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Lokales Taubenzecken in Leipzig: Immer weniger Stiche
Leipzig Lokales Taubenzecken in Leipzig: Immer weniger Stiche
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14:04 10.07.2017
Wenn das eigentliche Wirtstier fehlt, stechen Taubenzecken auch bei Menschen zu.  Quelle: Gunther Tschuch
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Leipzig

 In Leipzig werden immer mehr Häuser saniert. Auch solche, auf deren Dachböden sich zuvor über viele Jahre Tauben aufgehalten haben. Und wo Tauben sind, da sind die so genannten Taubenzecken oft nicht weit. Doch die Stadt sieht heute keine großen Schwierigkeiten mehr durch die Parasiten. Das war nicht immer so.

Taubenzecken waren in Leipzig mal ein großes Problem. Zu SED-Zeiten war das Thema tabu; nach der Wende wurde es sukzessive sichtbar – und verschärfte sich. Ganze Straßenzüge waren befallen. Hauptursache für die Plage: zahlreiche verfallene Häuser mit undichten Dächern – wilde Tauben fühlten sich dort wohl. Die Zecken auch. Vom Dachstuhl aus konnten die Tiere auch in tiefer gelegene Etagen gelangen. Und ohne Wirtstiere können die Zecken auch Menschen stechen. 1993 gab es offiziell rund 1000 befallene Häuser – Dunkelziffer unbekannt. Leipzig galt noch Jahre danach als „Zeckenhauptstadt Europas“; 1996 starteten Universitäts-Hautklinik und Gesundheitsamt ein Pilotprojekt, um die Häufigkeit von allergischen Reaktionen nach Taubenzeckenstichen festzustellen. Dort bestätigte sich, dass die Schädlinge nicht nur in unsanierten Bauten auftauchen. Bei 90 Prozent der Getesteten traten kleinere, lokale Reaktionen nach einem Zeckenstich auf; bei fünf bis zehn Prozent lag eine „Allergiebereitschaft“ vor. 1998 wurde bereits eine abnehmende Zahl von Zeckenstichen registriert.

Schädlingsbekämpfer weisen darauf hin, dass sich die Taubenzecken nun angesichts zunehmend sanierter Häuser Schlupfwinkel suchen und in sanierte Wohnungen gelangen. In der aktuellen Polizeiverordnung der Stadt Leipzig sind die Parasiten ein Thema. Dort heißt es: „Taubenzeckenbefall ist der Kreispolizeibehörde unverzüglich anzuzeigen. Maßnahmen zur Taubenzeckenbekämpfung erfolgen durch die Kreispolizeibehörde auf der Grundlage von Einzelanordnungen gegenüber den Grundstückseigentümern und sonstigen Pflichtigen.“

Doch die Lage ist sehr entspannt, wie das Gesundheitsamt mitteilt. „Das Thema ist eher von untergeordneter Bedeutung“, so Ingrid Möller, Abteilungsleiterin für Hygiene. „Der Befall von Wohnungen ist in Leipzig sehr deutlich zurück gegangen. Im Jahr 2015 fragten drei Bürger im Gesundheitsamt an.“ Die Behörde stehe aber bei Problemen beratend zur Verfügung.

Taubenzecken sind nachtaktive Parasiten. Sie befallen überwiegend verwilderte Haustauben, leben in Taubennistplätzen oder in unmittelbarer Nähe, wie das Gesundheitsamt weiter mitteilt. Der Stich beim Menschen kann ein juckendes Knötchen oder eine gerötete Schwellung hinterlassen. Diese Reaktionen seien in der Regel nicht gefährlich, könnten aber als ausgesprochen lästig empfunden werden. „Wichtig ist das Fütterungsverbot und die sorgfältige Sanierung von Dächern, wenn sich dort verwilderte Haustauben eingenistet hatten“, so Möller.

Wie sie sich vor Zecken schützen können, erklären wir in unserem Artikel.

Von Björn Meine

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