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Lokales Tarifreform bei Strom und Gas – und neue Rabatte
Leipzig Lokales Tarifreform bei Strom und Gas – und neue Rabatte
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21:36 09.11.2018
Die Strompreise bei den Leipziger Stadtwerken steigen ab 1. Januar 2019 in der Grundversorgung um durchschnittlich zwei Prozent. Quelle: Jens Büttner (dpa)
Leipzig

Viele neue Angebote können die Kunden der Leipziger Stadtwerke ab dem nächsten Jahreswechsel nutzen – jedoch schon jetzt buchen. „Aus der Marktforschung wissen wir, dass sich die Meisten einfache und übersichtliche Tarife mit einem noch regionaleren Bezug wünschen“, erklärte Geschäftsführer Johannes Kleinsorg. Dem solle die größte Tarifreform seit zehn Jahren Rechnung tragen.

Einfluss nur noch auf 25 Prozent des Strompreises

„Wir halten die neuen Angebote für so attraktiv, dass wir damit auch vermehrt in Gebieten in der Region werben wollen, die nicht zu unserem bisherigen Kerngebiet gehören“, sagte er. Allerdings werde der Gesamtpreis nicht in jedem Fall billiger. Das liege an der Entwicklung bei staatlichen Abgaben, Netzentgelten und den Energiebörsen. „Faktisch sind für uns nur noch 25 Prozent des Strom- und 50 Prozent des Gaspreises überhaupt beeinflussbar. Wir arbeiten immer effektiver, um nicht alle zusätzlichen Kosten an den Endkunden weitergeben zu müssen.“

Neue Namen für die Grundversorgung

In der Grundversorgung Strom (das sind etwa die Hälfte der Kunden) steigen die Preise zum 1. Januar um zwei Prozent. Gleichzeitig sinken die Preise in der Grundversorgung Gas im Mittel um rund 15 Prozent, wodurch Besitzer eines Eigenheims über 250 Euro im Jahr einsparen. Die Grundversorgung, die man jederzeit kündigen kann, wird in Zukunft L-Strom-basis sowie L-Gas-basis heißen.

Einheitliche Dauer für Laufzeitverträge

Bei den Laufzeitverträgen, die seit 2009 unter dem Namen „Bestpreis“ angeboten wurden, kommen neue Offerten mit den Namen L-Bestpreis sowie L-plus hinzu. Sie bieten eine eingeschränkte oder volle Preisstabilität bis zum 31. Dezember 2020 (mehr dazu unten).

Rabatte für Schwimmhallen und LVB-Flex-Abo

Wer einen Plus-Vertrag abschließt, erhält obendrein 15 Prozent Rabatt bei allen Besuchen in Leipzigs kommunalen Freibädern und Schwimmhallen, außerdem 50 Prozent Rabatt auf den monatlichen Grundpreis (von 6,90 Euro) bei der LVB-Abo-Flex-Karte. Hinzu kommt noch ein Haushaltsschutz-Paket mit kostenlosen praktischen Dienstleistungen wie einem Türöffnungsservice oder dem Installateur-Notdienst. Rabatte für Angebote aus anderen Tochterunternehmen waren schon länger von der SPD-Fraktion im Leipziger Stadtrat gefordert worden.

Fernwärme kostet ab Silvester mehr

In vielen Fällen lohne es sich, bereits zum 1. Januar den alten „Bestpreis“-Vertrag auf einen neuen L-Tarif umzustellen, versicherte Kleinsorg. „Wer möchte, kann seinen alten Tarif auch weiter behalten und zum Ende der Vertragslaufzeit zu den dann gültigen Konditionen verlängern.“

Kein neues Tarifsystem gebe es für die Fernwärme. Dort werden die Preise zum 1. Januar 2019 im Durchschnitt leicht steigen, so der Geschäftsführer auf LVZ-Nachfrage. Der neue Preis liege dann immer noch unter jenen Werten, die nach der letzten großen Tarifreform 2016 Gültigkeit erlangten.

Und hier die Details im Überblick:

Grundversorgung: Bei dem gesetzlich vorgeschriebenen Grundversorgungstarif ändert sich ab 1. Januar 2019 der Name. Er heißt dann L-Strom-basis sowie L-Gas-basis. Der Preis steigt beim Strom um durchschnittlich zwei Prozent. Konkret sind es für einen Zwei-Personen-Haushalt (1800 kWh) pro Jahr 12,88 Euro mehr, für eine große Familie (3500 kWh) jährlich 5,74 Euro mehr. Fürs Erdgas müssen Kleinabnehmer deutlich tiefer in die Tasche greifen. Der typische Kochgas-Kunde (1000 kWh) zahlt jährlich 31,92 Euro drauf. Hingegen wird es für Großabnehmer mit Gasheizung billiger. Die Bewohner eines Eigenheims (20 000 kWh) sparen 256,88 Euro. Im Mittel sinkt der Gaspreis um 15 Prozent.

Laufzeitverträge: Neben den alten Bestpreis-Verträgen (mit Laufzeiten von ein oder zwei Jahren) bieten die Stadtwerke ab dem Jahreswechsel L-Tarife an. Deren Erstlaufzeit dauert einheitlich – also unabhängig vom Datum des Abschlusses – bis zum 31. Dezember 2020. Bei L-Strom-Bestpreis und L-Gas-Bestpreis halten die Stadtwerke ihre Preisbestandteile bis dahin stabil, reichen aber mögliche Änderungen von staatlichen Abgaben, Steuern, Umlagen an den Kunden weiter. Anders bei den ebenfalls neuen Premium-Tarifen L-Strom-plus und L-Gas-plus. Dort sind komplett unveränderte Preise bis zum 31. Dezember 2020 garantiert. Nur bei den Plus-Verträgen gibt es zudem Rabatte für das Flex-Abo der Verkehrsbetriebe (gedacht für Gelegenheitsnutzer von Straßenbahnen und Bussen), für den Eintritt in kommunalen Schwimm- und Freibädern und außerdem ein Gratis-Haushaltsschutzpaket (siehe oben).

Optionen: Wer sich für einen der neuen L-Laufzeitverträge entscheidet, kann dabei zwei zusätzliche Optionen nutzen. Erstens: Mit der Online-Option spart der Kunde einen Euro pro Monat – er verzichtet dabei auf Briefe, verwaltet seinen Vertrag nur noch über ein neues Online-Service-Portal der Stadtwerke. Zweitens: Wer die Öko-Option bucht, unterstützt damit die städtische Aktion „Baumstarke Stadt“ und erhält Strom aus dem Windpark in Sornzig-Ablaß zugeschrieben. Beim Strom kostet die Öko-Option 99 Cent pro Kilowattstunde (kWh), beim Gas 25 Cent pro kWh.

Rechenbeispiele: Auf der gerade aktualisierten Internetseite der Stadtwerke lassen sich individuelle Rechenbeispiele ermitteln. So zahlt eine große Familie (3500 kWh) beim Strom in der bisherigen Grundversorgung 1123 Euro pro Jahr, für L-Strom-basis (ab 1. Januar 2019) sind es 1128 Euro, für den bisherigen Bestpreis 1114 Euro, für den neuen L-Strom-Bestpreis 1095 Euro und für L-Strom-plus 1163 Euro. Beim Leipziger Durchschnittshaushalt (1800 kWh) lauten die Vergleichswerte: 636, 649, 630, 632 und 686 Euro. Für einen Single (1000 kWh) wären es 407, 428, 402, 414 sowie 462 Euro (alle Zahlen gerundet). Beim Gas ergeben sich für den Kochgas-Kunden (1000 kWh) in derselben Reihenfolge 173, 205, 158, 197 und 245 Euro. Für den Durchschnittshaushalt (14 000 kWh) wären es 1225, 1059, 1017, 947 und 1103 Euro. Bei der großen Eigenheimfamilie (20 000 kWh) sind es 1710, 1453, 1388, 1293 und 1499 Euro.

Von Jens Rometsch

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