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Lokales Tatort Internet: Leipzigs Polizeichef will externe Cybercops rekrutieren
Leipzig Lokales Tatort Internet: Leipzigs Polizeichef will externe Cybercops rekrutieren
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23:59 14.04.2014
Cyberkriminalität ist auch für die Leipziger Polizei ein wichtiges Thema. Quelle: dpa

Und nicht selten sind die Kriminellen den Ordnungshütern mehr als einen Klick voraus. Das Tempo, mit dem die Täter neue Methoden und Verfahren entwickeln, um ans schnelle Geld zu kommen, nimmt rasant zu. Deshalb will nun auch die Leipziger Polizei externe Computerexperten rekrutieren, die den Hackern auf die Schliche kommen sollen.

"Wir müssen unwahrscheinlich zulegen, was Experten für den IT-Bereich anbelangt", räumte Polizeipräsident Bernd Merbitz gegenüber der LVZ ein, "Da brauchen wir Zuwachs für die Kriminalpolizei." Zwar gebe es bereits ein Kommissariat mit qualifizierten Beamten, die sich ausschließlich mit Internetkriminalität beschäftigen. Doch die völlig neuen Formen der Kriminalität würden auch nach einer immer spezialisierteren Kriminalpolizei verlangen. "Aber wir werden nicht von heute auf morgen Polizeibeamte zu IT-Spezialisten machen", so Merbitz. "Deshalb bin ich dafür, geeigneten IT-Spezialisten polizeiliche Befähigungen zu geben."

Schon seit Jahren gibt es in Sachsen Pläne, behördenferne Computerexperten bei der Polizei einzustellen. Die Fachleute sollten, so sahen es anfängliche Pläne vor, direkt von bereits bestehenden Unternehmen gewonnen werden. Inzwischen hat das Innenministerium aber auch beispielsweise Quereinsteiger von der Bundeswehr im Blick. Mit diesen Fachleuten soll beim Landeskriminalamt (LKA) ein sogenanntes Cyber Crime Competence Center aufgebaut werden, um die Internetkriminalität wirksamer als bisher zu bekämpfen. Wer dort künftig arbeitet, so hieß es aus dem Ministerium, müsse nicht zwangsläufig auf eine Polizeischule gegangen sein.

Als Vorbild dient dabei wohl auch Sachsen-Anhalt, das Anfang Juni 2012 als erstes Bundesland ein Cyber Crime Competence Center gründete. In dieser Stabsstelle des LKA arbeiten 50 Bedienstete - neben den spezialisierten Sachbearbeitern des LKA auch externe Spezialisten als Informatiker, Mathematiker, Netzwerkforensiker, Geräteforensiker, Kryptologen und Elektrotechniker. Im vergangenen Jahr spürten die Cybercops einen 18-jährigen Hacker aus Hamburg auf, der die Computer des Landesrechenzentrums in Halle angegriffen und damit das Internetportal des Landes Sachsen-Anhalt lahmgelegt hatte.

Angesichts der Komplexität der Fälle sieht Merbitz auch für die Leipziger Polizeidirektion zusätzlichen Bedarf an gewieften Internet-Insidern. "Beim LKA Sachsen beginnt man jetzt ein Cyber Crime Competence Center aufzubauen", sagte er, "aber wir brauchen das an unseren Dienststellen genauso." Wann und in welchem Umfang, steht derzeit aber noch nicht fest.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.04.2014

Frank Döring

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