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Lokales Taufe mit Meisterelf: Leipziger Straßenbahn heißt jetzt Alfred-Kunze-Sportpark
Leipzig Lokales Taufe mit Meisterelf: Leipziger Straßenbahn heißt jetzt Alfred-Kunze-Sportpark
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16:05 10.05.2018
Die XL-Straßenbahn wird getauft. Mit dabei (v.l.n.r.): Chemie-Meisterspieler Manfred Walter, Sportausschuss-Chef Christopher Zenker (SPD), Chemie-Vorstand Marc Walenta, LVB-Technikchef Ronald Juhrs und Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD). Quelle: André Kempner
Leipzig

Sekt und Bier zum Himmelfahrtstag in Leipzig? Das kann auch offizielle Gründe haben: Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) ließen am Donnerstagvormittag eine ihrer neuen XL-Straßenbahnen feierlich taufen. Passend zum Jahrestag der Meisterschaft von Chemie Leipzig vor 54 Jahren und begleitet von allerlei grün-weißer Prominenz wurde die moderne Bimmel mit „Alfred-Kunze-Sportpark“ benannt.

Wie LVB-Technikchef Ronald Juhrs bei der Zeremonie auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz erklärte, ist es die inzwischen achte Bahn des neuen Typs auf den Gleisen der Messestadt. „Wir wollen mit unseren neuen Straßenbahnen die Lieblingsorte der Leipziger ehren – nicht einzelne Personen.“ Beim öffentlichen Wettbewerb im vergangenen Jahr seien auch einige Sportstätten als Vorschläge eingegangen und letztlich von einer Jury ausgewählt worden. „Die wichtigsten drei Stadien sind dabei – seit heute der Alfred-Kunze-Sportpark, später kommen auch noch das Zentralstadion und das Bruno-Plache-Stadion dazu“, so Juhrs weiter.

Seit Donnerstag rollt eine Straßenbahn durch die Messestadt, die den Namen der Heimstätte von Chemie Leipzig trägt. Zur Taufe waren unter anderem auch Spieler der legendären Meisterelf gekommen.

Manfred Walter und Co. unternehmen erste Fahrt

Den grün-weißen Lieblingsplatz als Erster beim Wettbewerb eingereicht hatte der Messestädter Tamas Csincsi. Sein Name steht nun ebenfalls auf der Bahn und wurde am Donnerstag bei der Taufe unter anderem von der Leutzscher Legende Manfred Walther mit Qualitätsschaumwein benetzt. Der inzwischen 80-Jährige frühere Leutzscher Abwehrchef hatte es sich nicht nehmen lassen, samt Mannschaftskameraden Klaus Günther, Wolfgang Krause, Klaus Lisiewicz, Hans-Georg Sannert und Horst Slaby die erste Fahrt in der Bahn zu machen.

Rings herum saßen auch aktuelle Leutzscher Kicker – Stefan Karau, Pierre Merkel und Florian Schmidt – Vertreter des Leutzscher Aufsichtsrates, die Vorstandsmitglieder Marc Walenta und Florian Berger sowie viele Fans. Gefahren wurde die Kunze-Sportpark-Bahn auf ihrer ersten Tour nicht zuletzt von Chemie-Sprecher Jörg Augsburg, der im Cockpit Leipzigs Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) die Funktionsweise der neuen Züge erklärte.

Chemie-Vorstand: Sind untrennbar mit dem AKS verbunden

„Es ist eine hervorragende Idee, die Bahnen auch nach Sportstätten zu benennen, denn der Fußball spielt ja in Leipzig eine große Rolle und alle drei großen Vereine sind ja ziemlich erfolgreich. Als Bürgermeister gefreut hat mich, dass die Fans von Chemie Leipzig mit eigener Kraft einen Familienblock im Stadion gebaut haben, auch dass dort im Sommer Fußballcamps für Geflüchtete stattfinden“ so Fabian bei seiner Ansprache.

Chemie-Vorstand Walenta bedankte sich anschließend bei den Leipziger Verkehrsbetrieben, bei der Stadt und bei den vielen Leipzigern, die letztlich bei mVoting für den Alfred-Kunze-Sportpark abgestimmt hatten und erinnerte daran: „Unsere Geschichte ist untrennbar mit dem AKS verbunden und wir werden unser Stadion auch mit Hilfe der Stadt weiter sanieren.“

Die neue Kunze-Sportpark-Bahn ist nicht der erste getaufte XL-Zug der Verkehrsbetriebe. Im vergangenen Jahr gingen unter anderem bereits „Tille“, „Johannapark“, „Weiße Brücke“ und “Corso“ als Lieblingsplätze auf die Schienen der Messestadt.

Die XL-Bahnen von Hersteller Solaris wurden speziell für die LVB entwickelt. 41 Exemplare der drei Millionen Euro teuren Fahrzeuge sollen bis 2020 angeschafft und damit die veralteten Tatras im Linienbetrieb ersetzt werden. Die Investitionssumme beträgt mehr als 120 Millionen Euro.

Bislang sind jedoch erst zwölf statt 14 bestellte Fahrzeuge in Leipzig eingetroffen. Wie LVB-Technikchef Juhrs am Donnerstag sagte, befinden sich dies XL-Bahnen in Leipzig noch in der Testphase. Spätestens in einem halben Jahr sollen aber auch die letzten technischen Probleme in den Zügen gelöst sein.

Von Matthias Puppe

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