches. Lotz etwa schwärmt von der Schönheit des peruanischen Titicacasees in rund
4000 Metern Höhe, von den Naturwundern Machu Picchu in Peru und den Wasserfällen Iguacu im Grenzgebiet von Argentinien und Brasilien. Und davon, „dass die Wüsten kein bisschen so sind, wie man immer denkt“. Sondern „sehr spannend“ sein können. Immer wieder trafen sie aber auch auf die Bewohner Südamerikas und bekamen zumindest eine Ahnung davon, wie die meisten dort mit minimalsten Ressourcen zusehen müssen, den Tag über die Runden zu kommen. So, dass Blank und Lotz sich nach ihrer Rückkehr jetzt gegenseitig schworen: „Sagt jemand ,Na erzählt doch mal!‘, sagen wir als ersten Satz: ,Es ist das größte Geschenk, hier auf diesem Kontinent, in Europa ohne Grenzen, geboren worden zu sein‘!“

Lotz und Blank hatten im Vorfeld ihrer mit 8000 Kilometern veranschlagten Oldtimer-Fahrt versucht, Sponsoren – vor allem Firmen – zu finden, die pro gefahrenen Kilometer einen Euro spendeten. Wie berichtet, wollten sie damit den Leipziger Verein Social Projects for The Gambia unterstützen, der sich dem Schulbau nebst entsprechender Bildungsarbeit für Kinder ab zwei Jahren in dem kleinen westafrikanischen Land verschrieben hat. „Unsere Rechnung ist soweit aufgegangen – 7300 Euro kamen zusammen“, sagt Lotz. Leider sei ein Streckenabschnitt auf der Tour vom Veranstalter gestrichen worden. „Aber das macht nichts, wir kommen schon noch auf die 8000 Euro“, winkt Lotz ab. Eine auf dem BMW unterwegs angebrachte Kamera habe bewegte Bilder gemacht. Die ganze Rallye soll in einen anderthalbstündigen Vortrag für diverse öffentliche Präsentationen „gepackt“ werden. „Das sind doch Gelegenheiten, wo sich der Klingelbeutel für den Gambia-Verein gewiss aufstellen lässt. So dass im Nachgang auch noch bisschen was zusammenkommt“, ist Lotz überzeugt – und spinnt den Faden noch weiter: Auch für die European Auto Classic Leipzig im Juni 2017 habe er
schon mit Organisator Friedrich C. Bayer besprochen, den Benefizgedanken einzubringen.

„Auf alle Fälle können wir nun im November in Gambia mit dem Brunnenbau für unsere zweite Vorschule in Kusamai beginnen“, freut Vereins-Vorsitzende Marika Bjick der finanzielle Beistand. Sie selbst kam kürzlich erst von einer Reise aus den gambischen Projekt-Orten zurück. „Unsere Vorschule in Kusamai ist mittlerweile umzäunt, jetzt soll noch einen Garten zur Eigenversorgung anlegt werden. Das steht und fällt aber mit einem Brunnen, der allerdings auch zum Händewaschen, zur Essenzubereitung und dergleichen einfach nötig ist.“ So mit Pumpe und Wassertank – wie ihn die Leipziger schon in ihrer ersten Vorschule in Tamba Kunda errichteten – würde das wohl wieder rund 6000 Euro kosten. Dank Spenden und einer erst kürzlich auf
250 angestiegenen, Beitrag zahlenden Mitgliederschar ließen sich überdies nun auch ein paar andere „Herzensangelegenheiten“ realisieren, wie Bjick meinte. „In der Schule in Kusamai können wir jetzt zwei Lehrern, die bisher ehrenamtlich unterrichteten, ein Gehalt zahlen. Auch zwei Köchinnen in der Schule in Tamba Kunda, die für die Kinder bislang gratis kochten, sollen nun ebenfalls Geld bekommen. Und eine junge Lehrerin, die dieses Jahr ein Baby bekam, möchten wir ab Dezember zur Ausbildung ans Teachercollege schicken, was allerdings nicht kostenlos ist.“

„Wir haben richtig Gefallen an dem Verein und wie er seine Projekte anlegt gefunden“, meint Lotz. „Da geht es um Nachhaltigkeit, um Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort. Jeder Spendencent wird da hinein investiert.“ Für den Oldtimer-Freund steht fest: „Wir werben wo immer es geht weiter für diesen Verein.“

Von Angelika Raulien

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