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Lokales "Tag der Kuhweide" bringt in Liebertwolkwitz Sorgen ans Licht
Leipzig Lokales "Tag der Kuhweide" bringt in Liebertwolkwitz Sorgen ans Licht
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23:59 05.10.2014

Dann folgt der nächste Teil der Übung. Mit dem Kopf nach unten lässt sich Lara von der Seite des braunen Pferdes hängen - alles im Trab.

Die Vorführung der Voltigiergruppe des Ortes ist einer der Höhepunkte beim "Tag der Kuhweide" am Sonnabend in Liebertwolkwitz. Während die Kinder und Jugendlichen ihr Können zeigen, sitzen die Besucher im Schatten zweier knorriger Apfelbäume und beobachten die Vorführung. Es sind vor allem Nachbarn, Eltern und Großeltern gekommen. Auch der eine oder andere Besucher des benachbarten Oktoberfestes schaut neugierig vorbei.

Organisiert haben das Fest die sieben Vereine, die sich das Gelände für ihre Arbeit teilen. "Das Ganze ist vor allem für den Nachwuchs gedacht", sagt Sven Hülße, Übungsleiter der Abteilung Ski des SV Liebertwolkwitz. Gerade deshalb gebe es nicht nur Vorführungen, sondern auch eine Reihe von Mitmachaktionen. "Bei uns können die Kinder Rollski ausprobieren, während die Wolkser Voltis Ponyreiten anbieten."

Seit etwas mehr als fünf Jahren beleben die Vereine das Gelände der früheren Milchviehanlage. Den "Tag der Kuhweide" feiern sie zum ersten Mal. Um den Nachbarn zu zeigen, "was hier tagsüber alles passiert", betont Hülße. Und auch, um bei der Stadt Aufmerksamkeit zu erzeugen. Denn die Vereine sorgen sich um die Zukunft des rund zwei Hektar großen Areals. "Wir haben schlichtweg Angst, dass das Grundstück verkauft wird", sagt Mara Bostelmann, Geschäftsführerin des Sportschulzentrums Liebertwolkwitz, zu dem die Voltigiergruppe gehört. Ein Teil des Geländes, der momentan noch brach liegt, sei von der Kommune zum Verkauf ausgeschrieben. Ob die Vereine ihre Arbeit ebenso frei fortsetzen können, wenn direkt nebenan eine Siedlung entsteht oder Lagerhallen etabliert werden? Mara Bostelmann hat da so ihre Zweifel.

Auch deshalb haben sich die Vereine von der Kuhweide zusammengetan, sind Anfang 2013 erstmals an die Stadt herangetreten. "Wir würden gern auch die zweite Hälfte der Brache pachten", erklärt Hülße. Doch für einen Kauf, den das Rathaus favorisiere, fehle das Geld.

Inzwischen haben die Vereine ein Nutzungskonzept ausgearbeitet. Die Eckpunkte haben die Voltigierer auf einer Schautafel zusammengefasst. Geplant sind beispielsweise bessere Trainingsmöglichkeiten und eine Kletterwand. "Damit könnten wir auch Kinder erreichen, die sich nicht für Pferde interessieren", erläutert Mara Bostelmann. Außerdem träumt die Voltigiergruppe von einer eigenen Reithalle, um auch im Winter trainieren zu können. Das alles soll unter der Maßgabe geschehen, die Kuhweide auch weiterhin für jedermann zugänglich zu halten.

Offiziell vorgelegt hat das Konzept das Liebertwolkwitzer Sportschulzentrum - weil die Stadt einen direkten Ansprechpartner braucht. Doch an diesem sonnigen Samstag wird klar: Die Sorgen um die Kuhweide beschäftigen alle.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.10.2014

Lehmann, Stefan

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