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Lokales Tag des offenen Denkmals: "Die Attraktion ist das Hôtel de Pologne"
Leipzig Lokales Tag des offenen Denkmals: "Die Attraktion ist das Hôtel de Pologne"
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11:30 08.09.2010
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In Leipzig wurde das bundesweite Motto "Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr" etwas weiter gefasst, erklärt Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD). Zum Tag des offenen Denkmals öffnen in vielen Städten Denkmale ihre Pforten, die sonst kaum zugänglich sind. Gleichwohl sei das Motto für Leipzig ideal, werde am Sonntag die Stellung als Handelsmetropole und Verkehrsknotenpunkt betont.

"Die Attraktion ist sicher das Hôtel de Pologne, einstmals jahrzehntelang Sitz des Messeamtes", sagt er. "Erstmals können die Einwohner den rekonstruierten großen Ballsaal besichtigen, den die Stadtbau AG als Eigentümer in den vergangenen Monaten aufwendig restauriert hat."

Das Hôtel de Pologne entstand 1847/48 auf den Grundmauern dreier Gasthäuser, in denen einst schon Luther, Melanchton und der namensgebende polnische König Stanislaw I. Leszynski nächtigten. Als ehedem größtes Leipziger Hotel wurde es 1890 durch den bedeutenden Architekten Arwed Rossbach (Universitätsbibliothek) im Stil der florentinischen Renaissance umgebaut.

Die drei neobarock gestalteten Festsäle, deren Pracht 1953 hinter dicken Farbschichten verschwand, tragen die Handschrift des Architekten Ludwig Heim (Berliner Grand-Hotel Bellevue und Palast-Hotel am Potsdamer Platz). Die Besucher am Denkmalstag kön- nen sich zudem ein Bild machen von der neuen Passage, die durch die Verbindung des Hôtel de Pologne mit dem Kretschmanns Hof entsteht, freut sich zur Nedden.

Organisiert wurde die Mammutveranstaltung durch das Baudezernat im Rathaus gemeinsam mit vielen Partnern. So laden nicht nur städtische Denkmalschützer zu Führungen ein (Norbert Baron führt mit Harald Baumann ab 15 Uhr durch die Buntgarnwerke, Stefan Krieg-von Hößlin ab 16 Uhr durch die Bleichert-Drahtseilbahnfabrik in Gohlis, Peter Leonhardt um 11 und 14 Uhr ab dem Treffpunkt Doppel-M über die Alte Messe).

Auch Vereine und Initiativen stellen ihre liebevoll gepflegten Schätze vor. So gibt es im Kino UT Connewitz an der Wolfgang-Heinze-Straße 12a um 13 Uhr eine Kinderführung und danach Flimmerstunde: mit Vereinschef Gernot Münnich, der vom Freistaat soeben mit dem "Joker im Ehrenamt" ausgezeichnet wurde. Auf dem Feinkost-Areal in der Karl-Liebknecht-Straße 36 steigt HTWK-Professor Ronald Scherzer-Heidenberger um 10, 12, 14 und 16 Uhr mit Neugierigen in die Tiefenkeller sowie das Labyrinth der ehemaligen Brauerei hinab (Unkostenbeitrag 8 Euro).

Die Kulturstiftung begibt sich von 9 bis 13.30 Uhr auf große Bustour zu den Highlights des Art Déco, darunter wenig bekannte Juwelen wie das evangelische Gemeindezentrum Böhlitz-Ehrenberg. Tickets hierfür (12/6 Euro) sind nur wochentags von 10 bis 13 Uhr in der Alten Nikolaischule erhältlich. Die Bustour endet übrigens am Grassimuseum, wo Sonntag von 10 bis 18 Uhr das Grassi-Fest steigt.

Jens Rometsch

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